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22.

Dezember

2014

Davor und dazwischen

Wir treten jetzt in die interessanteste  Phase des Jahres ein: In die sogenannte „Zeit zwischen den Jahren“.  In Österreich auch bekannt unter der Bezeichnung: „Vor den Feiertagen“. Das Bemerkenswerte daran: Damit existiert diese Zeit einerseits überhaupt nicht (ein Jahr trifft ja fugenlos, ohne Aussparung eines „Dazwischen“, auf das nächste). Und andererseits existiert sie immer: Denn  auch nach den Feiertagen ist  schon wieder vor den Feiertagen, nur dann halt wesentlich …

21.

Dezember

2014

Sonstig

Es sind kleine Botschaften des Alltags, die oft mehr Freude machen als das große Stück. Drei Beispiele: An Hauswänden findet sich häufig ein Plakat, das andere Plakate verhindern soll: "Plakatieren bei sonstiger Strafe verboten." Das hübsche Wörtchen "sonstiger" beschreibt hier ein "wenn doch, dann aber". Ob schon das genannte Plakat Sonstiges nach sich zieht, ist offen. In der Adventszeit erscheinen in der Kronen Zeitung keine Nackerten und manchmal auch kein Radau-Kolumnist: "Post von …

20.

Dezember

2014

Arme Zocker

Ein lieb-verstaubter Schüttelreim beschreibt den Unterschied zwischen Apotheker und Franziskaner so: Der eine hat ein Heilserum, der andere ein Seil herum. Ein anderer Unterschied datiert auch aus Vorkrisenzeiten und ist finanzieller Natur: Der Apotheker galt stets als wohlhabend ("Apothekerpreise"), der Franziskaner hinwieder hat Armut gelobt (einer der drei Knoten an seinem Seil-herum steht dafür). Bloß: Was für den einzelnen Mönch gilt, gilt offenbar nicht für den Orden. Dessen …

19.

Dezember

2014

Umtausch

Und jedes Jahr wieder dieser Moment der  Überraschung beim Blick in die Zeitungen: Wirklich? So feiern also „Promis“ Weihnachten – Baum, Essen, Geschenke? Extravagant! Die treiben’s aber wild, diese Promis... Sicher ist: Auch Promis tauschen Geschenke um. Laut einer Umfrage von marketagent.com haben 71,7 Prozent von uns bereits unerwünschte Weihnachtsgeschenke bekommen (die Krawatten- und Küchengeräte-Industrie basiert darauf). 67,8 Prozent geben das aber nicht zu (von den 32,2 %, die es …

18.

Dezember

2014

Schenken ohne Kalkül

Schenken Sie, um zu geben, oder um zu bekommen? Ersteres erkennen Sie daran, dass Sie sich nicht den Kopf zerbrechen, sondern von Herzen handeln. Zweiteres merken Sie daran, dass im Kopf ein Datenverarbeitungsprogramm läuft: 1. Wer mir etwas schenkt, für den muss ich auch etwas haben (so kauft man sich von schlechtem Gewissen und peinlichen Situationen frei). 2. Wer sollte mir in nächster Zeit gewogen sein (so kauft man sich Freunde und Verbündete – oder versucht es zumindest)? 3.&…

17.

Dezember

2014

Andere Mobilität

Vielleicht kennen Sie das: Auf gerader Straße kommt Ihnen ein Auto entgegen. Dummerweise zunehmend auf Ihrer Seite. Anblinken hilft nichts. Weil der Fahrer nicht auf die Straße, sondern auf sein Handy schaut und SMS tippt. Unter den vielen Vollidioten auf vier Rädern (Raser in 30er-Zonen, Zwei-Meter-Abstandhalter bei Tempo 130) sind das die vollsten. Die gute Nachricht dazu: Es gibt immer weniger Führerscheinerwerber. Gut ist nämlich der Grund: Junge Menschen geben ihr Geld lieber fürs …

16.

Dezember

2014

Umfrage-Wünsche

Vorweihnachtszeit ist Umfragenzeit. So erfuhren wir jüngst, dass die "Hochphase" für Weihnachtseinkäufe begonnen hat, weil erst 32 Prozent aller Wiener ihre Packerln beisammen haben. Sie geben laut anderer Umfrage 350 Euro pro Kopf für Geschenke aus (der Deutsche im Umfragevergleich nur 285). Sportgeschenke wären klug, weil nur 30 Prozent der Österreicher regelmäßig sporteln. Aber die richtigen bitte, weil 26 Prozent falsche Geschenke wieder verkaufen. Eine "Last Christmas"-CD von Wham passt …

15.

