Letztes Update am 16.08.2012, 23:43
Seinen 60er feierte er ganz privat in Key West. Offiziell ist nun seine Werkschau "So weit, so komisch" auf dem Markt.
Die Quoten-Königin Elisabeth T. Spira hätte eine Freude an Joesi Prokopetz ’ Büro in Mödling gehabt. Es ist das Paradies des filmischen Gegenschnitts zum Kitsch. Überall stehen Abscheulichkeiten aller Art herum, die der Kabarettist und Autor in seinem 60-jährigen Leben zusammengetragen hat.
Aber Joesi sucht glücklicherweise keine Frau, denn er ist seit neun Jahren mit Karin Fendrich (Ex-Schwägerin von Rainhard) zusammen. Er lud lieber den KURIER ein, um mit uns in seinem Leben zu blättern.
Wer "So weit, so komisch" (Amalthea) liest, glaubt, den Prokopetz zu hören. Als ob er auf der Bühne stehen und eine Geschichte erzählen würde. Wie folgende: Ich war einmal im Sommer ordnungsgemäß auf Urlaub in Österreich, in einer Gegend, die so gesund war, dass sie einen Touristen erschießen mussten, um den Friedhof einweihen zu können, und bin mit einem Sessellift auf einen Berg hinaufgefahren. Ich musste bei der Bergfahrt ständig grüßend nicken und aufgesetzt grinsen, weil jeder Dodel, der in einem talwärts fahrenden Sessel saß, mir "Griaß di" zurief. Einige Zeit später stand ich in einem Lift eines All-inclusive-Beherbergungsbetriebs, ein Fleischhauer mit martialisch blutiger Schürze und einer Schweinehälfte auf der Schulter stand bereits drin und sagte:"Griaß di, wir kennen uns vom Sessellift." Und gleich weiter: "Komm eini, für a zweite Sau is a no Platz!"
Wahre Begebenheiten in einem bunten Leben, das sich Joesi nur einmal von seiner dunkelgrauen Seite (er litt ein Jahr an einer Depression) zeigte. Auch erfahren die Leser viel über seine Frauen. Der erste Kuss oder die Geschichte von Mathilda, die sich partout nie ihrer Schuhe entledigen wollte. Auch beim Sex nicht, obwohl Joesi schöne Füße mag. Er geht zwar ordentlich zur Sache, aber nicht so ins ungustiöse Detail wie beispielsweise sein Weggefährte und Vorwort-Schreiber Wolfgang Ambros es in seiner Biografie tat. Prokopetz: "Ich habe maximal etwas weglassen. Mir ging es um die Komik und nicht um literarische Schilderungen erotischer Szenen."
Alles Gute zum 60. Geburtstag, lieber Joesi, den er bereits am 13. März hatte und privat in Key West feierte: "Mit dem besten Rum, den es dort gab, und vielen Zigarren."
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