Albert und Charlene siegen über Klatschblatt

Albert und Charlene
Foto: epa

Die "Sunday Times" muss wegen Bericht über "erzwungene Ehe" zahlen.

Prinz Albert II. von Monaco und seine Ehefrau Charlene haben vor Gericht einen Sieg über das britische Boulevardblatt "Sunday Times" errungen, das von einer "erzwungenen Ehe" der beiden berichtet hatte. Die Vertreter der Zeitung hätten sich entschuldigt und Schadensersatz zugesagt, teilte der Anwalt des monegassischen Paares am Dienstag nach der Verhandlung in London mit. Die Höhe des Schadensersatzes solle später festgelegt werden.

Klatschblatt: Charlene habe fliehen wollen

Charlene Foto: rts Charlene und Albert II. hatten im Juli 2011 in einer prunkvollen Zeremonie in Monaco geheiratet. Zwei Tage später veröffentlichte die "Sunday Times" einen Bericht, dass Charlene zur Hochzeit gezwungen worden sei. Die aus Südafrika stammende Ex-Schwimmerin habe nicht mehr heiraten wollen, nachdem sie von einem dritten unehelichen Kind Alberts erfahren habe. Charlene habe fliehen wollen, Albert aber habe ihren Pass am Flughafen von Nizza beschlagnahmen lassen, hieß es in dem Bericht.

"Keine dieser Anschuldigungen ist wahr", betonte der Anwalt des Paares, Mark Thomson, nun vor Gericht. Der Bericht habe den Frisch-Verheirateten Schmerz und Schaden zugefügt.

Die wundersame Wandlung von Charlene

Das Aussehen von Charlene von Monaco hat sich im Laufe nur einiger Jahre überraschend auffällig verändert. Ob das alleine am Stress der neuen Fürstenrolle liegt? Als sich Albert von Monaco das erste Mal 2006 offiziell mit der südafrikanischen Schwimmerin Charlene Wittstock zeigte, war ganz Monaco hingerissen. Endlich hatte der Schwerenöter eine fixe Freundin, noch dazu eine, die seiner Mutter Grace Kelly in Sachen Schönheit und Stil nacheifern konnte. Die schüchterne Charlene wurde von der Presse aber ganz schnell darauf aufmerksam gemacht, dass sie nicht die feinen Gesichtszüge und ... ... die Eleganz der großen, unnachahmlichen Gracia Patricia hat. Verglichen wird sie dennoch ständig mit ihr. Die Olympia-Schwimmerin, die wegen Schulterverletzungen ihre Sport-Karriere 2009 beendete, nahm sich die Kritik zu Herzen. Vermutlich etwas zu sehr. Die Folge: Innerhalb der letzten fünf Jahre veränderte sie ihr Äußeres im Eiltempo. War sie Anfang 2007 noch ganz natürlich und nicht allzu bedacht in die Öffentlichkeit getreten, so präsentierte sich die Albert-Freundin ... ... bald mit deutlich voluminöseren Lippen. Ihre Falten verschwanden zusehends. Und schon 2009 regten sich bei einem Lächeln von Frau Wittstock nicht mehr allzu viele Gesichtsmuskeln. Kurz vor ihrer Hochzeit am 2. Juli 2011 gab es noch einmal eine Ration Oberlippe. Das Näschen dagegen hat sich auf wundersame Weise verkleinert. Charlene strebt sichtlich nach Perfektion. Als Fürstin von Monaco steht sie permanent in der Öffentlichkeit. Ihrem sensiblen Gemüt scheint das nicht unbedingt zu bekommen - das spiegelt sich vielleicht in infaltionären Besuchen beim Beauty-Doc wieder. Im letzten Jahr hat sich Charlene dann auch noch unnatürlich aufgeplusterte Wangen zugelegt. Wenn die Fürstin heute lacht, sieht das aus, als würde es sie schmerzen. Was vielleicht am Anfang noch zur Optimierung beitrug, wirkt ob der starken Veränderung heute schon fast wie eine Obsession. Merke: Weniger ist mehr - diesen weisen Spruch hatte sicher auch einmal die immer perfekte Grace Kelly auf ihren schönen Lippen.
Es war eine Hochzeit voll Glamour und Glanz. Trotz mediterraner Hitze in Monaco blieb das frisch vermählte monegassische Fürstenpaar während der offiziellen Feierlichkeiten ganz cool. Dafür tanzte die Hochzeitsgesellschaft im Anschluss bis in die frühen Morgenstunden.

