Letztes Update am 13.06.2012, 15:51
Der immerwährende Arbeitstag und die Sieben-Tage-Woche ohne Urlaubsanspruch werden zusehends Realität.
Aber es gibt nicht nur keine Privatsphäre mehr, wie gestern hier beklagt: Es gibt auch keine Freizeit mehr, und keinen Feierabend. Und Ferien eigentlich auch nicht. Wie an Ersterem ist auch an Letzterem die moderne Kommunikationstechnologie schuld: Sie macht uns verfügbar überall und jederzeit, permanent ansprechbar, erlaubt konstanten Zugriff auf Information wie Informant. Früher konnte man z. B. beim Autofahren bissl abschalten, heute fischt, wie der KURIER gestern berichtete, die Polizei alle drei Minuten einen Handyfonierer ohne Freisprechanlage aus dem Verkehr.
In Deutschland werden nun neue Regeln für Feierabend, Wochenende und Urlaub debattiert. Regeln, die die veränderten Arbeitsbedingungen berücksichtigen und die Arbeitnehmern klare Abschalt-Rechte zusichern sollen: von Handys, Smartphones, Computern, Mailboxen.
Die verhindern sollen, dass der immerwährende Arbeitstag, die Sieben-Tage-Woche ohne Urlaubsanspruch zusehends zu einer reellen Selbstverständlichkeit werden, gegen die krisenbedrängte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer keinerlei Handhabe mehr sehen: Denn hinter jedem am Wochenende unerreichbaren Mitarbeiter wartet schon ein erreichbarer, dem unaufhörliche Arbeit verlockender erscheint als keine Arbeit.
Hier will die deutsche Arbeitsministerin Ursula von der Leyen ein gesetzliches Stoppschild aufstellen: Bis hierher geht Arbeit, und nicht weiter. Weil jeder Arbeitnehmer, jede Arbeitnehmerin ein Recht auf Ruhe hat, darauf, einen Teil der Existenz vollkommen unbehelligt von Arbeit und Beruf zu leben. Ein Recht auf einen Feierabend, ganz altmodisch, wie früher.
Diskussion
Jetzt erst Knecht
Falsch machst du es sowieso
Doris Knecht über ihre Bestell- und Liefererfahrungen und den Kauf-nix-mehr-Trend.
Jetzt erst Knecht
Waldviertel ist nicht Burgenland
Jetzt erst Knecht
Nirgends mehr sicher
Doris Knecht über die Möglichkeit, hundertprozentige Privatsphäre zu erlangen.
Jetzt erst Knecht
Man gleitet nicht, man rutscht nicht mal
Jetzt erst Knecht