Stars im Photoshop-Desaster

Bilder von Promis werden nicht selten bis zur Unkenntlichkeit retuschiert.

Was hat man da Sarah Jessica Parkers Gesichtsform angestellt? Den "Sex and the City"-Star hat man auf der chinesischen Ausgabe von Harpers Bazar zur Raubkatze mutieren lassen. Die Haltung von Gwen Stefani auf der US-Vogue mutet schon etwas gekünstelt an. Noch eigenartiger sind ihre Augen - die sind etwas zu sehr in die Mitte gerutscht. Bei Marie Claire hat man ordentlich in den Farbtopf gegriffen. Oscar-Anwärterin Jessica Chastain wurde eine Neon-Haarpracht verpasst. Auch ohne Bearbeitungsprogramme präsentiert sich Chastain mit einer rot-leuchtenden Mähne - nur ganz so grell ist sie Gott sei Dank nicht. In Japan warb man mit einer extrem schlanken Filippa Hamilton für Ralph Lauren. Ihre echte Taille fällt etwas breiter aus (r.). Natalia Vodianova sieht auf dem Bild der russischen GQ irgendwie aus wie ihre eigene Puppe. Keine Pore ist mehr zu erkennen und das Kopferl scheint ein bisschen klein geraten. So geht das Model eher als Barbie durch, denn als menschliches Wesen. So sieht Natalia in echt aus - auch schön, aber nicht wie eine Barbie-Puppe. Emma Watson dagegen wurde das Bein auf einer Burberry-Werbung wegretuschiert. Kristen Stewart ist auf dem Cover der Oktober-Ausgabe von Glamour zwar etwas natürlicher geblieben, dafür hat man aber den halben Arm des "Twilight"-Stars verschwinden lassen. Was Keira Knightley in Sachen Oberweite nicht von Gott geschenkt wurde, formten Meister der Retusche für dieses Filmplakat. Jessica Albas Taille wurde für eine Campari-Kampagne um mehrere Zentimeter geschmälert. Viel Retusche wurde auch den vier Damen aus "Sex and the City" zuteil. Auf den Plakaten zu Teil zwei gaben sich Sarah Jessica Parker und Co auch noch mit über 40 absolut faltenfrei. Bei der Premiere des Films traten die bereits gelebten Jahre der Damen mehr zum Vorschein.  Die Zeitung Hello ließ Prinz William besser aussehen als er aussieht -  und spendierte ihm eine füllige Haarpracht. Was William von der Kunstfrisur hält, ist nicht bekannt. In der chinesischen Vogue wurde Model Doutzen Kroes mittels Photoshop das rechte Bein amputiert. Das Model hat an sich nichts gegen Nachbearbeitungen ihrer Bilder, doch dieser Eingriff geht dann doch etwas zu weit. "Ich dachte `Oh mein Gott`. Ich finde Photoshop ja grundsätzlich okay, außer wenn so etwas passiert. Du willst keinen Schenkel dadurch verlieren", scherzt Kroes auf die peinliche Panne angesprochen. Ein Bild zum Beweis: Doutzen hat noch immer zwei schöne Beine. Jennifer Aniston wurde auf der Allure bis zur Puppenhaftigkeit gepimpt. Dabei hat der "Friends"-Star nur kleine Augenfältchen aufzuweisen. Ihre Victoria`s Secret Kollegin Erin Heatherton, die gerade Leonardo DiCaprio datet, mag es zum Beispiel nicht, wenn ihre Sommersprossen wegretuschiert werden.  "Ich finde, dass ich dann aussehe wie irgendjemand anderer. Es ist nicht fair. (...) Du siehst zwar besser aus, aber es ist eine Lüge". Auch Heidi Klum hat auf einem Cover von GQ wohl etwas zu viel Photoshop abbekommen: Ihr Hintern, ihre Rundungen, alles weg, inklusive Bräune. Dabei zeigte uns Heidi mit einem selbst geschossenen Foto erst vor einigen Wochen wie braun gebrannt und durchtrainiert sie ist. Für Armani wirbt Victoria Beckham mit unwirklicher Faltenfreiheit. Auch ohne Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen gibt`s bei Vic kaum Falten, aber keinen makellosen Teint. Beyonce wirbt hier etwas gar knochig für einen Duft. Vor allem ihr Schlüsselbein und ihre Schulter sehen eigenartig im Verhältnis zu ihrem Kopf aus. Wir können aber beruhigen. Mit der Sängerin ist rein physisch alles in Ordnung, wie aktuelle Bilder bestätigen. Gar nicht so einfach zu erkennen ist, wer hier das Cover des Madison Magazins ziert. Es ist Kate Winslet mit extrem schmaler Gesichtsform. Die neue Silhouette wurde per Bildbearbeitungsprogramm geschaffen. Was bei Winslet nicht zwingend auf Wohlwollen stößt. Sie hat sich schon