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KURIER Romy 2014

23.

Jänner

2013

Letztes Update am 23.01.2013, 06:49

Alles auf den Tisch.

Als im KURIER publik wurde, dass die Wiener Philharmoniker nicht nur den ehemaligen Gauleiter Baldur von Schirach, sondern auch den in Nürnberg zum Tode verurteilten Arthur Seyß-Inquart 1942 ausgezeichnet hatten, ging es rasch. Das Orchester bestellte drei Historiker, um seine Geschichte in der NS-Zeit präzise aufzuarbeiten. Demnächst dürfte in der Orchesterversammlung die Aberkennung der damals verliehenen Ehrungen erfolgen.

Da drängen sich nun viele Fragen auf und nach der Veröffentlichung der Forschungsergebnisse werden weitere dazukommen.


Ist es wirklich notwendig, 71 Jahre danach das Grauen noch einmal aufzurollen, wenn doch kein einziger Musiker von damals noch aktiv ist? Natürlich, weil es um Glaubwürdigkeit, Transparenz und Ehrlichkeit geht.

Ist die Bestellung der Historiker, die mit unterschiedlichsten Äußerungen (siehe Seite 22) aufgefallen sind, eine Heldentat? Nein, eine Selbstverständlichkeit.

Warum wird gerade auf die Philharmoniker besonders streng geschaut? Weil sie (mit den richtigen Dirigenten) das beste Orchester der Welt sind, also Österreichs Aushängeschild und es auch ums internationale Image geht.

Sind die Philharmoniker ein Einzelfall? Garantiert nicht. Es gibt zahlreiche Institutionen, die noch untersucht werden müssten. Vielleicht hat es diesen Anstoß gebraucht, um in allen Bereichen vom typisch österreichischen Verdrängungsprinzip abzurücken.

(kurier) Erstellt am 23.01.2013, 06:49


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