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KURIER Romy 2014

23.

April

2014

Verliebt ins Buch

Heute hat Georg Namenstag, und daher ist Welttag des Buches. Das "daher" erklärt sich so: Der Heilige Georg heißt in Katalonien Sant Jordi. Den lieben sie dort als Schutzpatron. Sein Festtag wird mit dem Tag der Verliebten begangen. Und die belegen ihre Zuneigung zueinander durch das Schenken eines Buches.

Das ist eine hübsche Tradition. Ein Buch erzählt ja eine Geschichte, die erst im Kopf ihres Lesers zum Film wird. Verschenkt man eine gute Geschichte, will man die Freude daran teilen bzw. …

22.

April

2014

Im Freien stehen

Seit der EU-Abgeordnete Ehrenhauser als erster Open-air-Politiker des Landes die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zieht, gibt es bei den anderen Parteien strategische Krisensitzungen. Dabei zeichnet sich eines ab: Wer Angst vor Graupelschauern zeigt, hat künftig keine Chance, gewählt zu werden.

Faymann und Spindelegger planen deshalb dem Vernehmen nach bereits einen gemeinsamen Campingurlaub. Neos-Chef Strolz und FPÖ-Anführer Strache setzen auf ihren beim Baumumarmen bzw. …

20.

April

2014

Wunderlich

Dem Papst, der heute den Segen urbi et orbi spricht, fliegen die Herzen zu, weil er gerade ein kleines Wunder vollbringt: nämlich ein bisschen Staub vom Auftreten und Denken der Kirche zu blasen.

Zwei seiner Vorgänger fliegen eine Woche später die Herzen zu: Johannes XXIII. hat das mit dem Staub schon vor einem halben Jahrhundert getan; Johannes Paul II. war ein viel reisender Papst zum Anfassen, der noch dazu die Sowjets geärgert hat. Beide werden heiliggesprochen.

Dummerweise braucht es …

19.

April

2014

Ohren und Nasen

Die Frage, warum der Osterhase die Eier versteckt und nicht ein anderes, frühlingshaft vermehrungsfreudiges Tier (Ratte? Meerschwein? Garnele?), ist leicht beantwortet: Weil er lange Ohren hat.

Der Osterhase wurde bei uns erfunden und später nach Amerika exportiert, wo er rasch andere Osterbräuche verdrängte. (Ob sich die Amerikaner ähnlich bitter darüber beklagen wie wir über den Weihnachtsmann, ist unbekannt.) In der Schweiz gab es zudem den Osterkuckuck, in Deutschland auch Osterfuchs und …

18.

April

2014

Lustige Monarchie

Seit der britische Thronfolger und seine Kate nicht nur die Illustrierten-Welt mit sich und ihrem Baby erfreuen, ist die humorlose Kritik an der Monarchie – zu teuer, zu steif, zu unzeitgemäß – verstummt. Gott sei Dank.

Denn wo sonst noch gibt es ein Staatsoberhaupt, dessen Gemahl einst den deutschen Kanzler Kohl mit "Herr Reichskanzler" ansprach? Der beim Staatsbesuch in China britische Studenten warnte: "Wenn ihr noch länger bleibt, bekommt ihr Schlitzaugen". Nicht zu reden von Philips …

17.

April

2014

Die Welt, ein Teller

Die meisten Österreicher möchten im Urlaub das essen, was sie auch zu Hause auf den Teller bekommen, der die Welt bedeutet. Sagt der Chef des Reiseunternehmens Detur. Deshalb sind türkische Ferienclubs so erfolgreich, die Apfelstrudel und Schnitzel anbieten.

Angeblich soll dieses System noch verfeinert werden. Manche Ferienclubs planen, die Linie U4 nachzubauen, inklusive Gedränge, Pannen und original Wiener U-Bahn-Geruch, der regelmäßig in Plastikflaschen angeliefert wird. Andere erwägen, …

16.

April

2014

Berlusconis Glück

Silvio Berlusconi geht ins Altersheim. Nicht, weil er 77 ist und aussieht wie 77-mal geliftet, sondern weil ein Gericht ein Jahr Hausarrest (Steuerbetrug) in Sozialdienst ein Mal die Woche umgewandelt hat.

