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KURIER

29.

Juli

2014

Kein Stellenmangel

Dialog, in der Filiale eines Handy-Netzbetreibers gehört: "Sagen Sie mir Ihr Kundenkennwort." – "Ich hab ein Kundenkennwort?" – "Ja." – "Äh, keine Ahnung, ist es ein Name?" – "Nein, das Kundenkennwort ist eine Zahl. Sagen Sie mir bitte Ihr vierstelliges Kundenkennwort!" – "Wie kann ein Wort vierstellig sein?" (usw. usf.) Wir sind umgeben von Zahlen, die wir beherrschen müssen, weil sie uns beherrschen. Geben wir die falsche Zahl ein, dann ist die Karte eingezogen, das Handy gesperrt, die Türe …

28.

Juli

2014

Zwangsdienst

An den Trend, dass Dienstleister ihre Kunden zu unfreiwilligen Mitarbeitern machen (und sich damit Personal sparen), haben wir uns gewöhnt. Also: Boardingpass am Flughafen selbst ausstellen, bald auch Gepäck selbst einchecken, Bankgeschäfte  im Netz erledigen oder im Bankfoyer 18-stellige IBANs  tippen, usf. Jetzt müssen wir uns nur noch  daran gewöhnen, dass das immer mehr kostet. Uns. Wer einst in der Bank minutenlang am Zählapparat hantierte, um sein  gesammeltes  …

27.

Juli

2014

Hymnen-Sommer

Je länger der Sommer und je größer das Loch, desto heißer das Thema: Da die Abschaffung des Binnen-I, dort der Wunsch nach einer  durchgehend  feminisierte Sprache (wie heißt Käse weiblich?); da die Twitter-Rüge, die  Bundeshymne nicht ohne  Töchter zu singen, dort der Vorschlag, die Hymne neu zu texten und zu musizieren. Da hätten wir auch eine Idee beizutragen:  Schaffen wir die Bundeshymne ab. Ehe noch einer dichtet „Wir fahren wie der Lauda schnell, und sind so …

26.

Juli

2014

Die Suche

Google will die Daten von Tausenden gesunden Menschen sammeln und analysieren, um später Krankheiten früher erkennen zu können. Das ist sehr honorig, aber warum Google? Darum: Der Konzern begann als Suchmaschine, die unser Leben verändert hat – die Welt auf einen Klick –, und ist jetzt drauf und dran, die Welt zu verändern. Heerscharen von Forschern basteln um Milliarden von Dollar im Google-Labor X an selbstfahrenden Google-Autos, am Kopf montiertem Google Glass und blutzuckermessenden …

25.

Juli

2014

Die was

Von 1600 Bewerbern für den Polizeidienst haben 199 den Aufnahmetest bestanden. Ein Gutteil des Rests scheiterte mit eher unausgeprägten Deutschkenntnissen. Jetzt muss der Polizist ja kein Dichter sein, aber "Ich mahne Ihnen ab" wenigstens mit stummem H zu schreiben wissen (obwohl’s meist eh nur gesprochen wird). Liegt’s daran, dass die Jungen weniger lesen? Oder dass der Deutschunterricht verwässert? Apropos: Bei den Tests für die PädAk, die was die Lehrer ausbildet, scheiterten bis zu 50 …

24.

Juli

2014

Marken und Spaß

Wer Spaß nicht verstehe, solle lieber Briefmarken sammeln, hieß es in einem KURIER-Kommentar vor nun auch schon einer Woche – jetzt bekam der Autor Post. Von einem Briefmarkensammler, der die seiner Spezies attestierte Humorlosigkeit gar nicht lustig findet. Da hat er völlig recht! Der Philatelist hatte und hat viel Spaß an seiner Leidenschaft, auch wenn die goldenen Zeiten der Briefmarke längst vorbei sind: Kinder sammeln heute Paninis, keine gezähnten Bildchen; die Marke, deren Gummierung …

23.

Juli

2014

Putins Winterzeit

Dem Wladimir Putin zieht’s ja grad ein bisserl beim Gnack rein, wie man in Wien sagen würde (weshalb er sich zuletzt ein mikrobisschen zahmer gab). Dennoch hat er, Teufelskerl, der er ist, Zeit für wirklich große Fragen der Zeit: Er schaffte gestern die in Russland seit drei Jahren dauerhaft geltende Sommerzeit per 26. Oktober ab – von da an gilt Winterzeit, immer. Jetzt ist es ein bisschen früh, sich mit der alten Frage zu beschäftigen, ob bei der Umstellung die Uhren vor- oder …

22.