Dezember

2014

Topp.

Das Ende von „Wetten, dass ..?“ trifft zwei Berufsgruppen besonders hart. Was werden wir hauptberuflichen „Wetten, dass ..?“-Kritiker künftig an den freien Samstagabenden machen? Und müssen wir damit rechnen, dass demnächst Heerscharen von arbeits- und heimatlosen Baggerfahrern durch Österreich, Deutschland und die Schweiz irren, auf der Suche nach einer Bierkiste und einer Kamera? Die letzte Sendung von „Wetten, dass ..?“ war etwas, was es bei uns kaum noch gibt: Ein öffentliches Sterben. …

14.

Dezember

2014

Weißheiten

Nur bei zwei Gelegenheiten kommt es auf die Weißheit an, da aber dafür umso mehr: Beim Wäschewaschen („weißer geht’s nicht“). Und  zu Weihnachten. Die Schneefallgrenze wird sich bei etwa 1000 Metern einpendeln, sagen die Meteorologen voraus. Das heißt, mit weißen Weihnachten kann man nur in jenen Teilen Wiens rechnen, die über 1000 Meter liegen, also in eher wenigen (vor allem Flugzeugen). Der Bau von 1000 Meter hohen Wohnhäusern wäre eine Möglichkeit, wird sich aber vor den Feiertagen …

13.

Dezember

2014

ABCDEFGHLMNOPR

Die Idee ist ausbaubar. Das neue "ABC" hat zwar nur 14 Buchstaben und ist von "A" wie "glutenhAltige Getreide" bis "R" wie "WeichtieRe" einigermaßen umlern-intensiv. Doch wer je einen Erdnuss- oder Krebstier-Allergiker beim unbewussten Konsum solcher Lebensmittel beobachtet hat, weiß, dass die Kennzeichnungspflicht für Allergene in Speisekarten in vielen Fällen die gute Stimmung bei Tisch, wenn nicht sogar Leben retten kann. Warum also diese Serviceleistung nicht aufgreifen und fürs …

12.

Dezember

2014

Auge und Kipferl

Wie leicht wär’ das Leben, wenn es nur aus entweder/oder bestünde. Also zum Beispiel aus der Frage Vanillekipferl oder Linzer Auge? Denn ist die einmal klar beantwortet – Linzer Auge natürlich! –, dann beginnt das eigentliche Dilemma. Das da heißt: Weißer oder brauner Linzerteig (also mit geriebener Zitronenschale oder geriebenen Nüssen)? Ribisel- oder Marillenmarmelade? Ein Auge oder drei (die im Supermarkt abgepackten Vieräuger sind der staubtrockenen Erwähnung und des Namens Linz nicht …

11.

Dezember

2014

Individualisiert

Sind Sie Benutzer eines Apple oder eines PC? Wenn Sie das Kreuzerl beim Apfel machen, könnte es sein, dass Sie kürzlich bei einer Urlaubsbuchung via Internet deutlich mehr gezahlt haben als der Zimmernachbar mit dem PC. Warum? Apple-Benutzer sind laut Online-Datenauswertung bereit, für Schönes, wie den Urlaub, mehr auszugeben. "Personalisierte Preisgestaltung" nennt sich das, was immer mehr Firmen da tun: Sie verwenden persönliche, im Netz hinterlassene Daten und Verhaltensweisen von Usern und …

10.

Dezember

2014

Eilig

Eine möglicherweise sogar wahre  Anekdote rund um den großartigen Satiriker Helmut Qualtinger geht so: Der Arzt: „Herr Qualtinger, Sie wissen aber schon, dass Alkohol langsam tötet?“ Qualtinger: „Macht nichts, ich hab’s eh nicht eilig.“ Ist immer wieder ein sicherer Brüller, diese Geschichte, auch und vor allem auf Weihnachtsfeiern. Die traurige Pointe – dass Qualtinger tatsächlich am Alkohol zugrunde ging, und zwar viel zu eilig – wird dabei gerne vergessen. Österreich ist ja die …

09.

