Letztes Update am 17.10.2012, 16:30
Walde Huth: Porträts der Nachkriegszeit.
Mit Eigenwilligkeit, Talent und Kreativität war die Kölnerin Walde Huth eine der ganz großen Ikonen der Fotografie im 20. Jahrhundert.
Elegant, beeindruckend zeitlos und sorgfältig inszeniert - dadurch zeichnet sich die Porträt- und Modefotogafie von Walde Huth aus. Eine Ausstellung in der Hamburger Galerie Hilaneh von Kories widmet sich nun dem Werk der Kölner Fotografin.Bild: Ambre, Atelier Schmölz+Huth, 1965
Geboren 1923, will die junge Walde Huth zunächst Schauspielerin werden. Dann eifert sie jedoch ihrem Vater, einem Ingenieur und begeisterten Amateurfotograf, nach. Sie geht an die Hochschule in Weimar, um dort das Fotografenhandwerk zu lernen.Bild: Foto Shooting für Givenchy, Avignon, 1955
"Farbe ist Kitsch." So lautet zunächst Walde Huths Einstellung zur langsam aufkommenden Farbfotografie. Doch während des Kriegs arbeitet die Fotografin in einer Entwicklungsabteilung für Farbfotografien bei Agfa und lernt auch die Möglichkeiten der farbigen Bildgestaltung zu schätzen.Bild: Krug mit Spiegel, Lichtbildwerkstätte Esslingen, ca. 1945 – 1953
Ob nüchterne Sachaufnahme, einfühlsames Portrait oder spielerische Modeaufnahme: Die Fotografin verstand es, den Blick des Betrachters zu fesseln.Bild: Harald Kreutzberg, Solotänzer, im Theater der Württembergischen Landesbühne, Esslingen am Neckar, 1952
Mitten im Krieg besteht die junge Fotografin nach dreijähriger Lehrzeit die Abschlussprüfung mit Auszeichnung.Bild: Brigitte Wegener, Weimar, 1942
Walde Huths Arbeiten sind geprägt von ihrem genauen Gespür für perfekte Lichtsetzung und grafischer Bildkomposition.Bild: Hanspeter Fitz, Maler-Bildhauer, 1955
Als Allround-Fotografin bot Walde Huth von Porträts über Theater- und Kunstaufnahmen auch Werbe- und Modefotografien an.Bild: New Look Konzept, Dior, Lucky (Lucie Daouphars), Paris, 1955
Durch die Modefotografie bereist Walde Huth die Welt. Ihre berühmtesten Aufnahmen entstehen in Paris.Bild: Patricia, Paris, 1955
In der französischen Metropole fotografierte Walde Huth die Mannequins der Zeit nicht im Studio, sondern vor dem Eiffelturm, an der Seine, im Kontrast zur Architektur und zum Pariser Alltag.Bild: Patricia, Jacques Fath, Paris 1955
Bald wird man auf die Modefotografin, die ihre Arbeit auch in internationalen Magazinen veröffentlicht, aufmerksam. Doch einen Vertrag mit der Vogue lehnt sie ab - denn zusammen mit ihrem Mann, dem Architekturfotografen Karl Hugo Schmölz, gründet Walde Huth 1958 das gemeinsame Atelierhaus-Studio "schmölz+huth" in Köln.Bild: Ein Mocca-Kännchen aus Metall, Lichtbildwerkstätte Esslingen, ca. 1945 – 1950
Nach dem Tod ihres Ehemannes 1986 hat Walde Huth mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen.Bild: Ernst Jünger, 1949
Die Fotografin muss ihr Atelier verkaufen und verarmt zunehmend.Bild: Hugo Kükelhaus, 1975
Walde Huth veräußerte 2006 das gesamte Archiv des Studios "schmölz+huth", sowie ihr komplettes eigenes fotografisches Werk an den Kölner Sammler Horst Gläser.Bild: Die handgestrickten Skistrümpfe, Lichtbildwerkstätte Esslingen, ca. 1945 – 1950
Am 11.11.2011 stirbt Walde Huth 88-jährig bei einem Wohnungsbrand.Bild: Sonnenblume im Spiegel, Lichtbildwerkstätte Esslingen, ca. 1945 – 1950
(kurier)
Erstellt am 14.09.2012, 16:19