Juli

2014

Keine Russen

Ein kleines Klischee, einst auf dem Innsbrucker Flughafen mit eigenen Augen beobachtet: Sechs teuer gekleidete junge Damen und Herren stürmen in die verschlafene Abflughalle, kehren im Kristall/Schmuckladen ein, die Damen suchen sich nicht wenig aus, und ein Herr öffnet den Aktenkoffer prallvoll mit Dollarbündeln – ehe die Gruppe im Privatflieger entschwindet. Ziel: Moskau. So stellt man sich gemeinhin den reichen Russen vor, von dem ganze Goldene Quartiere und andere Läden in Österreich gut …

21.

Juli

2014

Flüssig und fest

Stadtbewohner, die aufs Auto angewiesen sind, haben sich bisher auf die Sommerferien gefreut wie sonst nur Schüler und Lehrer: Neun Wochen, viele Parkplätze, wenig Verkehr und kaum Ärger. Heuer ist das anders. In Wien staut’s ab Montag, als wär’s ein Regentag im Dezember. Jeden Tag. Die Einfahrtsrouten sind mit Baustellen verengt, meist die Ausweichrouten gleich mit. Die wichtigsten drei Querverbindungen im Westen der Stadt sind listig blockiert. Wer um Leitung durch das Chaos sucht, sollte …

20.

Juli

2014

Das Plädoyer

Viel Feind, viel Ehr’, sagt man. Und viel Anwalt, viel was? – Im Falle des ehemals "viel zu jungen, viel zu schönen, viel zu intelligenten" (© KHG-Adorantin) Ex-Finanzministers müssen die Anwälte sogar mit Capri-Krank- und wieder Gesundmeldungen ausrücken. Dabei hat er die Meisterin des Plädoyers im eigenen Haus. "Das Wetter hier, das ist eine echte Katastrophe", so hat Fiona Grasser diese Woche den Quell seiner plötzlichen Lungenentzündung gefunden. "Schlecht, sehr schlecht. Er liegt im Bett …

19.

Juli

2014

Spinnen und Phobien

Die meisten Österreicher fürchten sich vor Spinnen und Schlangen, gefolgt von Ärzten, engen Räumen, Höhen/Tiefen, Hunden und Prüfungen. Das ist das Ergebnis einer IMAS-Umfrage mit der politisch nicht ganz korrekten Feststellung, dass "Frauen, Personen unter 30 und Menschen mit einfacher Bildung" häufiger zu ängstlichen Reaktion neigten. Die meisten Ängste sind eher irrational (okay, außer die vor dem Zahnarzt) und haben lustige Namen: Aichmophobie ist die Angst vor spitzen Gegenständen, …

18.

Juli

2014

Versicherungsgefahr

Die Welt ist voller Gefahren. Weshalb sich der Mensch gegen alles, was passieren kann, und vieles, was nie passieren wird, versichern lassen muss/kann – vom Autokratzer bis zum Nasenringbruch. Nur wenn wirklich was passiert, werden Versicherungen gerne ungehalten. Das funktioniert dann so: Ein Autofahrer erhält Mitte Juli die Nachricht, dass seine Haftpflichtversicherung per 1. Juni 2014 mit "Ablaufkündigung" beendet sei. Er alarmiert seinen Versicherungsberater, in dessen Namen, aber ohne …

17.

Juli

2014

Spionage und Ketchup (II)

Wieso  behaupten Sie, fragt Leser K. nach dem gestrigen Text über Spione und Ketchup, dass  Ketchup nicht amerikanischen Ursprungs ist – wessen dann? Küchenetymologisch ist ja so manches offen. Zum Beispiel wird  bis heute gestritten, ob Marco Polo die Ravioli nach China brachte, wo sie  zu Wan Tan wurden, oder ob er die Wan Tan von dort mitbrachte und aus ihnen   Ravioli schuf  – wenn der Marco überhaupt je in China war. Das Wiener Schnitzel wiederum  …

16.

