Technik Online-Routenplaner für das antike Rom Diskussion Weitere Artikel Letztes Update am 18.05.2012, 17:37 Bildergallerie drucken An Instapaper senden Online-Routenplaner für das antike Rom. ORBIS, ein räumliches Netzwerk-Modell der römischen Welt, eröffnet neue Blicke auf die europäische Geschichte. Vollbild Zurück Bild von / Weiter Schliessen Vollbild Hätte es vor 2.000 Jahren bereits Internet gegeben, hätte ein Händler mit dem Online-Routenplaner ORBIS ausrechnen können, welche Strecke er am besten für seine Transporte innerhalb des römischen Reichs wählen sollte. ORBIS wurde jedoch erst 2012 an der Stanford University entwickelt. Als gemeinsames Projekt von Historikern und Geografen soll ORBIS als Musterbeispiel für Anwendungen im Wissenschafts-Bereich "Digital Humanities" gelten. Die Daten dafür wurden sowohl aus antiken Dokumenten als auch Modell-Simulationen erzeugt. ORBIS erlaubt nun etwa eine Berechnung der Route von Rom nach Wien nach verschiedenen Gesichtspunkten. Entscheidend ist etwa, ob man die schnellste oder die günstigste Route nehmen will. Dann kommt es auch auf die Jahreszeit und die damit verbundenen Wetterbedingungen an. Schlussendlich kann man noch aussuchen, ob alle verfügbaren Verkehrswege (Land, Meer, Flüsse) gewählt werden sollen oder nur einzelne davon. ORBIS bietet auch vorgefertigte Diagramme, etwa dieses, das die Reisezeit Richtung Rom im Juli darstellt. Die Farbstufen kennzeichnen unterschiedliche Reisezeit-Bereiche, gemessen in Tagen. Mit dem System lassen sich auch Distanzkartogramme herstellen. Dieses zeigt etwa die Reisedauer zu verschiedenen Orten unter Ausschluss von Seewegen am offenen Meer (Seefahrt in Küstennähe ist erlaubt). Die konzentrischen Kreise um Londinium (London) kennzeichnen die steigenden Transport-Kosten für einen Kilogramm Getreide in Denarii, je nach Zielort. Daten wie diese lassen Forscher neue Einblicke in das Logistik-Wesen der Antike nehmen. Wie man auf dieser Karte erkennt, war vor 2.000 Jahren der Transport von Gütern von Rom ins tiefe Ägypten teilweise billiger als über die Alpen. Die Seefahrt machte es möglich. Schlussendlich noch etwas lokal Wissenswertes: Von Vindobona (Wien) nach Lauriacum (Enns bei Linz) im August benötigte man mit dem Ochsenkarren ganze 12 Tage. Schneller ging`s mit der Pferdestaffel. Eine Eilmeldung gelangte in nur 17 Stunden ans Ziel. (futurezone) Erstellt am 20.05.2012, 05:00 Stichworte: › Innovation Diskussion Kommentare aktualisieren Weitere Artikel zum Thema Olympia 2012 Archäologie: Ausflug ins antike Olympia Forscher enträtseln die Urgeschichte des Sports. Das Kräftemessen im antiken Olympia hatte viele Parallelen zum Heute. Oberösterreich Antiker Schutzgeist im Pop-Art-Outfit Überall in Wels stößt man nichts ahnend auf römische Relikte. Um Aufmerksamkeit bemüht sich der Römerweg-Verein. French Open Der Zirkus mit Nadals Knie ist beendet Ein fitter Rafael Nadal deklassierte in Rom Federer und hat in Paris kaum Konkurrenz. Mostviertel Neue Lebenswelt auf Römer-Kastell Mit einem Wohnprojekt für Taubstumme und Gehörlose bekommt Wallsee auch ein spektakuläres Römer-Museum. Tennis Djokovic in Rom out Die Nummer eins muss sich im Viertelfinale dem Tschechen Thomas Berdych geschlagen geben.
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