Lassen wir den Tag noch einmal Revue passieren. Begleiten Sie das Brautpaar und die Hochzeitsgäste durch die kirchliche Trauung von Fürst Albert II. und seiner Charlene. 

Kommentare zu Etikette und Garderobe hat KURIER.at von Experten eingeholt. Designerin Eva Poleschinski und Thomas Schäfer-Elmayer waren live dabei.

Den Original-Live-Ticker finden Sie im unten stehenden Link. Die 33-Jährige war einfach umwerfend schön, auch beim Traurigschauen. Erst bei der Wedding-Party blickte sie dann generell nicht mehr so zwider drein. Und über den Umstand, dass ihrem Göttergatte bereits bald wieder eine Vaterschafts-Klage ins Haus, äh in den Palast, steht, sagte sie der Bild am Sonntag: "Dass wir hier heiraten zeigt, wie stark unsere Liebe ist und sich nichts zwischen uns drängen kann. Albert und mich hat das Ganze noch mehr zusammengeführt. Jetzt wie auch in Zukunft werden wir uns Hand in Hand allem entgegenstellen, was unser Glück infrage stellt oder gar zerstören will." Heute, Montag, fliegt das Neo-Ehepaar bereits in die Flitterwochen nach Südafrika, die am 4. Juli gleich mit einem Arbeitstermin von Albert beginnen. Der Fürst ist Mitglied des IOC, des Internationalen Olympischen Komitees, das am 6. Juli den Austragungsort für die Winterspiele 2018 wählt.

Am 7. Juli laden die beiden zur nächsten Hochzeits-Sause ins Luxushotel "Oyster Box" nahe Durban ein. Kleines Hoppala am Rande: Eigentlich wollten sie in der Präsidenten-Suite residieren, doch die war angeblich schon besetzt. Mit einem großen Hochzeitsdinner und einem Ball ist die Hochzeit von Fürst Albert und Charlene in Monaco ausgeklungen. Ihr Hochzeitskleid hat Charlene gegen eine weiße Après-Mariage-Kleid mit Volants getauscht, ebenfalls entworfen von ihrem Lieblingsdesigner Giorgio Armani. 

Bild: Die siebenstöckige Hochzeitstorte hatte einen Durchmesser von 1,50 Meter und war 2,50 Meter hoch. Für sie wurden 250 Arbeitsstunden benötigt. Zu dem Festessen von Alain Ducasse waren mehr als 450 Gäste geladen. Der Sterne-Koch servierte unter anderem "Barbaguians" - eine monegassische Spezialität aus Blätterteig. Danach gab es Drachenkopffisch, 17 verschiedene Gemüsesorten aus den Gärten von Roc Agel und Eis mit braunem Zucker. Getrunken wurde Chardonnay aus Südafrika und Champagner aus dem Haus Perrier-Jouët. Um Mitternacht, nach dem kulinarischen Feuerwerk, erstrahlte dann auch der Nachthimmel in bunten Farben. Musikalisch untermalt wurde das Spektakel mit "Streets of Philadelphia" von Bruce Springsteen und "Scatterlings of Africa" von Johnny Clegg. Keine Hochzeit ohne Walzer. Auf einem verspiegelten Boden im Saal der Oper bat Albert nach dem Anschneiden der mehrstöckigen Hochzeitstorte seine frisch Angetraute zum "Fürst Waltz". Etwas steif stand er da und wiegte sie in einem undefinierbaren Takt, ob sich die beiden überhaupt einmal 360 Grad gedreht haben? 450 Gäste waren geladen zum Hochzeitsball im Anschluss an die kirchliche Trauung von Fürst Albert II. und Fürstin Charlene.

Hier einige der Adeligen in ihrer Abendrobe:

Die zweitschönste der Nacht: Charlotte Casiraghi mit ihren zwei Brüdern Andrea und Pierre. Pretty in Pink: Kronprinzessin Mary von Dänemark neben Kronprinz Philippe von Belgien. Victoria von Schweden und Daniel hatten 2010 die herzlichere Hochzeit. Junggesellin: Madeleine von Schweden wäre noch zu haben. Sie kam in Begleitung ihres Brudes Prinz Carl-Philip von Schweden. Königsblau: Silvia von Schweden kam mit König Carl Gustaf Prinz Michael von Kent mit seiner österreichischen Frau Christine Hier sehen Sie noch einmal die schönsten Bilder des Tages.