Was er dort tun wird, steht noch nicht fest, aber den großen Schwadroneur wird er eher nicht geben dürfen. Sein Lieblingswitz handelt ja von einer Umfrage, bei der 70 Prozent der Italienerinnen auf die Frage, ob sie Sex mit Berlusconi haben wollen, sagen "warum nicht?" und 30 Prozent "schon …

15.

April

2014

Bei uns in Paradeisien

Die Entscheidung des EU-Abgeordneten Ehrenhauser, aus Protest gegen Hypo, kritische Fragen und schlechtes Wetter im zweiten Bildungsweg Obdachloser zu werden, war nur einen Tag lang bestimmendes Thema der Europa-Politik. Dann wurde es abgelöst von der Tomatenerregung: Auf einem Teil der Werbeplakate der Grünen steht "Meine Tomate darf nicht illegal werden". Dabei weiß jeder, dass das Wort "Tomate" in Österreich längst illegal ist, Zuwiderhandelnde müssen strafweise mit Andreas Mölzer ein …

14.

April

2014

Aufstehen und Sitzen

Freunde schlecht gespielten Theaters erlebten am Sonntag eine Sternstunde: Martin Ehrenhauser, Kandidat der Liste "Europa anders", inszenierte bei einer ORF-Livediskussion zur EU-Wahl einen Eklat herbei, indem er so tat, als gerate er wegen einer kritischen Frage in Erregung, und das Studio verließ. Vorher hielt er noch einen wirren Monolog zum Thema Überwachung und Bankenrettung, bemühte das Wortspiel "Aufstehen" und verkündete, er werde jetzt zum Ballhausplatz gehen und dort so lange sitzen, …

13.

April

2014

Ausgewogene Nebensache

Das geflügelte Wort von der "wichtigsten Nebensache der Welt" wird, wenn man auf Google nachklickt, ausschließlich für zwei Zeitvertreibe verwendet: für Fußball und für Sex. Vielleicht ist das ja der Grund, warum immer dann, wenn sportliche Großereignisse wie eine Fußball-WM anstehen, auch Sex ein Thema ist: Die Medien zeigen die knackigsten Spieler, die hübschesten Spielerfrauen und stellen die Frage, ob die Kicker vor einem entscheidenden Match ...

Brasiliens Teamchef Scolari hat zwei …

12.

April

2014

Schwimmen in der Flut?

Wir verlernen die Fähigkeit, uns zu konzentrieren – weil wir uns nicht mehr aufs Konzentrieren konzentrieren. Das sagt der Psychologe Daniel Goleman. Schuld ist, natürlich, das Internet, weil es uns ständig mit gedanklichen Häppchen füttert, weshalb wir nicht mehr dazu kommen, uns in etwas zu vertiefen. Aus Lesern werden Wischer, die nur noch im App-Format denken.

Einerseits haben wir solche Untergangsvisionen schon oft gehört, seit der erste Affe vorschlug, es doch mit dem aufrechten Gang zu …

11.

April

2014

Sensation gekillt

Die Sensationsmeldung dieser Tage lautet: Die Zentrale der österreichischen Erste Bank zieht nach Prag. Also zumindest sagt das der tschechische Präsident Milos Zeman, bei dem man nie weiß, in welchem Zustand er etwas sagt. Und der beruft sich auf ein Gespräch mit Erste-Chef Andreas Treichl, bei dem man weiß, dass er gerne was sagt, was andere in Zustände versetzt. Der bestverdienende Banker des Landes reagiert sich oft an Politikern ("zu dumm oder zu feig") und an den "Leuten" ab, weil sie "…

10.

April

2014

Eine Hundehetz

Hundeliebhaber verstehen keinen Spaß. Und deshalb stellt ihnen das bissige Magazin, das morgen, Freitag, in Hamburg präsentiert wird, jetzt schon die Nackenhaare auf: Kot & Köter, die Zeitschrift für den Hundefeind macht sich keine Freunde unter Hundehaltern.

Offensichtlich gibt es Menschen, die sich in Städten mit steigender Hundepopulation zunehmend als Underdogs fühlen; die Spaß daran haben, Artikel wie "Hunderezepte weltweit" oder "Hunde vergiften im Park" (frei nach Georg Kreislers "…

09.

