Letztes Update am 28.06.2012, 17:54
Nicht alle Filmschaffenden gehen gerne ins Kino: Brandauer entschlummert, Haneke mag keinen Popcorn-Geruch.
Zum Lachen gibt es beim österreichischen Film oft nicht viel. Denn für den großen Spagat zwischen Kunst und Unterhaltung muss man sehr gelenkig sein. Also gilt die Prämisse "entweder oder". Vergleichbar mit der bevorzugten Kleidung der Filmemacher: entweder ganz schwarz oder eben nicht.
Umso erstaunlicher, dass die 9. Gala der "Freunde der Filmakademie Wien" heuer so bunt erschien. Die Tristesse der Vorjahre schien verflogen. Besonders bemerkenswert war die gute Laune der zwei Schauspieler, die mit dem "Preis ohne Namen" ausgezeichnet wurden (Anregung für das Jubiläumsjahr 2013: Vielleicht findet man doch noch einen Namen?): Klaus Maria Brandauer wirkte entspannt wie nie, an seiner Seite seine schöne Frau Natalie . Über den Preis der Akademie freute er sich sehr: "Lustig ist, dass ich doppelt so alt bin wie meine ehemalige Schülerin Birgit Minichmayr und wir heute den gleichen Preis bekommen." Seine "Kinobegeisterung" sei begrenzt: "Ich habe das Problem, dass ich sehr schnell wegschlummere und mir wahnsinnig schnell fad wird. Das hat nichts mit dem Film zu tun."
Auch Minichmayr war redseliger als sonst. Über ihr bevorzugtes Genre im Kino sagte sie: "Ich hab’s nicht so mit Ballermann-Filmen. Ich schaue mir sperrige Filme an. Ich entspanne mich im Kino nicht, ich denke nach."
Regisseur Michael Haneke, der heuer in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde: "Ich gehe ungern ins Kino. Ich schaue die Filme zu Hause an, denn Kino ist mit Lärm und Popcorn-Geruch verbunden. Ich möchte mich konzentrieren." Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky ist anderer Meinung: "Kino ist etwas Lebendiges. Geräusche gehören dazu. Ich mag’s, wenn geklatscht wird."
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