Eleganz kennt kein Ablaufdatum

"Sie war nicht dieses himmlische Geschöpf", erzählt ihr letzter Partner in einem Interview über Audrey Hepburn (1930-1993).

Die Rolle einer englischen Prinzessin, die sich in Rom in einen amerikanischen Journalisten verliebt, war für die grazile und elegante Audrey Hepburn maßgeschneidert. Ziemlich genau 60 Jahre ist es her, dass der Hollywood-Neuling in der romantischen Komödie "Ein Herz und eine Krone" an der Seite von Gregory Peck über Nacht berühmt wurde. Mit ihren großen Augen und ihrer Anmut konnte sie auch die Herzen der Oscar-Wähler und damit die begehrte Trophäe als beste Hauptdarstellerin gewinnen. Vor 20 Jahren (20. Jänner) starb die unvergessene Leinwandprinzessin im Alter von 63 Jahren in ihrer Schweizer Wahlheimat in der Ortschaft Tolochenaz. Sie ist dort begraben. Bild: Hepburn 1990 "Sie war nicht dieses himmlische Geschöpf", erzählt der niederländische Schauspieler Robert Wolders (76) in der jüngsten Ausgabe der US-Zeitschrift "People". Er war Hepburns Partner in den letzten dreizehn Jahren ihres Lebens. "Sie war eine robuste Frau mit einem deftigen Humor." Über ihre Schönheit hinaus habe sie eine ganz besondere Ausstrahlung gehabt.
Bild: Hepburn und Wolders bei Ronald Reagan. Die Schauspielerin wurde als Tochter einer holländischen Baronin und eines britisch-irischen Bankiers 1929 in Brüssel geboren. Nach der Scheidung der Eltern kam die Zehnjährige in London aufs Internat, wo sie ihre Liebe zum Ballett entdeckte. Die Kriegsjahre verbrachte sie bei der Mutter in Holland, wo sie als Tänzerin Geld für den Widerstand gegen die deutsche Besatzung verdiente. Nach dem Krieg setzte sie den Ballettunterricht in England fort, arbeitete als Fotomodell und erhielt kleine Filmrollen, bis sie 1951 für die Hauptrolle in dem Broadway-Musical "Gigi" entdeckt wurde. Dann ging es in den USA schnell nach oben. Nach ihrem Oscar-Gewinn für "Ein Herz und eine Krone" riss sich Hollywood um die zarte dunkle Schönheit, die so gar nicht dem gefragten Sexbomben-Appeal einer Marilyn Monroe entsprach. Bild: "Wie klaut man eine Million?" Regisseur Billy Wilder verpflichtete sie neben Humphrey Bogart als Chauffeurstochter in dem Film "Sabrina", was ihr eine weitere von insgesamt vier Oscar-Nominierungen einbrachte. Die anderen holte sie sich als Ordensschwester in "Geschichte einer Nonne", als Model auf Männersuche in "Frühstück bei Tiffany" und als bedrohte Blinde in dem Thriller "Warte bis es dunkel ist". Großen Erfolg hatte die Schauspielerin auch als das Blumenmädchen Eliza Doolittle in dem Hit-Musical "My Fair Lady". Doch mit Ende 30 zog sich Audrey Hepburn fast ganz aus dem Filmgeschäft zurück. Ihre Ehe mit dem Schauspieler Mel Ferrer, Vater von Sohn Sean, ging 1968 in die Brüche. Auch die Ehe mit dem italienischen Psychologen Andrea Dotti, Vater von Sohn Luca, wurde geschieden. 
Bild: Hepburn mit Ehemann Mel Ferrer An der Seite von Sean Connery kehrte Hepburn 1976 in "Robin und Marian" noch einmal auf die Leinwand zurück. Ihren letzten kurzen Filmauftritt - als Engel - verschaffte ihr Steven Spielberg 1989 in "Always". Zu diesem Zeitpunkt ging der publikumsscheue Hollywoodstar bereits in seiner Rolle als UNICEF-Botschafterin auf. Für ihr soziales Engagement erhielt die Schauspielerin auch ihre letzte Auszeichnung, die sie aber nicht mehr persönlich in Empfang nehmen konnte. Im März 1993 wurde ihr posthum der Ehren-Oscar für humanitäre Verdienste verliehen. Nach dem Tod der Mutter gründeten die Söhne den "Audrey Hepburn Children's Fund". Erlöse aus Versteigerungen und anderen Aktionen fließen der Stiftung zu. Ein Spitzenkleid, das Hepburn 1953 in dem Klassiker "Ein Herz und eine Krone" trug, brachte 2011 bei einer Auktion knapp 100.000 Euro ein. Ihr berühmtes schwarzes Givenchy-Cocktail-Kleid aus "Frühstück bei Tiffany" kam 2006 für fast 700.000 Euro unter den Hammer. Eine Briefmarke mit dem Konterfei der schönen Hollywood-Legende wurde 2005 als teuerste deutsche Marke der Nachkriegszeit für 135.000 Euro versteigert.

  

(apa, red. / mich) Erstellt am

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