Letztes Update am 04.10.2012, 10:37
Abramowitsch: Das Luxus-Leben des Chelsea-Chefs.
Roman Abramowitsch besitzt die größte Yacht der Welt, U-Boote, unzählige Villen und einen Fußball-Club. Geboren wurde er aber in ärmlichsten Verhältnissen, mit vier Jahren war er Vollwaise.
Er sitzt auf der Fan-Tribüne, trägt Converse, Jeans und eine Sport-Uhr um 100 Euro. Oligarch, Multi-Milliardär und Fußballclub-Besitzer Roman Abramowitsch gibt sich äußerlich bescheiden. Mit der Freude über den Sieg seines Clubs Chelsea bei der Champions League ist er zurückhaltend, dabei hat er seit 2003 eine Milliarde Euro in den Verein gesteckt.Mehr über Abramowitsch, den Milliardär, Kunstsammler und Fußball-Verrückten ...
Arme Verhältnisse Das Vermögen von Abramowitsch wird auf 12 Milliarden Dollar geschätzt. Er gilt als einer der reichsten Männer der Welt. So eine Zukunft hätte man dem russischen Waisenkind aus Saratow an der Wolga sicher nicht prophezeit. Schließlich ist er in ärmlichen Verhältnissen ohne große Karriere-Chancen aufgewachsen.
Mit vier Jahren VollwaiseDer 1966 Geborene verliert seine Mutter als er 18 Monate alt ist. Sie stirbt an einer illegalen Abtreibung. Sein Vater verunglückt bei einem Bau-Unfall als er vier Jahre alt ist. Der Onkel väterlicherseits nimmt sich seiner an. Doch auch seine Jugend soll keine Schöne gewesen und von traumatischen Erlebnissen geprägt worden sein.
Er geht nach MoskauNach der Schule zieht er nach Moskau zu seinem zweiten Onkel. Abramowitsch soll an der Ukhta Universität mit dem Wirtschaftsstudium begonnen und sich im Anschluss am Moskauer Gubkin-Öl-und-Gas-Institut für Ingenieurwissenschaft eingeschriebenen haben. Beide Unis bestreiten jedoch, dass Abramowitsch inskribiert ist.
Zwei Ehen1987 heiratet er eine gewisse Olga. Die Ehe hält lediglich drei Jahre. Er lernt Irina (Bild) kennen, eine Stewardess. 1991 heiratet er erneut. Die beiden haben fünf gemeinsame Kinder.
Sein erstes VermögenDer damals 21-Jährige ist mutig und kauft sich nach der Öffnung von Russlands Wirtschaft zu Kleinstpreisen in ein privatisiertes Unternehmen ein. Gumminieten und Fußbälle werden hergestellt. Das Geschäft läuft gut. Nach kurzer Zeit verkauft er die Firma und macht damit sein erstes Vermögen.
Er scheffelt Millionen1993 steigt er ins Ölgeschäft ein. Sein Startkapital sollen 5.000 Tonnen Heizöl gewesen sein, die er sich angeblich mit Hilfe gefälschter Dokumente zu Eigen machte. Entscheidend für Abramowitschs Karriere war die Begegnung mit einem der reichsten Männer Russlands: Boris Beresowski. Mit dem Oligarchen baut er ein Firmenimperium auf. 80 Prozent halten sie an Sibneft, dem fünftgrößten Ölkonzern Russlands.
Er gilt als "Präsidenten-Macher"Mit dem Staatsoberhaupt Boris Jelzin sind Beresowski und Abramowitsch eng befreundet. Die Machtübernahme von Putin im Jahr 2000 spaltet das Dream-Team jedoch.
Hält Putin die StangeBeresowski fällt bei Putin in Ungnade weil er sich in politischen Fragen zu sehr einmischt. Abramowitsch hingegen unterstützt die Linie des neuen Ministerpräsidenten - er hat angeblich sogar Mitspracherecht bei allen Ministern, die von Putin angelobt werden. Beresowski wird seit 2001 in Russland wegen Korruption und Geldwäsche gesucht und lebt im Exil in Großbritannien.
Er wird Gouverneur - und genießt ImmunitätAbramowitsch dagegen macht politische Karriere und gibt den großen Wohltäter. 2000 wurde er zum Gouverneur der Region Tschukotka gewählt. Detail am Rande: Der Gouverneursposten ist mit strafrechtlicher Immunität verbunden.
