Letztes Update am 15.05.2012, 08:30
Jennifer Hudsons Ex-Schwager verurteilt.
Der ehemalige Schwager der Sängerin, William Balfour, wurde nach nur elf Prozesstagen für schuldig erklärt. Aus Eifersucht soll er vor drei Jahren Hudsons Mutter, Bruder und Neffen erschossen haben.
Der ehemalige Schwager von Jennifer Hudson, William Balfour wurde am 11. Mai für schuldig befunden und wegen Mordes verurteilt - nach nur elf Prozesstagen. Aus Eifersucht soll er vor drei Jahren Hudsons Mutter, ihren Bruder und ihren Neffen erschossen haben.
Bei der Urteilsverkündung brach Hudson in Tränen aus. Zusammen mit ihrer Schwester Julia, Balfours Ex-Frau, dankte sie nach dem Prozess zunächst Gott und dann den Strafverfolgern, der Polizei und den Zeugen der Anklage. "Wir beten, dass Gott Herrn Balfour seine grausige Tat vergibt und sein Herz bekehrt, damit er Reue zeigen kann", verkündete sie auf ihrer Website jenniferhudson.com.
Im Bild: Eine Skizze von Jennifer Hudson (Mitte), ihrem Verlobten David Otunga und ihrer Schwester Julia nach der Urteilsverkündung.
Es gab weder Zeugen für den Mord noch konnten Fingerabdrücke oder DNA-Spuren am Tatort sicher gestellt werden. Trotzdem kam das Geschworenengericht in Chicago zu dem Schluss, dass Balfour der Täter ist. Der wiederum beteuert weiterhin seine Unschuld. Das Strafmaß für den 31-Jährigen steht noch nicht fest, es wird mit einer lebenslangen Haftstrafe gerechnet.
Mit Spannung wurde erwartet, ob Sängerin Jennifer Hudson überhaupt als Zeugin vor Gericht aussagen würde. Sie stand auf der Zeugenliste im Mordprozess gegen ihren Ex-Schwager. Mit Tränen in den Augen stellte sie sich beim Prozessauftakt am Montag, den 23. April in Chicago vor den Richter und den Angeklagten und beschrieb ihre Abneigung gegen den Mann: "Ich wollte nie da sein, wo er ist".
Dabei sagte sie mit Blick auf den Angeklagten William Balfour, der einmal der Mann ihrer Schwester Julia war: "Wir haben es nicht gemocht, wie er meine Schwester behandelt hat. Und ich habe es auch nicht gemocht, wie er mit meinem Neffen umging." Er habe Julia mit der Ermordung ihrer Familie gedroht.
Schluchzend beschrieb die Schauspielerin zudem, wie nahe sie ihrer Mutter gestanden hatte. Bis zu der Bluttat habe sie jeden Vormittag mit ihr SMS-Nachrichten ausgetauscht und täglich mit ihr telefoniert, sagte die 30-Jährige, die ganz in Schwarz vor Gericht erschienen war. Selbst als Jugendliche habe sie noch im Bett ihrer Mutter geschlafen. Hudson war die erste Zeugin, die in dem Prozess aussagte.
Fünf Wochen nach der Tat wurde Balfour als Hauptverdächtiger festgenommen. Der Mann von Hudsons Schwester Julia lebte damals bereits seit längerem von seiner Frau getrennt.
Im Bild: Skizze der Aussage von Hudsons Schwester Julia.
Nach Ansicht der Ermittler und der Staatsanwaltschaft wollte sich Balfour mit den Taten an seiner Frau rächen, weil sie die Scheidung wollte.
Vor Gericht wies der 30-Jährige die Vorwürfe zurück und erklärte sich für "nicht schuldig".Bis zuletzt war nicht klar, ob Hudson tatsächlich aussagen würde.
Wie die Chicago Tribune berichtete, zählte Hudsons ältere Schwester Julia zu den wichtigsten Zeugen der Anklage.
Zur Vorgeschichte:
Julia Hudsons Ex-Ehemann William Balfour war wegen dreifachen Mordes angeklagt. Ihm wurde vorgeworfen, ...
... Jennifer Hudsons 57 Jahre alte Mutter Darnell und ihren ...
... Bruder Jason, 29, ermordet zu haben. Beide sind im Oktober 2008 erschossen im Haus der Familie gefunden worden.
Julias Sohn Julian war entführt worden. Die Leiche des Siebenjährigen wurde drei Tage später mit einem Kopfschuss in einem abgestellten Auto entdeckt.
Der Angeklagte (auf dem Foto, nach seiner Festnahme) lebte zu dem Zeitpunkt seit längerem von seiner Frau getrennt. Als Motiv wurde Eifersucht auf einen neuen Freund genannt.
Balfour hat die Vorwürfe bestritten. Es gibt keine Augenzeugen für das Verbrechen, das in diesem Haus begangen worden ist.
Nun müssen die zwölf Geschworenen in einem Indizienprozess entscheiden. Das Verfahren könnte sich über mehrere Wochen hinziehen.
Die Oscar-Preisträgerin hat angekündigt, an jedem einzelnen Verhandlungstag vor dem Strafgericht von Cook County dabeizusein.
Beobachter fürchten allerdings, dass ihre Prominenz dem Prozess schaden könnte. "Es besteht das Risiko, dass die Geschworenen im Gerichtssaal nicht den Zeugen Aufmerksamkeit schenken, sondern Hudson. Sie könnten sich von ...
... ihren Reaktionen beeinflussen lassen", behauptet etwa der angesehene amerikanische Jurist Gerald Uelmen. Starke Emotionen werden auf jeden Fall eine Rolle spielen, denn die 30-Jährige verlor nicht nur drei nahe Familienmitglieder, sondern ...
... entkam selbst dem Mörder nur durch Zufall. Kurz vor der tragischen Tat hatte sie sich zu einem Besuch in Florida bei ihrem Verlobten David Otunga entschlossen.
Die "Dreamgirls"-Darstellerin bezeichnete Otunga später als ihren Schutzengel. "Das hat mir das Leben gerettet. Ich hätte genauso gut zu Hause bei meiner Mama sein können", sagte sie im November dem US-Magazin Ebony. Seit ...
... August 2009 sind die beiden Eltern eines kleinen Buben.
Hudson war in dem ärmlichen Chicagoer Viertel Englewood aufgewachsen, wo ...
... ihre Mutter bis zuletzt lebte.
Bekannt wurde die Afroamerikanerin mit der eindrucksvollen Stimme durch die Talent-TV-Show "American Idol". 2007 gab es zur Krönung einen ...
... Oscar als beste Nebendarstellerin im Leinwand-Musical "Dreamgirls".
(apa, red/mod, lyk, sog)
Erstellt am 15.05.2012, 08:30