„Bin immer noch in Form“

The Last Stand - Centfox - honorarfrei !!!…
Foto: Centfox Arnie in "The Last Stand".

Nach zehn Jahren ist Schwarzenegger wieder mit einer Hauptrolle im Kino – und bald in Kitz.

Ich habe mein Versprechen gehalten“, sagt Arnold Schwarzenegger. „I am back.“

Was für eine Freude. Der Ex-Governator ist auf die große Leinwand zurückgekehrt. Erstmals seit zehn Jahren, genauer gesagt seit „Terminator 3: Krieg der Maschinen“, spielt Arnold Schwarzenegger wieder eine Hauptrolle – in dem mittelprächtigen Action-Western „The Last Stand“ (Kinostart: nächste Woche).

People-Arnold Schwarzenegger Foto: AP/Todd Williamson Flankiert von seinen zwei US-Co-Stars, „Jackass“-Clown Johnny Knoxville und der schönen Jamie Alexander („Thor“), plauscht Schwarzenegger in Köln anlässlich der Deutschlandpremiere von „The Last Stand“ mit Journalisten.

„Ich frage Sie auf Deutsch“, sagt ein rührender deutscher Kollege, „denn ich höre Sie so gerne Deutsch reden.“ Und so antwortet „Arnie“, wie er von den Anwesenden flapsig genannt wird, mal Englisch, mal Steirisch – allerdings nicht, ohne vorher seinen Kaugummi sorgfältig aus dem Mund genommen und auf den Tisch gelegt zu haben.

Wurzeln

Film Review The Last Stand Foto: AP/Merrick Morton Zuerst einmal werden die deutschen Gastgeber bedankt. Es sei wunderschön, in Deutschland zurück zu sein, schwärmt Schwarzenegger, und erinnert sich mit warmen Worten an seine Anfänge in München als Bodybuilder, wo er das Sprungbrett für seine internationale Karriere legte.

Doch auch das Österreich-Lob darf nicht fehlen. Zwar fühle er sich mittlerweile mehr als Kalifornier, so der ehemalige US-Politiker, „aber ich liebe Österreich“. Die Landschaft (natürlich werde er zum Hahnenkamm-Rennen kommen!), die Menschen – und die „sehr interessante Politik“, fügt er noch etwas mysteriös hinzu. Und wird gleich gefragt, ob er sich eine Polit-Karriere in Österreich vorstellen könne: „Nein, ich bin glücklich in der Film-Industrie.“

Auch Wien wird er besuchen, und zwar, um auf der „R-20“-Konferenz Ende Jänner teilzunehmen, die sich mit wichtigen Umweltfragen auseinander setzt. Und ja, er habe einen Panzer des österreichischen Bundesheer gekauft. Aber mit diesem Panzer mache er nur „good things“: So führe er zum Beispiel zur Belohnung arme Kinder damit herum, wenn sie in der Schule gut aufgepasst haben. Oder lasse den Panzer in seinem nächsten Film auftreten.

Kampfszenen im Kino seien ja gut und schön. Der wahre Kampf aber, der finde jetzt für eine grüne Umwelt statt – ein Anliegen, das Arnold Schwarzenegger sichtlich schwer am Herzen liegt.

Altmodisch

People-Arnold Schwarzenegger Foto: AP/Todd Williamson Zum Zeichen seiner eigenen Film-Vergangenheit trägt die Action-Ikone einen großen silbernen „Terminator“-Ring am Finger. Ob sich in den letzten zehn Jahren das Genre des Action-Films sehr verändert hat? „Es gibt heute viel mehr Technologie“, stimmt Schwarzenegger zu, „und Action-Filme wie ,Spiderman‘ oder „Iron Man‘ setzen stark auf visuelle Effekte. Doch dann gibt es die traditionellen Actionfilme wie ,Die Hard‘ oder meinen neuen Film: Die sind von der altmodischen Sorte. Da gibt es wenige visuelle Tricks, sondern richtige Kämpfe, bei denen man gut in Form sein muss.“

Apropos „gut in Form“: Als Sheriff eines kleinen Grenzstädtchens, das plötzlich von einem flüchtigen Drogen-Boss bedroht wird, kommt Schwarzenegger in „The Last Stand“ ganz schön ins Schwitzen. Als er einmal von einem besorgten Dorfbewohner gefragt wird, wie es ihm denn ginge, antwortet er sichtlich ehrlich: „Alt.“

Ja, das wäre lustig gewesen, so etwas im Film zu sagen, lacht Arnie, aber eben nur im Film: „Ich bin immer noch in Form.“

Tägliches Fitness-Training bis zu zwei Stunden erlaube es ihm locker, die Action-Szenen zehn Mal oder bei Bedarf auch zwanzig Mal zu wiederholen: „Da hat sich nichts geändert.“

