Faymann sollte die Helfer vergolden

Der Staat will nun auch Spendern in die Tasche greifen. Das ist dreist und dumm.

3,7 km Grenzzaun in Spielfeld kosten rund 1 Million pro Jahr. Das Innenministerium will das teure Stück an 12 neuralgischen Stellen im Osten und Süden kopieren. Im vergangenen Halbjahr haben die Erste-Hilfe-Profis von Rotem Kreuz bis Volkshilfe fast 1 Million durchreisende Flüchtlinge mit Notschlafstellen und Lebensmitteln versorgt – unterstützt von Hunderten freiwilligen Helfern, Bergen von Sach- und vielen Geldspenden. Ohne den großherzigen und monatelangen Einsatz der Zivilgesellschaft hätte Vater Staat trotz Polizei und Heer schon binnen Wochen kapituliert.

Der Finanzminister ist den Helfern etwa jenen Betrag an Kostenersatz schuldig, den der Staat im Extremfall für Grenzzäune aufwenden will. Jetzt wollen weltfremde Bürokraten, dass Spenden für "Transitflüchtlinge" von der offenen Rechnung "abgezogen" werden. Abgesehen davon, dass das praktisch unmöglich ist, bleibt die Botschaft: Wer hilft und spendet, wird am Ende auch noch vom Staat mit Knausrigkeit bestraft. Die FPÖ triumphiert: Endlich werde den Gutmenschen der Geldhahn zugedreht. Hat Strache bereits klammheimlich das Ruder übernommen?

Bislang galt die eiserne Regel: Spenden für Not- und Katastrophenfälle werden vom Staat verdoppelt. Eine Regierung, die mehr denn je auf den Goodwill und Langmut ihrer Bürger angewiesen ist, sollte ihre freiwilligen Helfer vergolden.

(kurier) Erstellt am
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