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Norman Dyhrenfurth (mitte) als Kind zwischen seinen Geschwistern Harald und Hiltraut auf der Tour zum Groß Spannort (1929).
Norman Dyhrenfurth (mitte) als Kind zwischen seinen Geschwistern Harald und Hiltraut auf der Tour zum Groß Spannort (1929). - Foto: AS Verlag/Dyhrenfurth

Letztes Update am 30.12.2012, 15:36

Eine Familie, die das Bergfieber packte. Leidenschaft: Wie der Vater, so der Sohn. Die Dyhrenfurths zieht es seit Generationen in die Berge.

Das Bergsteiger-Gen ist Norman Günter Dyhrenfurth in die Wiege gelegt worden. Er kommt am 7. Mai 1918 als Sohn des Himalajaforschers und Geologen Günter Oskar Dhyrenfurth auf Schloss Carlowitz bei Breslau (früher Schlesien) zur Welt. Er und seine älteren Geschwister Harald und Hiltraut werden bereits früh von ihrem Vater auf Bergtouren mitgenommen. Auch sein Großvater, ein Arzt, war ein begeisterter Bergsteiger.

In den 1930er-Jahren zieht das Forscherehepaar Günter und Hettie Dyhrenfurth zwei Mal in den Himalaja. Die Expedition erleben die Kinder via Briefverkehr von der Schweiz aus mit. 1925 hat sich die Familie dort niedergelassen.


Dass bei der ersten Expedition 1930 erstmals auch bewegte Bilder in mehr als 6000 Meter Höhe möglich sind, sorgt für großes Aufsehen. Der Dokumentarfilm „Himatschal, Thron der Götter“, gefilmt von Charles Duvanel, wird ein großer Erfolg. 1934 folgt die nächste Expedition. Bei der Erstbesteigung des Sia Kangri gelingt Hettie Dyhrenfurth ein Höhenweltrekord für Frauen auf 7500 Metern, der erst 1955 gebrochen wird. Für die von ihnen organisierten Internationalen Himalaja-Expeditionen bekommt das Forscherehepaar bei der Sommer-Olympiade 1936 zwei Goldmedaillen (Prix olympique d’alpinisme) verliehen.

Emigration

Hettie Dyhrenfurth erhält viele Angebote aus den USA und reist für eine Vortragsreihe in die Staaten. „Vorher war sie nur die Frau meines Vaters, die Frau Professor. In Amerika war sie plötzlich wirklich jemand“, erinnert sich ihr Sohn. Während Günter Dyhrenfurth in der Schweiz bleibt, werden die USA für seine Frau zur neuen Heimat. Norman Dyhrenfurth und seine Schwester Hiltraut folgen der Mutter im Dezember 1937 in die USA.

Dort arbeitet der 19-Jährige zunächst als Skilehrer und Bergführer. Später erhält er eine Anstellung als Kameramann bei Willard Motion Pictures. Schon Jahre zuvor sammelte der junge Dyhrenfurth als Kameraassistent in der Schweiz und mit dem deutschen Filmemacher Hans Ertl bei der Vor-Olympiade 1935 in Garmisch-Partenkirchen erste Erfahrungen. Nach Kriegsende 1945 steigt er auf zum Lektor für Kinematographie an der Universität von Kalifornien, Los Angeles und wird ordentlicher Professor und Leiter der Filmschule. Noch ahnt er nicht, dass der Everest sein Leben in wenigen Jahren für immer verändern wird.

Lesen Sie morgen: Professur an der Filmschool Los Angeles und der erste Lockruf der Berge mit der Schweizer Everest Expedition 1952

Buchtipp Günter, Hettie, Norman Dyhrenfurth – Zum Dritten Pol von Andreas Nickel; AS Verlag 2007; 26,80 Euro.

(kurier) Erstellt am 30.12.2012, 15:36

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