Der große WohltäterMit seinem Privatvermögen errichtet er Krankenhäuser, Schulen, Hotels und Kindergärten in der verarmten Gegend. Mehrere hundert Millionen Euro lässt er sich die sozialen Taten kosten, die Sympathien Russlands gibt`s inklusive.
Einer der reichsten MännerAls er 2005 die Anteile von Sibneft an den halbstaatlichen Gaskonzern Gazprom verkauft, avanciert er zu einem der reichsten Männern der Welt.
Fußball-Club für 210 Millionen EuroSchon 2003 kauft der fußball-begeisterte und in England lebende Abramowitsch den maroden, englischen Fußball-Verein Chelsea um 210 Millionen Euro - und die weltbesten Spieler gleich dazu.
2012 gibt es dann endlich die Belohnung für die in den Verein gebutterte Milliarde. Chelsea gewinnt das Champions League Finale gegen Bayern München.
Yachten im ÜberflussNicht nur ein Fußball-Club gehört ihm: Abramowitsch kauft Yachten wie andere Fahrräder. Gleich mehrere der weltgrößten Luxusschiffe liegen in seinem Hafen. Seit 2006 besitzt er mit der "Eclipse" die größte Yacht der Welt.
Seine Mega-Yacht "Pelorus" kostete 254 Millionen Euro. Auf die lädt der als schüchtern und zurückhaltend bekannte Multi-Milliardär dann illustre Gäste wie ...
Promis als Freunde... Madonna, Bono, George Lucas, Demi Moore und viele andere ein. Eine Silvestersause auf St. Barths ließ er sich einige Millionen kosten. Die Einladungen des Russen gelten als heiß begehrt, auch bei Promis. Auch zwei U-Boote besitzt der kauffreudige Russe. Die hat er für "läppische" 16,9 und 3,9 Millionen Euro erstanden.
Villen auf der Welt verstreutIn seine unzähligen Villen, wie jene in Südfrankreich, quartiert sich auch schon mal Ex-Präsident Dmitri Medwedew für einige Tage ein.
Scheidung um 300 Millionen Euro2006 kommt es zur Scheidung von Irina. 300 Millionen Dollar bekommt die angeblich betrogene Ehefrau von ihm. News of the World meinte zu wissen, dass er eine seeehr innige Beziehung mit ...
... der damals 23-Jährigen Dasha Schukowa hat.
Die Neue ist um 14 Jahre jüngerSchon kurz nach der Trennung von Irina zeigte der 46-jährige Abramowitsch seine neue, junge Freundin - Dasha Schukowa. Sie ist Russin, ging in den USA und England zur Schule und wurde dank Milliardärs-Papa Alexander Zhukov in Russlands Geld-Elite geboren.
Dasha Schukowa: Eine gute PartieSie gilt als extrem gute Partie - nicht nur weil sie millionenschwer ist. Dasha ist auch schön - sie modelte während ihres Studiums - ist kunstsinnig, hat Stil und ist bekannt für ihre bodenständige Art und ihren Intellekt.
Vor Abramowitsch war sie mit Tennis-Star Marat Safin liiert. Für Dasha soll Abramowitsch zwei weltbekannte Gemälde ersteigert haben.
Gemälde für die FreundinLucian Freuds "Benefits Supervisor Sleeping" (Bild) hat er bei Christie`s um 22,36 Millionen gekauft, ebenso wie Francis Bacons "Triptych" für 57,2 Millionen Euro.
Dasha will etwas bewegenGeschenke für Dashas 2008 eröffnete Kunstgalerie in Moskau quasi. "Eigentlich liebe ich Physik. Aber Kunst ist ein Feld, auf dem ich für mein Land etwas bewegen kann", sagte sie dem Wall Street Journal.
Diese Einstellung scheinen beide gemeinsam zu haben. Auch Abramowitsch will etwas bewegen - ob in Russland als sozialer Wohltäter oder als Fußball-Club Besitzer in England. Geld alleine macht nicht glücklich - vielleicht aber in Verbindung mit Bestätigung und Anerkennung.
(kurier)
Erstellt am 22.05.2012, 08:22