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KURIER
Die Schlangen an der Kassa sollen durch die NFC-Bankomatkarte reduziert werden.
Die Schlangen an der Kassa sollen durch die NFC-Bankomatkarte reduziert werden. - Foto: APA/PayLife Bank GmbH

Letztes Update am 25.01.2013, 16:53

Kontaktloses Bezahlen wird Standard. In Österreich wird es ab April bei den ersten Banken möglich sein, mit der Bankomatkarte Beträge unter 25 Euro kontaktlos zu bezahlen.

Statt die Bankomatkarte an der Kasse einzustecken und einen PIN-Code einzugeben wird man die Karte künftig einfach nur für wenige Sekunden an den Kassenterminal halten. Für Kunden soll das Bezahlen dadurch bequemer werden, für den Handel bedeutet es, das Bargeldrisiko zu reduzieren. Möglich wird dies durch die Near-Field-Communication-Technik (NFC, Kontaktlos-Funktion). Visa und MasterCard bieten mit PayWave und PayPass in Österreich bereits seit längerem Kreditkarten an, mit denen man kontaktlos zahlen kann. Doch nun werden auch die österreichischen Bankomatkarten flächendeckend mit der NFC-Funktion ausgestattet. Das hat der Technologie-Provider Payment Services Austria (PSA) nun offiziell angekündigt.

Banken tauschen aus

„Wir werden zum Jahresende fast die Hälfte des Kartenbestandes, also zirka vier Millionen Bankomatkarten, mit Kontaktlos-Funktion im Umlauf haben. Wir haben die Rückmeldung, dass grundsätzlich alle Banken dabei mitmachen“, sagt Rainer Schamberger, Geschäftsführer der PSA , dem KURIER. Jede Bank entscheidet allerdings selbst, wann es soweit ist. Vorreiter werden die Erste Bank und die Raiffeisen Zentralbank sein, die im April 2013 starten. „Im Herbst wird die erste große Menge im Rahmen der jährlichen Kartenerneuerungen an Kunden ausgesendet. Bis 2015 werden alle Karten damit ausgestattet sein“, sagt Michaela Riedinger von der Erste Group Bank AG.


Automatischer Tausch

Bei der Raiffeisen Zentralbank geht man von einem Start im zweiten Quartal aus. „Künftig werden alle Bankomatkarten mit der Funktion für kontaktloses Bezahlen ausgestattet. Ob der Kunde diese Funktion nützt, kann er selbst entscheiden. Wenn ein Kunde eine Bankomatkarte ohne NFC-Funktion wünscht, kann diese einfach deaktiviert werden“, heißt es seitens der Raiffeisen Zentralbank. Die Volksbank will die NFC-Bankomatkarte zum „frühestmöglichen Zeitpunkt im laufenden Tagesgeschäft“ einführen, die Bawag P.S.K. sowie die Bank Austria werden erst ab Mitte des Jahres 2013 mit dem Roll-Out der Kontaktlos-Karten starten.

Pilotbetrieb

Die Bawag P.S.K. hat bereits einen erfolgreichen Pilotbetrieb „auf größerer Basis“ hinter sich. „Wir haben unsere Mitarbeiter eingeladen, sich an diesem Testbetrieb zu beteiligen. Insgesamt haben wir bisher rund 400 kontaktlose Bankomatkarten an Testuser ausgegeben. Die NFC-Karten konnten entweder in hauseigenen Cafeterias oder bei bisher bestehenden 2000 NFC-Akzeptanzsstellen eingesetzt werden“, sagt Markus Gremmel, Bereichsleiter für den Zahlungsverkehr. Bei der BAWAG P.S.K. möchte man die Kunden zwischen den beiden Kartenarten (mit und ohne NFC-Funktion) wählen lassen. Bei allen anderen Banken geschieht die Umstellung automatisch.

Mobilfunker und BIPA testen das Handy als Geldbörse

Der Austausch der Bankomatkarten ist nur ein erster Schritt in Richtung kontaktloses Zahlen. Künftig soll man auch mit seinem Handy mobil bezahlen können. Bei BIPA ist vor Kurzem ein Pilotprojekt angelaufen, bei dem der Einsatz vom Handy als mobile Geldbörse getestet wird. „Das Pilotprojekt wird bis Mitte des Jahres laufen. Die Bankomatkarte wird dabei virtualisiert und in ein mobiles Wallet gebracht“, sagt Schamberger von PSA, dessen Unternehmen einer der Projektpartner ist. Insgesamt sind mehrere Interessensgruppen daran beteiligt – unter anderem auch die österreichischen Mobilfunkunternehmen. Die heimischen Mobilfunkbetreiber sitzen nach teils gescheiterten, geschlossenen Pilotprojekten mittlerweile an einem Tisch und beginnen, sich gemeinsam zu positionieren. Um die NFC-Technologie erfolgreich am Markt zu etablieren, ist es nämlich wichtig, dass die Konsumenten unabhängig vom Mobilfunkbetreiber und NFC-Gerät daran teilnehmen können.

(kurier) Erstellt am 25.01.2013, 16:53


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