Letztes Update am 17.01.2013, 19:40
Das blutige Geiseldrama zeigt: Der Anti-Terror-Kampf betrifft ganz Europa.
Das Herumeiern, das die Außenminister auch gestern wieder vorexerzierten, ist blamabel und unerträglich. Nur diplomatische und logistische Unterstützung für Frankreichs Wüstenkrieg in Mali gegen die Radikal-Islamisten ist zu wenig. Spätestens nach den Dutzenden Toten bei der Geiselnahme in Algerien ist es eindeutig: Dieser Krieg vor der europäischen Haustüre geht uns alle an. EU-Militärberater – gut und schön, doch es müssen jetzt auch Truppen her.
Wortreich haben Minister in Berlin einst das Afghanistan-Engagement damit begründet, dass am Hindukusch die Sicherheit Deutschlands verteidigt werde. Und heute? Ein paar Transportflugzeuge könnte Berlin beisteuern. Sehr ambitioniert. Auch die Briten gehen in Deckung – keine Kampftruppen. Österreich hat für das brennende Problem ohnehin keine Zeit: Das Parteien-Hickhack um Wehrpflicht oder Berufsarmee lähmt alles. Verantwortungslos nennt man das.
Die Radikal-Islamisten in der Sahelzone, die nur die Sprache der Gewalt verstehen, sind bestens vernetzt und ausgerüstet. Der Kampf gegen sie ist daher kein Spaziergang. Und dennoch: Was ist die Alternative? Sie gewähren lassen und ein „Afrikanistan“ einfach hinnehmen.
Nein, Europa muss die Reihen schließen, gemeinsam marschieren und mit den afrikanischen Staaten versuchen, dem terroristischen Spuk ein Ende zu bereiten. Das Risiko zu scheitern (siehe Afghanistan), ist nicht wegzuleugnen. Nichts zu tun, wäre aber viel gefährlicher.
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