Der Höhepunkt des Tages und ein historischer Moment war der Tausch der Ringe zwischen Albert und Charlene. 

Beginnen wir mit dem Defilée der Hochzeitsgäste: Unter den Gästen zum Beispiel Ex-007 Roger Moore. Man weiß ja, dass in den Filmen des Geheimagenten Casinos und also auch Monaco immer wieder eine prominente Gastrolle haben. Mary von Dänemark verließ das Hotel de Paris gegenüber dem Casino de Montecarlo. In diesem Hotel logierten die wichtigsten Hochzeitsgäste. Die Zimmerpreise waren an diesem Wochenende dem Ereignis angepasst. Michael Kent, alteingesessener britischer Adel, auf der Treppe des Hotels de Paris. Das Model Victoria Silvstedt nutzte wie viele andere Damen unter den Gästen die Hitze für die Präsentation der neuesten Hutmodelle. Louis de Bourbon aus Frankreich auf dem roten Teppich. Man freute sich, das Fest in Monaco als standesgemäßen Event zu begehen. Am roten Teppich: Edward und Sophie Earl of Wessex. Bunt ist die Farbe des Tages. Bei den Frauen sind es die meist schulterfreien, sommerlichen Kleider, bei den Herren die Uniformen, die allerlei Kombinationsmöglichkeiten erlaubten. Der holländische Thronfolger Willem-Alexander mit Princess Maxima. Die norwegische Mette Marit, eine stille Prinzessin, die immer wieder ihren Hang zum Glamour zeigt. Der Platz vor dem Palast war voll mit euphorischen Gästen und Zusehern. Die Hitze war ihnen an diesem Nachmittag egal. Fächer wurden verteilt. Wasser oder wahlweise Champagner gab es nach der Hochzeitszeremonie.

Die Gäste und Besucher erwartetn eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte Monacos. Und zweifellos eines der größten Feste, die in Europa möglich sind. Jean Michel Jarre, der Sänger, der am Freitagabend ein fulminantes Konzert für das Brautpaar und die Monegassen gab, und sein Garderoben-Privileg. 

Für die anderen männlichen Gäste gilt: Cut oder Uniform. Nur nicht für Nicolas Sarkozy, Präsident von Frankreich. Wie wir gleich sehen werden ... Der Platz vor dem Palast füllte sich jetzt immer mehr. Ein Staatsoberhaupt nach dem anderen traf ein. Das Defilée der schwarzen Limos war beeindruckend. Auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy traf ein. 

Mit einer schwarzen Krawatte, was Herr Schäfer-Elmayer so kommentierte: "Ich halt's nicht aus." 

Und weiter: "Eine schwarze Krawatte trägt man nur in der Disco oder höchstens zur Uniform. Und dann sitzt sie auch noch schlecht."

Was will Sarkozy den Monegassen mit seiner Garderobe sagen? Madeleine, die Prinzessin von Schweden, beim Aussteigen am Platz vor dem fürstlichen Palast. In Reih und Glied: Das Protokoll ist streng. Auch zu den nahen Verwandten. Hier Prinzessin Stephanie und ihre Kinder Louis, Camille und Pauline, rechts Caroline von Monaco.

Von den Enkeln, Kindern und Neffen der Grimaldis sind alle aus allen Erdteilen zusammen gekommen. Stargast um Stargast: Hier Prinz Aga Khan. Er hielt sich an die Vorschriften, was die Wahl der Garderobe anging. Karl Lagerfeld trug dunkel - dunkle Sonnenbrille. Eva Poleschinski zum Thema Lagerfeld und die Grimaldis: "Toll ist, dass er überhaupt da ist. Geht doch Lagerfeld nie auf große Events, außer es handelt sich um eine Fashion Show." Lagerfeld ist bekanntermaßen der Leibschneider von Caroline von Monaco. Adel trifft Kunst. Prinz Emanuele Filiberto von Venedig und Piedmont. In Begleitung von Actrice Clotilde Courau. Der kanadische Cirque du Soleil Gründer Guy Laliberté machte eine kurze Fotopause auf dem roten Teppich, der zur Hochzeitszeremonie führte. Farah Pahlevi, die Frau des verstorbenen Schahs von Persien. Lynette, Sean-Michael und Gareth Wittstock: Die Familie der Braut erwies sich doch als deutlich weniger umfangreich als die des Bräutigams. Deutschland gab sich die Ehre: Der deutsche Präsident Christian und Bettina Wulff. Andrea Casiraghi und seine Freundin Tatiana Santodomingo. Naomi Campbell und ihr Vorsorge-Model, der russische Milliardär VladimirDoronin. So richtig schön war Charlotte Casiraghi, die Tochter Carolines von Monaco. Ihr Boyfriend Alex Dellal fand das sicher auch. Der Tag strebte seinem Höhepunkt zu: Einzug der Braut, am Arm ihres Vaters. Die Designerin Isabell Christensen. Und da ist die Braut. 

