Letztes Update am 20.04.2012, 13:46
Regeln, Gesetze und interne Vorschriften zum korrekten Verhalten von Mitarbeitern liegen im Trend – das schafft Klarheit und ist eine gute Sache.
Dass "Compliance" zum Buzzword dieser Zeit geworden ist, ist bedauerlich – das hat mit jenen Leuten zu tun, die es mit Freunderlwirtschaft und Schmiergeldzahlungen vor Gericht und in die Medien geschafft haben. Sie waren auf persönlichen Vorteil, Bereicherung und Besserstellung aus, wussten nicht mehr, was sich gehört, verwechselten die Firma mit einem Selbstbedienungsladen.
Deshalb liegen Regeln, Gesetze und interne Vorschriften zum korrekten Verhalten von Mitarbeitern im Trend – das schafft Klarheit und ist eine gute Sache. Noch viel wichtiger ist aber, dass Menschen (wieder) ein Gefühl dafür entwickelt, wo die Grenzen für korrektes Handeln liegen. Denn entscheiden müssen sie selbst und oft situativ: Ist die Vorgehensweise mit Gewissen und Gesetzen vereinbar? Kann das auch vor der Öffentlichkeit dargelegt und verantwortet werden?
Bei aller Brisanz und Wichtigkeit des Themas sollte man die Kirche aber im Dorf lassen: Wenn es in Firmen um Compliance geht, ist damit nicht der Blumenstrauß oder die Essenseinladung gemeint, sondern der zugespielte Auftrag in Millionenhöhe. Wer sich bei Compliance auf die Festspielkarte oder das Abendessen versteift, hat dieses Thema noch nicht verstanden.
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