mehrmals öffentlich beschwert, dass Bilder von Magazin-Shootings im Nachhinein extrem retuschiert werden und sie sich selbst kaum wiedererkennt. So sieht Winslet ohne der Nachhilfe von Bildbearbeitungsprogrammen aus. Hübsch ist sie auch ohne technische Nachbearbeitung. Schauspielerin Cate Blanchett ist in dieser Hinsicht Vorreiterin. Sie will auf die vielen unnatürlichen Bilder in Medien aufmerksam machen und zeigt sich ganz ohne Photoshop-Hilfe auf einer Ausgabe von Intelligent Life. Erst vor einigen Monaten hatte die Werbeaufsicht ASA (Advertising Standards Authority) die Kampagne für Lancome in England verbieten lassen, weil Julia Roberts darauf etwas zu makellos gemacht wurde. Begründet wurde das Verbot damit, dass Bilder wie diese auf Frauen und junge Mädchen Druck ausübe, weil sie sich mit den unrealistischen Abbildungen vergleichen würden. Dieses nicht bearbeitete Bild von Roberts wirkt vermutlich nicht ganz so motivierend, sich neues Make-up zu kaufen - im Gegensatz zu ihrem geglätteten Konterfrei auf den Werbesujets. Für Aufregung und Empörung sorgt auch die Parfumwerbung von Helena Rubinstein. Demi Moore wirbt für einen neuen Duft und ist dabei kaum zu erkennen. Auch "in echt" ist Moore dank guter Ärzte bekanntlich relativ faltenfrei, wie dieses Bild beweist - das Demi Moore selbst auf Twitter stellte. Doch ganz so perfekt wie auf den Plakaten ... ... von Rubinstein ist selbst die rundumerneuerte Demi Moore in Natura nicht.  Auf unbearbeiteten Fotos zeigt Demi wenigstens noch Poren und etwas Mimik. Madonnas Werbebilder für Louis Vuitton machten im Netz die Runde. Aber nicht die offiziellen, extrem bearbeiteten Fotos, sondern ... ... die Originalbilder. Auch für Dolce & Gabbana warb die Pop-Queen. Die Aufnahmen wurden auch in diesem Fall ... ... heftig retuschiert. Cate Blanchett tritt mit ihren Fotos und dem Motto "Authentizität ist die neue Makellosigkeit" vielleicht einen Gegentrend los, gegenwärtig glänzen auf Lifestyle- und Mode-Magazinen aber immer noch computeroptimierte, faltenfreie Stars und Sternchen. Zugeben tun das die Verlage, Unternehmen und Promis aber fast nie. 1990 prangte Michelle Pfeiffer am Cover des Esquire und der Satz "What Michelle Pfeiffer needs is absolutely nothing". Außer eine Retusche, für die 1500 Dollar ausgegeben wurden, wie später bekannt wurde. Auch Katie Holmes gilt als Naturschönheit, In Style hat aber dennoch etwas nachgeholfen, und ... ... auch die kleinsten Unebenmäßigkeiten aus Katies Gesicht enfernt. Und Amanda Seyfried ("In Time") sieht ohne Photoshop mehr wie das ... ... nette Mädchen von Nebenan aus, als das perfekte Supermodel. Schwer zu erkennen ist diese Pop-Sängerin, die das Cover von W ziert. Christina Aguileras Konterfrei hatte etwas zuviel Kontakt mit Photoshop. Den Machern von Redbook war Country-Star Faith Hill nicht perfekt genug. Redhead Julianne Moore ist bekannt für ihre ätherische Schönheit. Allure pimpte Moore ... ... dennoch noch etwas.  Auch Kate Hudson lacht mit perfekter Haut von Harper`s Bazar. Toll sieht sie für viele auch ohne Photoshop-Hilfe aus, nur ganz perfekt eben nicht. Für das Fashion-Label Candies hat Britney Spears posiert. Ihre Beine und ihre Hüfte waren den Verantwortlichen der Kampagne aber offensichtlich etwas zu dick."Die Hälfte der jungen Frauen zwischen 16 und 21 Jahren denkt über eine Schönheitsoperation nach. Außerdem hat sich die Anzahl der Essgestörten in den letzten 15 Jahren mehr als verdoppelt." Die Werbegesichter seien schön genug – ein solches Ausmaß an Bildbearbeitung wäre nicht nötig gewesen, begründete die zuvor erwähnte Werbeaufsicht ASA (Advertising Standards Authority) das Verbot der Lancome-Kampagne von Julia Roberts.

Bildbearbeitungsprogramme, die die Abgebildeten nicht selten bis zur Unkenntlichkeit verändern, kommen wohl fast bei allen Mode- und Lifestylemagazinen zum Einsatz. Manchmal geht die "Verschönerung" kräftig schief.

(KURIER / mich) Erstellt am

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