Charlene erschien in einem ivory-farbenen Kleid mit, so Eva Poleschinski: "drapiertem Ausschnitt, es hat eine sehr schlichte Silhouette. Ab der Hüfte ist es immer dichter bestickt. Toll ist die Art, wie die Schleppe von Brusthöhe weg angesetzt ist. Schönes Detail: Am Rücken ist das Kleid mit kleinen Knöpfen verziehrt. Wunderschön ist der Schleier. Transparent und von einer filigranen Stofflichkeit. Sehr schlicht."  

Schäfer-Elmayer fasst Polischenskis Kommentar in einem kurzen Satz zusammen: "Das Kleid ist ein Traum." Fünf Meter Schleppe. 

Und keine Schleppenträgerin, die der Braut mit ihrem Hinterteil die Show stehlen könnte. Während Papa Wittstock, so vermutete Schäfer-Elmayer, so aussieht, als "hätte er noch nie einen Cut angehabt." Es gibt eben für alle Dinge im Leben ein erstes Mal.

Frage: Wie sieht man einem Menschen an, ob er sich in dem, was er anhat, wohlfühlt? Schäfer-Elmayer: "Ich erinnere mich an Joschka Fischer in seiner ersten Phase im Anzug. Man spürte einfach, dass er das nicht gewohnt war ..." (Anm.: Joschka Fischer war deutscher Außenminister, nachdem er vorher als grüner Revoluzzer Karriere gemacht hatte.) Die Zeremonie. Sie dauerte ziemlich lang, immer wieder begleitet und auch unterbrochen von sakraler Musik, deren populärstes Highlight am Ende das "Ave Maria", gesungen von Andrea Bocelli war. Der Tausch der Ringe. Ein historischer Moment für den Kleinstaat an der Cote d'Azur. Ein wichtiger Moment: das Lüften des Schleiers. 

Dann kam der Kuss. Es war dann mehr ein Hauch als ein Kuss. Als die Kameras weg waren, gab es sicher mehr. Stephanies Tochter Pauline beteiligte sich an der kirchlichen Lithurgie. Brav. Hände wurden gefaltet ... ... und es wurde brav gelauscht, was der Bischof sagte. Er freute sich über die Verbindung und wünschte dem Brautpaar Gottes Segen.

Wobei die Ehe ja eigentlich erst vom Papst so ganz offiziell und richtig gesegnet wird. Demnächst im Vatikan. Ein Seitenblick auf die Hochzeitsgäste, den inneren Cercle der Hochgesellschaft Europas: Ungeheuerlich bezaubernd das Kleid der Begleitung von Giorgio Armani. Sein Hochzeitskleid entlockte Publikum und Mode-Experten "Ahhs" und "Ohhs". Unglaublich, das Zeremoniell im Freien. Man merkte in vielen Details, wie gut sich das Fürstentum auf diesen Tag vorbereitet hatte. Alle erlebten diese Augenblicke als historisch. Auch wir an den Computerbildschirmen und vorm Fernseher. Jubel und Ausgelassenheit. Dennoch blieb die Stimmung unter den Brautläuten bis zum Ende irgendwie unterkühlt. Wobei das nur aus dem Standpunkt der Beobachter so sein konnte. Und mit den Gerüchten der letzten Tage, den Gerüchten um einen weiteren Vaterschaftstest für Albert und um einen vereitelten Ausbruchsversuch Charlenes, nichts zu tun haben muss ...

Man ist einfach nicht so emotional bei Fürstens. Am Schluss der Zeremonie flossen endlich auch Tränen bei der neuen Fürstin von Monaco. 

