Letztes Update am 17.01.2013, 06:00
Hollandes Mali-Initiative ist richtig. Die Erfolgsaussichten sind dennoch dünn.
„Auf die Franzosen ist Verlass“ (Neue Zürcher Zeitung), „Gerechte Mission in Mali“ (The Times), „Frankreich hat Verantwortung übernommen“ (Le Figaro) – so viel Zustimmung hatte der daheim zuletzt arg gebeutelte französische Präsident noch nie. Und man darf François Hollande auch nicht unterstellen, dass er sich aus Kalkül (Zusammenrücken gegen den Außenfeind) in das Mali-Abenteuer stürzte.
Dass Frankreich die Initiative gegen die vorrückenden islamistischen Rebellen in dem Wüstenstaat ergriff, ist gut und richtig: Es galt und gilt, ein neues terroristisches Zentrum vor den Toren Europas zu verhindern. Dennoch: Das Risiko ist groß. Ein Land, mehr als doppelt so groß wie Frankreich, mit ein paar Tausend Soldaten von Islamisten zu säubern (wohin?), birgt die Gefahr eines zweiten Afghanistan. Und wenn der Vergeltungsterror Frankreich trifft, kann die Zustimmung für Hollande auch rasch kippen. So gerechtfertigt sie jetzt ist.
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