Juli

2014

Spionage und Ketchup

Seit bekannt ist, dass US-Geheimdienste auch bei ihren Freunden spionieren wie Hölle, überlegen die Freunde, wie dem Einhalt zu gebieten sei. Der Vorschlag, den Amerikanern kräftig die (Rechts-)Meinung zu sagen, ist nett. Stieße aber ungefähr auf so viel Verständnis, als wollte man ihnen erklären, dass Ketchup ursprünglich keine amerikanische Erfindung ist (und schon gar nicht zu Austern passt). Der deutsche Vorschlag, Protokolle nur noch mit Schreibmaschine zu verfassen und vom Netz …

16.

Juli

2014

Spionage und Ketchup

Seit bekannt ist, dass US-Geheimdienste auch bei ihren Freunden spionieren wie Hölle, überlegen die Freunde, wie dem Einhalt zu gebieten sei. Der Vorschlag, den Amerikanern kräftig die (Rechts-)Meinung zu sagen, ist nett. Stieße aber ungefähr auf so viel Verständnis, als wollte man ihnen erklären, dass  Ketchup ursprünglich keine amerikanische Erfindung ist (und schon gar nicht zu Austern passt). Der deutsche Vorschlag, Protokolle nur noch mit Schreibmaschine zu verfassen und vom Netz …

15.

Juli

2014

Und jetzt? (II)

Und jetzt?", lautete die gestern an dieser Stelle gestellte Frage, wie umgehen mit der nun Fußball-losen Zeit. Dabei hätte gerade Österreich allen Grund, sich post WM ausgiebig mit Fußball zu befassen. 1) Deutschland wäre ohne uns definitiv nicht Weltmeister: Die deutschen Kicker mussten sich in der WM-Quali erst mühsam an Arnautovic & Co. stählen (5:1 in zwei Spielen), ehe sie Brasilien mit 7:1 aus dem Bewerb und sich mit einem 1:0 gegen Argentinien zum Championtitel schossen. 2) siehe 1…

14.

Juli

2014

Und jetzt?

Der Schock wird möglicherweise erst am Abend einsetzen, wenn Hunderttausende wie gelernt um 18.00 und 22.00 Uhr ihre Fernsehgeräte in Betrieb nehmen und dort nicht WM, sondern öde Serien wie „The Big Bang Theory“ vorfinden und sich in weiterer Folge gezwungen sehen, mit ihren Partnern zu sprechen.  Viele Beziehungen werden unter dieser ungewohnten Belastung zerbrechen, angeblich erwägt das Familienministerium deshalb den Einsatz fliegender Kriseninterventionsteams. Immerhin haben wir …

13.

Juli

2014

Das Finale – klarer Fall

Heute Abend, 21 Uhr, Deutschland – Argentinien. Das Schönste vor so einem Spiel ist ja das Spiel mit der Statistik, um zu wissen, wie’s ausgeht. Also: Noch nie hat eine europäische Mannschaft auf dem amerikanischen Kontinent einen WM-Titel errungen. Und von zehn südamerikanisch-europäischen Finali gingen acht nicht an Europa. Klarer Fall für Argentinien also. Deutschland spielt heute sein 8. WM-Finale (bisher drei Siege), Argentinien erst sein 5. (zwei Siege). Und die Deutschen stürmten mit 1…

12.

Juli

2014

Umsonst ist nichts (II)

Gestern haben wir hier von der neuen Geschäftsidee des Erfolgsautors George R. R. Martin berichtet: Er verkaufte Charaktere im neuen "Game of Thrones"-Buch. Die Figuren werden nach dem Namen der Käufer benannt und bekommen einen ausgefallenen Tod. Wer nun mutmaßt, der Autor wolle sich um den Erlös ein drittes R. für seinen Namen kaufen, der irrt: Martin unterstützt ein Wolfs-Reservat und bedürftige Mitmenschen. Diese Geschäftsidee lässt sich ausbauen. Etwa so: Andreas Gabalier verkauft eine …

11.

Juli

2014

Umsonst ist nichts

Immer wieder stehen wir im Leben vor der Frage: Was kostet das? Und daraus folgt: Wer soll das bezahlen? Was kostet es, will man sich zum Beispiel eine kaputte Hypo Alpe-Adria kaufen und zu Hause aufstellen? (Irgendjemand hat ausgerechnet, dass man um das Geld, das die Hypo kostet, jedem zweiten Österreicher eine Zahnspange kaufen könnte, ob er will oder nicht.) Eine finanzielle Überraschung erlebte wiederum ein Mann in Ohio, meldet die Welt: Er setzte auf die beliebte Methode des "…

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