Zur mobilen Ansicht wechseln »
KURIER
Stinksauer: Die Schüler der 1C-Klasse und ihre Eltern wollen den erzwungenen Schulwechsel im bereits laufenden Schuljahr nicht akzeptieren
Stinksauer: Die Schüler der 1C-Klasse und ihre Eltern wollen den erzwungenen Schulwechsel im bereits laufenden Schuljahr nicht akzeptieren - Foto: Martin Bernert

14.

September

2012

Letztes Update am 14.09.2012, 06:13

Tulln: Schulklasse über Nacht aufgelöst. Am Mittwochabend erfuhren 17 Kinder, dass sie ab heute eine andere Schule besuchen müssen. Eltern protestieren.

Mir gefällt es gut in der Klasse, viele Freunde aus der Volksschule sind auch hier", sagt Lana. Sitznachbar Anatolio fügt hinzu, dass er schon neue Freunde gefunden hat und dass seine Schwester und sein Bruder auch hier in die  Hauptschule gegangen sind. "Wir wollen hier nicht weg", sagen die Schüler der 1C-Klasse in der Tullner Musikhauptschule.

Doch Wille und Wohl der Kinder scheint für die Schulbürokraten nicht an erster Stelle zu stehen. Weil sechs für Tullner Hauptschulen angemeldete Erstklassler zu Schulbeginn nicht erschienen sind – sie sind übersiedelt oder kurzfristig ins Gymnasium gewechselt – geht es sich mit der Teilungszahl nicht mehr aus und in der Musikhauptschule gibt es eine Klasse weniger. Das wäre nachvollziehbar, wenn das Schuljahr nicht schon seit zwei Wochen laufen würde. Die Klassengemeinschaft soll, eben erst gebildet, gleich wieder auseinander gerissen werden. Sechs Kinder sollen auf die beiden anderen ersten Klassen der Musikhauptschule aufgeteilt werden, die restlichen elf Betroffenen müssen in die zweite Tullner Hauptschule wechseln. Zudem gibt es jetzt eine Lehrerin zu viel – sie muss die Schule verlassen.


Für die Kinder ist es nicht nur ein Schul-, sondern auch ein Systemwechsel: "Die Kollegen haben schon auf das System neue Mittelschule umgestellt, wir sind noch eine klassische Hauptschule", sagt Direktor Peter Höckner.

"Gesetze vollziehen"

Landesschulratspräsident Hermann Helm sieht keine Lösungsmöglichkeit im Sinne der Kinder: "Würde der Schulerhalter anders entscheiden, wäre dies gegen die gesetzlichen Vorgaben", sagt Helm und fügt hinzu: "Die Schulbehörde kann keine willkürlichen Entscheidungen treffen, sondern hat Gesetze einzuhalten."

Bekannt wurde der erzwungene Schulwechsel erst beim Elternabend am Mittwoch. Schon heute sollen die Kinder in der neuen Schule unterrichtet werden.

Doch die Schulbehörde hat nicht mit dem Widerstand der Eltern gerechnet: "Unsere Kinder bleiben hier", sind sie sich einig. Am Freitag wollen sie ihre Kinder zum Unterricht begleiten – in die "alte" Musikhauptschule. "Freiwillig gehen wir nicht, da muss schon die Polizei kommen und uns hinaustragen", sagt eine Mutter.

(kurier) Erstellt am 14.09.2012, 06:00

Stichworte:



Diskussion

Kommentare aktualisieren
Bitte Javascript aktivieren!