Dezember

2014

Schnelles Stehen

Das  Problem bei der Diskussion über die Schule ist, dass einige der Meinung sind, es  solle gar keine Diskussion geben. Was nicht nur undemokratisch ist – in einer Demokratie darf und soll jeder mitreden, man nennt das Meinungsfreiheit – sondern auch schädlich in der Sache. Wer jede Veränderung aussitzen will, verwaltet irgendwann nicht nur Stillstand, sondern Rückschritt. In einem Schadensakt einer Versicherung fand sich die Formulierung „Ich bin nicht langsam zurückgefahren, es …

07.

Dezember

2014

Dass es möglich war

Erinnerungen an den Dezember 1984. Am Samstag brav vier Stunden in der Schule sitzen und danach ins tief verschneite Gemüse bei Stopfenreuth (wir waren eine merkwürdige Generation – Au-Besetzen ja, Schuleschwänzen nein).  Das Besetzen – es gab mehrere im Wald verteilte Lager mit ausgeklügelter Infrastruktur – fühlte sich, wenn man 16 war,  wie ein Abenteuerurlaub an, und gleichzeitig wie die Teilnahme an einer großen Sache.  Erstaunlich, wie heterogen die Besetzerszene war: Da …

06.

Dezember

2014

Ohrwaschl

Für die einen Kleinen kam der Nikolo schon gestern, am Krampustag. Für die anderen heute, am Namenstag des Nikolaus von Myra. Und für viele (in Wiener Kindergärten) gar nicht, weil Krampus & Nikolo pädagogisch des Teufels sind. Die katholische Jungschar wieder will den Nikolaus ohne Bart,auf dass Kindern nicht vorgemacht werde, es sei der echte. Bravo, aber viel bleibt noch zu tun:Mandarinen und Nüsse raus aus dem Sack! – Die Enttäuschung, dass nicht nur Schoko drin ist, kann bei den …

05.

Dezember

2014

Hans statt Heinz

Von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un können sich Staatenlenker dieser Welt noch was abschauen: Weil es nur einen geben kann, dürfen seine Landsleute nicht heißen wie er. Kim schon, das ist der verbreitetste Nachname in Korea. Aber den Vornamen Jong-un mussten alle Jong-uns vor Jong-uns Kür zum Allmächtigsten ablegen. Wenn das stimmt (die Nachricht kommt aus Südkorea), dann ist das so, als dürfte man hierorts zwar Fischer heißen, aber alle Heinze müssten sich Hans oder Manfred nennen. Wobei …

04.

Dezember

2014

Kein Grund zur Aufregung

Nur ein Kurzschluss. Mehr soll es nicht gewesen sein, das vergangenen Freitag im dritten Reaktorblock des ukrainischen Super-Atomkraftwerks Saporoschje unplanmäßig verlaufen war. Aber der Regierungschef der Ukraine nannte den Kurzschluss einen "Unfall". Und das nachrichtentechnische Aufeinandertreffen der Begriffe "Ukraine" und "Atomunfall" führt in Teilen Europas zu Panik-Kurzschlüssen, egal, wie harmlos der technische Kurzschluss gewesen sein mag. Die 28 Jahre zwischen heute und Tschernobyl, …

03.

Dezember

2014

Fallobst

Wer derzeit in der Früh so aussieht, als hätte er eine lange Nacht hinter sich, der hat jetzt quasi ein wissenschaftliches Attest: Die Nacht war extrem lang. Um genau zu sein: Zehn Millionen Jahre. Seit so langer Zeit konsumiert der Mensch bzw. sein Urahn Alkohol, haben Wissenschaftler in Florida festgestellt. Bisher dachte man, es seien erst 9000 Jahre vergangen, seit erstmals Primaten mit vergorenen Zwetschken auf ihr Wohl anstießen. Der Grund: Weil sich das Klima änderte, mussten unsere …

02.

Dezember

2014

Überschätzt

Viel wird dieser Tage über Wahlergebnisse auf Parteitagen diskutiert. Also etwa, ob die 83,9 Prozent für Werner Faymann ein "gutes Ergebnis" sind, das sich "jede Partei wünschen würde, wenn es um Wahlen geht" (© Partei-Stratege Norbert Darabos), oder ob’s ein bisserl mehr hätte sein dürfen. Müssen ja nicht die nordkoreanischen 100 Prozent sein, die Marine Le Pen jetzt einfuhr. Wofür sie sich von H.C.Strache zwangsherzen lassen musste, der kürzlich 99,23 Prozent erwarb. Und damit Reinhold …

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