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KURIER Romy 2014

Letztes Update am 14.11.2012, 15:36

Jenseits von Gut und Böse.

Bankenhilfe ist nicht gleich Bankenhilfe. Häuser wie die Erste oder Raiffeisen zahlen acht und mehr Prozent Zinsen für das staatliche Hilfskapital. Unterm Strich ist das ein Bombengeschäft für die Republik. Denn der Bund finanziert sich im Bereich der zehnjährigen Staatsanleihen bereits zu einem Niveau von unter 1,8 Prozent.

Ganz anders schaut es bei den Banken-Sorgenkindern aus und hier vor allem bei der Hypo Alpe-Adria. Das Kärntner Fass ohne Boden verschlingt jetzt nochmals 1,5 Milliarden Euro, um die Kapitalvorschriften der Aufsicht zu erfüllen. Sprich die Risiken abzudecken, die noch immer in der Bank stecken. Ganz zu schweigen von jenen drei Milliarden, um die der Bund als Hypo-Alleineigentümer noch mit Bayern kämpft.


Übrig bleibt: Nicht nur fließt ein sehr hoher Anteil der – oft aus Unkenntnis – kritisierten Bankenhilfe in das Kärntner Milliardengrab. Im lustigen Süden tickt auch eine der schärferen Budgetbomben für Rest-Österreich. Übrigens, was den Süden Europas betrifft: Nicht nur Österreich und Deutschland, sondern auch Finnland oder die Niederlande zahlen bereits deutlich unter zwei Prozent für die Aufnahme neuer Schulden. Das billige Geld wird jedoch teuer an Griechenland in Form sogenannter Hilfskredite weitergereicht. Athen zahlt dafür 3,5 Prozent an Zinsen. Wer es mit der Hilfe ernst meint, sollte die Zinsen zumindest auf jenes Niveau senken, das man selber bezahlen muss. Am Elend der Griechen auch noch zu verdienen, ist wirklich jenseitig.

(KURIER) Erstellt am 14.11.2012, 15:36


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