Einige Details zu ihrem Kleid: Die Schleppe war 20 Meter lang. Auf dem Kleid wurden 40.000 Swarovski-Kristalle, 30.000 Steinchen in Goldton und 20.000 Perlmutt-Tränenkristalle verarbeitet. 2.500 Arbeitsstunden stecken in dem Kleid, das aus einem 80 Meter langen transparenten Organza-Gewebe bestanden hat.
Wie in Monaco zu erwarten: perfekte Eleganz am Abend beim Dinner der Hochzeitsgäste, das in der Opera Garnier vom 3-Michelin-Sterne-Koch Alain Ducasse ausgerichtet wurde.

Sehen Sie die Uniformen, Roben und Abendkleider der Prinzessinen, Könige und Fürsten Europas. Albert und Charlene auf dem Weg zu Ducassens Hochzeits-Dinner. Die Braut in Weiß, der Bräutigam im Frack mit weißer Weste. 

Ob er die weiße Weste dann auch beim Vaterschafts-Test anbehält? Prinzessin Stephanie von Monaco entsteigt einem fürstlichen Transportmittel. Auf diesem Foto lässt sich leider schwer beurteilen, ob ihr Kleid diesmal ihrer Körpergrösse angemessen ist. Die Großherzögin Maria of Russia plus Begleitung in einem Abendkleid im Stil "Papuschka". Prinz Laurent und  Prinzessin Claire von Belgien. Die Prinzessin in gerafftem Altrosa. Der Prinz kombiniert dazu stilsicher Frack und violette Schärpe. Roger Moore und seine Frau Kristina. Das Rot ihres Kleids erinnert irgendwie an die Farbe des Lotus Esprit, den Roger Moore als James Bond in "For Your Eyes Only" fahren durfte. Kronprinzessin Mary von Dänemark und Kronprinz Philippe von Belgien. Hier haben wir es mit einer etwas verwirrenden optischen Taktik zu tun. Denn das Pink von Madames Kleid wird farblich in der Schärpe des Herrn zitiert. Partnerlook. LVMH-Chef Bernard Arnault und seine Frau Helene Mercier-Arnault. Man darf davon ausgehen, dass der Luxuskonzern die Ausstattung für beide Gäste geliefert hat - muss aber auch nicht sein. Einen Frack gibt es auch woanders, das bordeauxrote Kleid von Madame ebenso. Die dänische Designerin Isabell Kristensen in einem körperbetonenden Traum aus Altrosa. Passend zum Champagner Rosé, der den Abend begleiten wird. Die frühere First-Lady von Frankreich, Bernadette Chirac, in einem etwas großmütterlichen Five o'clock-Tea-Outfit. Von links nach rechts:  Emanuele Filiberto di Savoia und seine Frau, die Schauspielerin Clotilde Coureau,  Prinz Vittorio Emanuele di Savoia und seine Frau Marina Doria. Klassisch und stilsicher: Lady in red. Prinzessin Mathilde von Belgium in Lila auf dem Weg in die Opera Garnier. Pierre, Charlotte und Andrea Casiraghi auf dem Weg zum Dinner, die beiden Herren comme il faut im Frack, Mademoiselle Charlotte, eine der schönsten Frauen des Abends, in einem blassblauem langen Abendkleid mit einem Cape. Prinz Carl-Philip von Schweden und Princess Madeleine von Schweden, er in einer klassischen Marine-Uniform. Die Prinzessin in einem eng anliegenden langen Kleid, das uns irgendwie an ein Geschenkpapier erinnert. FIA Präsident Jean Todt und seine Frau Michelle Yeoh. Frau Yeoh, aus dem Kino bekannt als Frau der Kampfkünste trägt ein kampflustiges Grün. Jean Michel Jarre, der am Freitag eine fulminante Musik- und Lichtshow für das Hochzeitspaar gab und ganz Monaco jubeln ließ, verzichtet als Künstler auf eine Fliege. Er kommt in Begleitug einer Dame, die mit der Wahl ihres Kleides guten Geschmack beweist. Schlicht und elegant. Schwedens König Carl XVI Gustaf in Uniform und Königin Silvia in einem recht signalstarken Blau. Wobei die Königin auch dank ihres Diadems die Blicke auf sich gezogen haben mag. Werfen wir noch einmal einen Blick auf die Abendrobe der Tochter von Caroline von Hannover: Charlotte Casiraghi Hier noch einmal die schwedische Prinzessin Madeleine in ihrer textilen Geschenkpackung. Kronprinzessin Victoria  von Schweden und der norwegische Prinz Haakon. Die Kronprinzessin in einem Kleid, das ihrer dezent-elganten Erscheinung Form verleiht. Sie trägt, wie es sich für eine Kronprinzessin gehört, eine Krone. Die ernsthaftige Bekleidung der Abendgäste beim Diner in der Opera Garnier stand ja in einem Gegensatz zur sommerlichen Buntheit der Gäste am Nachmittag. 