April

2014

Daten ohne Schutz

Schon das Wort ist ein Missverständnis: Vorratsdatenspeicherung! Es geht nicht um die Speicherung dessen, was jeder an Reis-, Bier- und Zahnpastavorräten zu Hause hat, sondern um die Speicherung von Internet-, Telefon- und anderen Kontakten auf Vorrat – auf dass die Behörden im Falle des Kriminalfalles nachsehen können.Jetzt hat der EuGH die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung gekippt (siehe Seite 10). Weniger die Speicherung sei von Übel, als die Dauer von bis zu zwei Jahren. Prompt …

08.

April

2014

Ohrfeigen

Dieter Thomas Heck sagt, Lanz ist schuld; Uschi Glas sagt, man braucht ein moderneres Format; Christine Kaufmann sagt, sie pflegt ihren Teint, indem sie sich selber ohrfeigt ... pardon, die letzte Meldung gehört jetzt nicht zum Thema. Zumindest nicht offiziell.

Markus Lanz, Moderator der Showleiche "Wetten, dass ..?", erlebt jetzt, was wahre Härte bedeutet: Wenn sich Heck mit Häme und Glas mit Bedauern zu Wort melden.

Lustig ist, welche Wellen die Einstellung einer Show schlägt, die …

07.

April

2014

Geld und Glück

Haben Sie auch wieder keinen Sechser im Lotto gemacht? Oder spielen Sie gar nicht, weil es wahrscheinlicher ist, dem Osterhasen beim Eierlegen zu begegnen, als den Haupttreffer zu machen?

Aber immerhin: Die sechs Zahlen lassen sich nicht türken, und wenn sie dann doch auf dem Schein ...

Aber beim Glücksspielautomaten? Seit Jahren tobt der legistische Streit um das kleine Glücksspiel, das nur die großen Glücksspielunternehmer betreiben dürfen sollen und die kleinen so gerne wollen, nur: Wie …

06.

April

2014

Vier Wochen schon

Vor genau vier Wochen meldeten Nachrichtenagenturen, dass eine malaysische Maschine vermutlich abgestürzt ist. Was zunächst wie eine tragische, aber nicht ungewöhnliche Meldung klang, wurde zum größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte. Letzter Stand: Ein chinesisches Schiff hat Signale auf einer Frequenz aufgefangen, die jener der "Black Box" des Flugzeugs entspricht.

Es gibt im Internet eine grafische Darstellung aller Flugbewegungen eines Tages. Wenn man sich diese ansieht, bekommt man …

05.

April

2014

Alle verärgern

Im KURIER-Interview sagt Heinz Kammerer, Gründer von "Wein & Co", Folgendes: "Dieser komatöse Pfründestaat ist nicht in der Lage, eine klare Entscheidung zu treffen." Und weiter: "Unsere Politiker sind wahnsinnig feige und haltungslos. Sie machen ja nur noch Kompromissgeschäfte, mit denen sie alle verärgern." Kammerer spricht aktuell über die Sektsteuer (die er für unsinnig hält, weil sie mehr koste als einbringe) und über das Rauchergesetz (er ist für ein generelles Rauchverbot in der …

04.

April

2014

Der größte Schranken

In Österreich gibt es, so lasen wir gerade, 3800 unbeschrankte Bahnübergänge. Weil die  so unfallträchtig sind, sollen um Hunderte Millionen Euro alle    mit Schranken oder Signalanlagen versehen werden.
Hallo!? Der Autofahrer hat gelernt, bei Stopptafeln anzuhalten, Fußgänger auf dem Zebrastreifen nicht zu überfahren, vor dem Spurwechsel den Rückspiegel zu befragen   – warum ist ihm nicht zuzumuten, an einem unbeschrankten Bahnübergang nach einem herannahenden …

03.

April

2014

Kinderwunsch und Realität

War gestern MutterVaterKindTag? Es herrschte fast beunruhigende Eintracht in Österreichs Politik. Regierung und Opposition einer Meinung? Das ist unüblich (es soll ja sogar Parteien geben, die einen Hypo-U-Ausschuss ablehnen.) Ein Thema einte sie alle – die Familie.

Doch der harmonisch im Chor vorgetragene Wunsch nach Familienfreundlichkeit wird wenig bewirken. Eine Studie des Familienministeriums zeigt: familienfreundliches Klima kann man nicht kaufen. Trotz hoher Geldleistungen klafft eine …

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