Arnie im Porträt - mit 65 gibt er wieder Gas

Seit zehn Jahren hat er eine künstliche Hüfte, schon vor 15 Jahren gab es eine neue Herzklappe. Auch die Muskelpakete des früheren Mr. Universums sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Doch Arnold Schwarzenegger, der am 30. Juli 65 Jahre alt wird, setzt mit breitem Siegerlächeln unbeirrt auf sein Actionheld-Image.Bild: Arnie in seinem neuen Film "The Tomb" He is back"I`m back", trumpfte er Mitte Juli vor 6.000 jubelnden Fans bei der Comic-Con-Filmmesse im kalifornischen San Diego auf. Dort stellte der frühere "Terminator" mit seinem 66-jährigen Kumpel Sylvester Stallone ihren neuen Film "The Expendables 2" vor. Der österreichische Kinostart des Action-Spektakels um eine Gruppe von Elitesöldnern ist für den 30. August geplant. Hollywoods früherer Superstar stellte gleich noch eine Fortsetzung der Zwillings-Komödie "Twins" mit dem Titel "Triplets" (Drillinge) in Aussicht. "Das wäre einfach lustig", sagte Schwarzenegger über seine geplante Rückkehr zum Komödiengenre. Er habe tatsächlich "eine lustige Seite", beteuerte der gebürtige Steirer. Die größte Niederlage: TrennungDabei ging es in der letzten Zeit in Arnies Leben überhaupt nicht lustig zu. Im vorigen Jahr war die Glamour-Ehe von Hollywoods ungleichem Paar - dem Republikaner und Ex-Bodybuilder und der liberalen Kennedy-Nichte Maria Shriver - spektakulär geplatzt. Im April 2011 hatten die vierfachen Eltern noch Silberne Hochzeit gefeiert, im Juli reichte Shriver die Scheidung ein. Zuvor ließ Schwarzenegger die Bombe platzen: öffentlich gestand er eine Affäre mit einer früheren Hausangestellten, sie ist die Mutter seines jetzt 14 Jahre alten, nichtehelichen Sohnes. Genauso alt wie der jüngste Sprössling von Schwarzenegger und Shriver. Als Governator hinterlässt er ein MilliardendefizitAuch der Abgang des "Governators" von der politischen Bühne war unrühmlich. Als Schwarzenegger im Jänner 2011 nach sieben Jahren als Gouverneur von Kalifornien abtrat, hagelte es schlechte Noten. Seinem Nachfolger Jerry Brown hinterließ er ein Milliardendefizit.  Das Versprechen, wie ein Actionheld in der Regierung "aufzuräumen", konnte er nicht halten. Punkte sammelte Schwarzenegger lediglich als grüner Politiker. Als Verfechter drastischer Maßnahmen zur Senkung der schädlichen Treibhausgasemissionen preschte er durch die Welt. Der Polizistensohn wird BodybuilderSchwarzeneggers Höhenflüge und Abstürze würden reichlich Stoff für einen Hollywoodfilm liefern. Am 30. Juli 1947 wurde der Polizistensohn in Graz geboren, wo er in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs.  Durchbruch mit "Conan"Ein Jahr nach seiner Krönung zum "Mister Universum" wanderte er 1968 in die USA aus, wo er als Bodybuilder weiter seine Muskeln spielen ließ und sie schließlich auch in Hollywood zeigen durfte. Als "Conan, der Barbar" wurde er 1982 weltweit bekannt. Aufstieg zum Hollywood-StarAls "Terminator" katapultierte er sich drei Jahre später - trotz unvermindert starken Akzents - in Hollywoods Topriege. Es folgten Action-Kracher wie "Total Recall", "True Lies" oder "Eraser". Aber auch im Komödienfach versuchte er sich - durchaus erfolgreich mit "Kindergarten Cop". RekordgageFür die Rolle des Batman-Bösewichts Mr. Freeze bekam der österreichische Muskelprotz 1997 eine Rekordgage von 20 Millionen Dollar. Sein heutiges Vermögen wird auf 400 Millionen Dollar geschätzt. FlopsSpätere Flops wie "The 6th Day" (2000) und "Collateral Damage - Zeit der Vergeltung" (2002) waren schnell vergessen, ... ... als Schwarzenegger 2003 mit "Terminator 3" gegen rebellierende Roboter wieder zur Hochform auflief. Er startet wieder im Kino durchNach seiner politischen Karriere und dem medial ausgeschlachteten Ehe-Aus können sich Fans des Schauspielers endlich wieder auf viel Arnie-Action freuen. Der Western "The Last Stand" mit Schwarzenegger als alternder Kleinstadt-Sheriff, der sich an der Grenze zu Mexiko mit Drogenbossen anlegt, ist bereits im Kasten. Er soll Anfang 2013 in die Kinos kommen. Mit Stallone dreht er den Thriller "The Tomb" und er hat auch schon den Zuschlag für "Ten" erhalten. Darin wird er gemeinsam mit Sam Worthington spielen, der bereits in "Terminator: Die Erlösung" eine gute Figur machte - nun darf Worthington bald mit dem Original-"Terminator" Schwarzenegger. Die Story von "Ten": Eine Spezialeinheit raubt ein gefährliches Drogenkartell aus und glaubt, mit den gestohlenen Millionen davon zu kommen. Schreibt AutobiografieWer damit noch nicht genug von Schwarzenegger hat, kann auf seine Memoiren hoffen. Im vorigen Jahr bestätigte sein Sprecher, dass der Schauspieler an einer Autobiografie arbeitet. "Total Recall: My Unbelievably True Life Story" soll auf seine Kindheit, die Karriere als Bodybuilder, Actionstar ... ... und Politiker zurückblicken. Damit könnte Schwarzenegger vermutlich nicht nur ein Buch sondern ganze Bände füllen. Auf sein Wort kann man also zählen. He is back. Mit 65 ist Arnie zurück im Filmbiz und hat mehr zu tun denn je.
VIDEO

"The Last Stand"

Arnold Schwarzenegger will`s nochmal wissen. Ende Jänner kehr der Action-Veteran zurück auf die große Kinoleinwand.

Arnold is back!

Arnold Schwarzenegger will`s nochmal wissen. Mit "The Last Stand" kehrt er Ende Jänner mit einem Actionkracher zurück auf die große Leinwand.

(kurier) Erstellt am

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