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KURIER

Letztes Update am 13.11.2012, 16:47

Sex ist Privatsache. In der Petraeus-Affäre ist nur eines relevant: Geheimnisverrat ja oder nein.

Sex, we can“ – in Amerika reden alle über die amouröse Affäre von Ex-CIA-Direktor David Petraeus, in die jetzt auch der Befehlshaber der internationalen Truppe in Afghanistan, John Allen, hineingezogen wird. Spannendes Infotainment. Doch ist ein Seitensprung des Vier-Sterne-Generals a. D. wirklich wichtig für die Zukunft des Landes? Ja, aber nur in einem Fall: Dann nämlich, wenn er militärische oder sicherheitsrelevante Informationen weitergegeben hat.
Kam es dazu, ist das ein Skandal. Wurden Bett und Akten aber sorgfältig getrennt, schaut die Sache anders aus. In diesem Fall ist der CIA-Chef zwar eine brisante Liaison eingegangen, um deren Risiko der stramme Soldat wusste, die er aber mit sich, seinem Gewissen und jetzt mit seiner Familie ausmachen muss. Es war ein ganz normaler Fehltritt, wie er überall auf der Welt in allen Gesellschaftsschichten vorkommt. Und – mit Ausnahme der schlampigen Informationspolitik des FBI – ist es sicher keine Staatsaffäre. Die Aufwallungen spiegeln vielmehr das Sittenbild im puritanischen Amerika wider, wo es darum geht, die Fassade der heilen Welt aufrechtzuerhalten. Zugleich lenken sie von den wirklich drängenden Problemen ab – allen voran vom demnächst drohenden Fiskal-Debakel.

(KURIER) Erstellt am 13.11.2012, 16:47


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