Für KURIER.at kommentierte Mode-Designerin Eva Poleschinski die Outfits. Übrigens bevor sie sich auf den Weg zur Berliner Fashion Week machte, wo sie kommende Woche vier Shows haben wird.

Im Bild: Die Prinzessinnen Stephanie (Zweite von links), ihre Kinder Louis, Camille und Pauline, sowie Prinzessin Caroline (rechts) geben den luftigen Ton an. Auch Charlotte Casiraghi (neben Freund Alex Dellal) kommt sommerlich. Poleschinski: "Die Länge ist okay, weil sie eben jugendlich ist. Das Outfit ist schlicht und schön, nur die Blüten am Reifen des Schleiers sind zuviel. Weil auch die Knöpfe des Kleides in Blütenform sind." Ihr Bruder Andrea Casiraghi hat es wie alle Männer leichter und kommt im Cutaway zu des Onkels Hochzeit. Seine Freundin Tatiana Santodomingo bekommt von unserer Expertin Lob: "Ein sommerliches, romantisches Kleid mit raffinierter Schulterpartie. Zum starken Pink des Kleides sind Schuhe, Tasche und Hut im gleichen Ton Vanille gut gewählt." Aber natürlich sind alle auf ein ganz bestimmtes Kleid neugierig. Und den ersten Blick darauf bekommt man von hinten: Charlene kommt zu ihrer Hochzeit in einem "ivory-farbenen Armani-Kleid". Poleschinski: "Es hat eine sehr schlichte Silhouette von vorn und ist sehr, sehr elegant. Das Oberteil ist minimalistisch bestickt, nach unten hin ist es auslaufender. Und ein toller, reduzierter Schleier, auch weil er nicht bestickt und ohne Schnickschnack ist."

Armani ist - das sei verraten - aber nicht nur dieses Kleides wegen der Star des Tages. Als Wittstock von ihrem Vater Michael zum Altar gebracht wird, sieht man auch die 5-Meter-Schleppe: "Mitunter das Highlight der Robe. Im Rückenteil auf Brusthöhe in sehr großen Falten angesetzt, die eine perfekte Synergie mit der Armdrapierung ergeben." Charlenes Brautjungfer Donatella Knecht de Massy hat sich für "ein ganz schlichtes Kleid im Pastell-Mintton" etnschieden. Poleschinski meint, die "Proportionen sind nicht gut umgesetzt", wir sagen: Perfekt mit der Braut abgestimmt. Quasi das Modell Anti-Pippa - Wie stehle ich der Braut nicht die Show? An dieses Motto hält sich auch Charlenes Trauzeugin, Mode-Designerin Isabell Kristensen. Poleschinski ist voll des Lobes für die Kollegin: "Eine im griechischen Stil aus Seiden-Chiffon drapierte, asymetrische Robe in einem Nude-Grauton. Sehr feminin, sehr passend, toll, cool, super!" Und natürlich will auch die Brautmutter der künftigen Fürstin nicht die Blicke stehlen. Lynette Wittstock trägt ein "sehr feminines Outfit mit tollem Dekolletee. Das macht sie sehr jugendlich. Der Hut dazu ist ebenfalls cool."

