Letztes Update am 09.04.2013, 18:16
Von der Burger-Verkäuferin zum Serien-Star.
Kate Walsh hat einiges erlebt bevor sie zum "Private Practice"-Star wurde. Von der Burger-Verkäuferin in Arizona ging es nach Japan als Model und Lehrerin. Die Schauspielerin im Porträt.
Am besten kennt man Kate Walsh als TV-Frauenärztin Dr. Addison Montgomery. Davor war die in Arizona geborene Schauspielerin aber bereits Verkäuferin bei Burger King und Model und Lehrerin in Japan. Ihr Durchbruch kam spät, war dafür aber umso größer.
Nun will Kate Walsh ihren Arztkittel aber nicht mehr tragen. Nach der sechsten Staffel (derzeit noch im ORF zu sehen) stieg Walsh 2012 aus "Private Practice" aus. Damit ist auch die Serie, in der sie die Hauptrolle spielte, Geschichte.
Die Serie wurde ihr auf den Leib geschrieben - oder besser gesagt auf Addison Montgomerys. Mit der Drama-Arztserie "Grey`s Anatomy" gelang ihr 2005 der große Durchbruch. Obwohl sie nur eine Nebenrolle übernahm, waren die Zuseher begeistert von Walsh und ihrer Rolle.
Sie wollten mehr sehen von der verlassenen Frauenärztin, die aussieht als wäre sie ein Star des frühen Films, ganz wie Marlene Dietrich oder Greta Garbo.
Also bekam Walsh ein eigenes Spin-Off - "Private Practice" wurde ihre Serie. Vom Spitalsalltag in Seattle ging es ins sonnige Los Angeles, Drama wurde von Liebe und Sex abgelöst.
Trotz des Erfolgs steigt Kate Walsh nun aus, sie hat nach acht Jahren Lust auf andere Projekte. Aus ihren beruflichen Plänen macht sie kein Geheimnis, genauso wenig wie aus ihrem Alltag.
Kate Walsh teilt Infos über ihre Arbeit genauso wie Bilder von ihren Katzen gerne und oft auf Twitter.
Sogar einen Blick auf ihren begehbaren Schuhschrank, der gerade ausgemistet wird, gewährt die 45-Jährige und gibt sich als Star zum Anfassen. Sie lebt auch nicht in einer abgesicherten und bewachten Gegend (Gated Community), so wie viele andere Promis in Los Angeles.
Jeder der sie sehen will, bekommt sie auch zu Gesicht, oft ungeschminkt und leger gewandet. Die Paparazzi danken es ihr - Walsh ist es gleich. Die Coolness und Bodenständigkeit nimmt man dem Serien-Star ab.
Nicht zuletzt weil sie weiß, dass man im Filmbiz viel Glück und Zufälle braucht, um wirklich bekannt zu werden. Es liegt nicht immer nur an der eigenen Person oder der eigenen Leistung. Immerhin war sie 38, als sie mit "Grey's Anatomy" weltweit berühmt wurde. Davor war sie bereits 20 Jahre lang Schauspielerin ohne bahnbrechenden Erfolg.
Zusätzlich beweist Walsh Humor. Vor ihrer Arzt-Karriere war sie vielfach als Komikerin tätig. Sie verarschte auch Charlie Sheen mit gemeinen Sprüchen in der TV-Show "The Roast of Charlie Sheen": "It’s amazing - after abusing your lungs, liver and kidneys, the only thing you’ve had removed is your kids."
Neben Auftritten in Comedy-Shows macht sie sich mit der Bewerbung des neuen Dufts "Boyfriend" über die übertriebene Werbung für derlei Kosmetika lustig. Der Duft ist für Single-Frauen gedacht, die sich einen reichen Mann angeln wollen.
Schon 1997 spielte sie - fast unerkannt, da sie in einem Fatsuit steckte - in einer Comedy-Serie. In der "The Drew Carey Show" sorgte sie als Nicki für Lacher, das füllige Love Interest von Drew.
Beruflich startete sie aber zunächst in einem ganz anderen "Genre". Neben ihrem Studium an der Uni in Tucson, verdiente sie als Verkäuferin bei Burger King und der Dessert-Fast-Food-Kette Dairy Queen ihre ersten Dollar.
In den Achtziger Jahren verschlug es Walsh nach Japan. Eigentlich als Lehrerin, die Kindern Englisch beibrachte. Doch ihr Aussehen war in Asien gefragt - und Walsh begann nach einigen Anfragen zu modeln. Sie wurde für Braut-Mode und Sport-Bekleidung gebucht. Kate hasste die Model-Arbeit, wie sie verriet. Die kleinen Kleider-Größen ihn Asien ließen sie wie einen Riesen wirken.
Wieder zurück in den Staaten, spielte sie Theater in Chicago - schon an der Uni hat sie Gefallen daran gefunden, auf der Bühne zu stehen. 1987 schloss sie sich der Comedy Truppe Burn Manhatten an und spielte Off-Theater in New York.
Bis sie schließlich 1996 eine kleine Rolle in der Serie "Homicide: Life on the Street" ergattern konnte. Es folgte der Spielfilm "Normal Life" mit Luke Perry.
Arbeit gab es für Walsh, allerdings musste sie sich jahrelang mit kleinen Nebenrollen in Filmen wie "Family Man" (2000), "Unter der Sonne der Toskana" (2004) oder "Verliebt in eine Hexe" (2005) zufrieden geben.
Dabei wurde ihr von vielen Kritikern großes Schauspieltalent attestiert. "Legion", ihr letzter größerer Film, wurde verrissen, die Leistung der Besetzung aber gelobt. In wirklich guten Filmen spielte Walsh bislang nicht mit. Das sollte sich 2012 ändern.
Der eher kleine Film "The Perks of Being a Wallflower" bekam positive Kritiken und spielte in den USA immerhin 32 Millionen Dollar ein. Schon das Buch von Stephen Chbosky war ein Bestseller, nun verfilmt er selbst die Coming of Age-Geschichte mit Walsh als Mutter eines Teenagers, Emma Watson und Paul Rudd.
Neben neuen Filmprojekten und der Bewerbung ihres Parfums ist die 45-Jährige weiterhin mit ihrem Partner, dem Schriftsteller Chris Case, unterwegs. Nach ihrer Scheidung will sich Walsh nicht mehr zu ihren Beziehungen äußern.
2007 hatte sie Alex Young, den Co-Präsidenten der Produktionsabteilung bei 20th Century Fox nach einem halben Jahr Beziehung geheiratet. Nur 15 Monate später wurde auch schon wieder die Trennung bekannt gegeben. Young hatte die Scheidung eingereicht.
Laut offiziellem Statement sind die beiden als Freunde auseinandergegangen. Jedenfalls scheint der Red Head nun wieder glücklich mit Chris Chase. Mal sehen ob Kate Walsh es ihrer Serienfigur Addison gleichtut, und sie nun auch bald Mutter wird.
(KURIER. Bilder: photopress.at)
Erstellt am 14.08.2012, 07:00