Letztes Update am 18.09.2012, 14:48
Mars-Blizzards: Schnee auf dem Roten Planeten.
Seit 6 Wochen rollt Curiosity auf dem Mars – einige Entdeckungen sind der NASA seither gelungen. Die jüngste: Auf dem roten Planeten schneit es.
Einige Entdeckungen sind der NASA durch "Curiosity" bereits gelungen - man hat etwa herausgefunden, dass es auf dem roten Planeten schneit.
Zur Landung von "Curiosity" gab es weltweit Jubel und minutenlangen Applaus im Kontrollzentrum - bis jetzt hat die Begeisterung über den Marsrover kein bisschen nachgelassen.
Zur Freude der Wissenschafter der US-Raumfahrtbehörde NASA absolvierte der Forschungsroboter bisher alle Tests erfolgreich und faszinierte die Zuschauer mit vielen Fotos vom Roten Planeten.
Der Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) – jener Satellit, der seit 2005 den roten Planeten umkreist - hat kürzlich entdeckt, dass es auf dem Mars tatsächlich schneit – und nicht zu wenig. (Foto: Staub-Tornado auf dem Mars)
Eine Wolke mit einem Durchmesser von 500 Kilometern schwebt nämlich den gesamten Mars-Winter über dem Südpol des Planeten – sie sorgt dort für Schneefälle in Blizzard-Stärke.
Einen großen Unterschied zu den Schneefällen auf der Erde gibt es aber: Der Schnee besteht nämlich nicht aus Wasserkristallen, sondern aus Kohlenstoffdioxid – jenem Gas, das auf der Erde für den Klimawandel verantwortlich ist.
Auf der Südseite des Mars herrschen Temperaturen von minus 125 Grad Celsius. Dementsprechend zeigt sich das CO2 dort in fester, grober Form – und erinnert an Maisstärke, berichtet die NASA.
Wie dick die Schneeschicht auf der Marsoberfläche ist, haben die Forscher noch nicht genau feststellen können – vermutlich ist sie aber doch einige Fuß stark (ein Fuß entspricht etwa 0,3 Meter). "Mit einem Raumanzug, der dick genug ist, kann man dort sogar Ski fahren", sagte Paul Hayne, NASA-Geophysiker, dem Magazin Time.
Für die Wissenschaftler ist die ein Zeichen dafür, dass Leben auf dem roten Planaten möglich war – und ist: denn das CO2 des Südpols strömt in die gesamte Mars-Atmosphäre, was für organisches Leben förderlich sein kann. Sollten sich noch mehr Belege dafür finden, wird die NASA die Mars-Forschung priorisieren – und Curiosity ist dann mit Schneeketten unterwegs.
Die auf etwa zwei Jahre angelegte Expedition sei ein Marathon, kein Sprint, betonen NASA-Wissenschafter immer wieder.
"Es ist leichter, wenn man den Rover vermenschlicht", sagte Stephanie Smith, eine der Betreuerinnen des Twitter-Profils, dem Forbes-Magazin. "Die Kameras lassen ihn aussehen, als hätte er Augen. Also ist es sehr verführerisch, ihn als großartige Frau auf einem anderen Planeten mit einem Laser auf dem Kopf anzusehen."
Auch Prominente bindet die NASA ein, um der Marsmission zu weltweitem Ruhm zu verhelfen: Die Sängerin Britney Spears twitterte beispielsweise eifrig mit Curiosity hin- und her und der Rapper Will.i.am ließ seine neue Single "Reach for the Stars" von dem Rover als erstes Lied von einem anderen Planeten zur Erde senden.
Andere Stars sind hausgemacht: Der Wissenschafter Bobak Ferdowsi, der während der Landung im Kontrollzentrum durch seine Irokesen-Frisur aufgefallen war, wurde unter dem Spitznamen "Mohawk Guy" innerhalb weniger Tage zur Internet-Sensation.
Ferdowsi bekam Heiratsanträge per Twitter, eine eigene Radioshow und sogar US-Präsident Barack Obama witzelte in einem Telefongespräch mit NASA-Wissenschaftern, dass er selbst schon immer einen Irokesen-Schnitt hätte haben wollen.
All das ist Balsam für die durch Budgetkürzungen und das Ende der Raumfähren-Ära geschundene Seele der NASA. Der Mars bleibt zwar im Fokus der Raumfahrtbehörde und bemannte Missionen dorthin sind das langfristige Ziel, aber die Finanzierung sieht alles andere als rosig aus.
"Das können wir uns gerade so leisten", sagte NASA-Manager John Grunsfeld dem Time-Magazin. Bis dahin muss also hauptsächlich Curiosity – immerhin der mit 2,5 Milliarden Dollar der teuerste und ausgefeilteste Roboter, der je für die Erforschung eines anderen Planeten gebaut wurde - für Freude im Kontrollzentrum sorgen.
(apa, KURIER/ep)
Erstellt am 18.09.2012, 14:14