Charlenes Brüder Sean-Michael und Gareth natürlich im Cutaway. Ein bisschen bunter treiben es die nicht verwandten Gäste. Sie verleihen der Hochzeit den farbenfrohen Touch, wenn auch durchwegs elegant. Die Begleitung von Cirque du Soleil-Gründer Guy Laliberté etwa hat einen "freaky Look, der aber sehr okay ist. Das absolutes Highlight bei diesem Outfit ist der Hut, der gewagt avantgardistisch ist." Ebenfalls in Rot: Die Prinzessin von Venedig und Piemont, Schauspielerin Clotilde Courau (hier mit ihrem Prinzen Emanuele Filiberto). Poleschinski: "Dieses Kleid ist einmal wirklich etwas Anderes, weil in sehr starkem Rot und auch wegen der Rüschen auffällig. Aber es ist gut, auch auf einem solchen Anlass. Die Rocklänge ist an der Grenze, aber im Sommer an der Côte d'Azur auch erlaubt." Ebenfalls bunt ist Naomi Campbells (mit ihrem Freund, dem russischen Milliadär Vladimir Doronin) Outfit: "Eine sehr sommerliche Robe mit wunderschönem, floralen Print. Damit schaut sogar Naomi harmlos aus, sehr romantisch." Das fliederfarbene Kleid von Musiker Jean-Michel Jarres Begleitung findet Poleschinski "schön, aber die Masche am Hut ist zuviel." Majestät Farah Pahlavi (von Persien) beweist auch Mut zur Farbe und überzeugt unsere Expertin absolut: "Toller Farbton, sehr klassisch, sehr passend. Die Turban-ähnliche Kopfbedeckung passt gut, auch zu ihren Wurzeln, und ist durchaus erlaubt." Das farbenkräftigste Outfit hat wohl Prinzessin Maxima, ihr Gelb erinnert neben Willem-Alexanders weißer Uniform zwar etwas an Dotter, aber Poleschinski findet das gut: "Gute Farbe, toller Hut. Ganz einfach." Etwas dezenter, vielleicht weil etwas weniger adelig, gibt sich Bettina Wulff, Ehefrau des deutschen Bundespräsidenten Christian. Noch etwas dezenter im Ton ist das Outfit von Schweden-Prinzessin Madeleine. Poleschinski: "Das ist sehr 'Prinzessin' - romantisch, klassisch, nicht auffälig. Ein Puffärmelchen-Ansatz, ein bestickter Grtüel. Dazu wunderschön eingedrehtes, wallendes Haar. Eine Prinzessin eben." Schwester Victoria (mit Prinzgemahl Daniel Westin) hat sich mehr für Bläuliches und mehr für ein "bezauberndes Sommerkleid" entschieden. Auch im Türkis-Ton, aber deutlich kräftiger das schöne Outfit Marys von Dänemark. Highlight: Wieder einmal der Hut. Besonderes Lob erntet das Outfit von Louis de Bourbons Begleitung: "Absolut top. Bestickte Organza, toll kombiniert mit einem auffälligen Hut. Anthrazit (Kleid) und Nude (Schuhe) ist außerdem eine tolle Farbkombination." Auch das Kleid von Florentine Leconte, Gattin des französischen Ex-Tennisspielers Henri, wäre schön, aber "leider ist es bei diesem Anlass zu kurz. Obwohl sie absolut die Figur dazu hat, schöne Beine. Dieses Nachtblau ist eine tolle Farbe." Das Outfit des schwedischen Modells Victoria Silvstedt überzeugt Poleschinski nicht vollends: "Es sieht aus wie ein Jersey-Kleid, also nix Besonderes. Aber sie hat es dennoch gut gelöst mit dem Accessoires 'großer Hut'." Durchaus gelungen ist dafür der Auftritt von Roger Moore und seiner Ehefrau Kristina. "Sie trägt ein zartrosa Chiffonkleid, im Corpus zweilagig gearbeitet, damit es blickdicht ist. Unterschiedlich große Blumen auf dem Corpus, dazu einen weißen, floral inspirierten Hut und eine dem Kleidton angepasste Clutch. Sehr schön." Ebenfalls dezent, ebenfalls sehr gelungen: Das Kleid der norwegischen Prinzessin Mette-Marit. Kommen wir zurück zu Giorgio Armani. Der entwarf nicht nur das Kleid der Braut (womit man auf einer Hochzeit immer etwas zu melden hat), sondern bringt zur Hochzeit eine Dame mit, die für Eva Poleschinski das "beste Outfit des Tages" ist: "Sehr speziell vom Schnitt her, toller Farbakzent schwarz-weiß im Innenteil, sehr sehr extravagant, große Liebe! Und der Hut ist perfekt. Besonders schön, dass der Schulter-Capeansatz auf Hüfthöhe mit dem Kleid verbunden ist, dadurch wirkt das Schwarzweiß-Farbspiel perfekt." Und um auch einmal von Männern zu reden: Die tragen bis auf wenige Uniform-Ausnahmen ausschließlich Cutaway. Da kann man laut Schäfer-Elmayer wenig falsch machen. Aber bei Karl Lagerfeld wird dann auch Poleschinski ehrfürchtig: "Das sind superschöne Handschuhe dazu."
(APA / mich) Erstellt am

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