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April 1974: Schauspieler David Niven präsentiert einen Award, als Robert Ope  nackig die Bühne entert.
April 1974: Schauspieler David Niven präsentiert einen Award, als Robert Ope  nackig die Bühne entert. - Foto: AP

Letztes Update am 24.02.2013, 06:15

Aufreger bei den Oscars. Nicht immer ging bei der glamourösen Gala alles glatt über die Bühne

Es sollte ein würdevoller Auftritt werden: Als 1974 Oscar-Moderator David Niven Elizabeth Taylor auf die Bühne bittet, bricht das Publikum in Gelächter aus. Ein Mann – nur mit Uhr, Kette und Schnauzer bekleidet – flitzt durch das Bild, die Hand zum Peace-Zeichen erhoben. Er verschwindet so schnell, wie er gekommen ist, hinterlässt aber einen bleibenden Eindruck. Für viele ist das der spektakulärste Moment in der Geschichte der Academy Awards.

Jolie presents the Oscar for Best Adapted Screenpl
Foto: Reuters/GARY HERSHORN
Auch bekleidet waren die Gäste stets für Skandale gut. Ob modisch oder politisch: Aufreger bei den Oscars werden archiviert und bleiben auf ewig abrufbar. Selbst die auf Präzision bedachte Angelina „The Leg“ Jolie leistete ihren Beitrag. Statt ihres Schmollmundes stand 2012 ihr Bein im Fokus und sorgte für Spott. Der für seine Vorliebe für skurrile Outfits bekannte Sacha Baron Cohen erschien 2012 in Diktatoren-Uniform und streute die vermeintliche Asche von Kim Jong II. über den roten Teppich.


Obwohl es nur eine Backmischung war, entfernten Securitys den Schauspieler.

MICHAEL MOORE MAKES ANTI WAR STATEMENT AT OSCARS
Foto: Reuters/Mike Blake
Ganze zehn Jahre ist es her, da spaltete Kult-Regisseur Michael Moore mit seiner Dankesrede für den „Besten Film“ („Bowling for Columbine“) eine ganze Nation. Er kritisierte George W. Bushs „fiktive“ Kriegsgründe und schloss mit den Worten: „Shame on you!“ Die Konsequenz: eine Reform der Oscar-Übertragung im „Land der Freiheit“ – die Gala wird seither zeitverzögert ausgestrahlt. Brisante Inhalte erreichen das Fernsehpublikum nicht mehr.

 

Ein Schreibfehler aus 1938 war ebenfalls folgenreich: Auf dem Namenschild des Oscars für Schauspieler Spencer Tracy stand fälschlicherweise Dick Tracy – die Comic-Figur. Ein vermeidbarer Fehler, künftig werden die Namen der Gewinner erst nach der Verleihung eingraviert. Angenommen hat ihn Tracy trotzdem – im Gegensatz zu drei Siegern, die den Preis verweigerten.

Marlon Brando boykottierte die Gala 1973 aus Solidarität mit der indianischen Bevölkerung. Er ließ sich durch die Aktivistin Sa­cheen Littlefeather vertreten.

Oscars Brando
Foto: AP
Solange sich die Situation ihres Volkes nicht bessern würde, wollte Brando keinen Oscar annehmen. Diese couragierte gesellschaftskritische Aktion führte dazu, dass die Nominierten keine Vertreter mehr zur Preisverleihung schicken dürfen.

(kurier/Lisa Arnold) Erstellt am 24.02.2013, 06:15


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