Letztes Update am 26.06.2012, 16:35
Sehr verspielt: Die Männermode für den Sommer 2013.
Auf der Mailänder Männermodewoche feierte Jil Sander ihr Comeback und die Männer zeigten nicht nur Beine, sondern auch Sinn für Humor und Farbe.
Der nächste Sommer wird verspielt, zumindest wenn es nach den Mailänder Modehäusern wie Roccobarocco oder Missoni geht: Auf der Milano Moda Uomo wurden Farbe, kurze Hosen und vor allem Prints für den Sommer 2013 präsentiert.
Bottega Veneta spezialisierte sich bei der neuen Kollektion auf Batik und ...
... Indianer.
Salvatore Ferragamo steckt den Business-Mann hingegen in viel Farbe.
Bunt wird es nächsten Sommer auch bei Roccobarocco, wo noch auffällige Muster und schicke Hütchen dazu kombiniert werden.
Auf Blumenprints setzt hingegen Calvin Klein.
Und Vivienne Westwoods Mode fällt gewohnt ausgefallen aus.
Hier trägt der Mann bunte Batikdesigns, Blumen im Haar und ...
... natürlich Shorts.
Sportliche Männerbeine gab es auch bei der Show von Z Zegna zu sehen.
Während Ermenegildo Zegna auf warme Farben und unpraktische Bundfalten setzt.
Architektonisch zweifarbig wird es bei Prada im nächsten Sommer und ...
... Cavalli verwandelt den Mann 2013 mit elektrisierenden Blautönen zum König der Nacht.
Auch Leder wird im nächsten Sommer ein Thema, dem sich vor allem Giorgio Armani und ...
... Gucci angenommen haben.
Gucci setzt 2013 aber auch Nadelstreifen in einer Extremvariante ein.
Die kurze Hose im Büro versucht das Label Emporio Armani einzuführen, ...
... dessen Freizeit-Kleidung aber nicht weniger Business-Like ausfällt.
Auf kurze Hosen setzt nächsten Sommer auch das italienische Haus Missoni, ebenso wie ...
... auf Mustervielfalt.
Etro ließ sich hingegen vom Nahen Osten inspirieren.
Das Bild eines modernen Gladiators hatte offensichtlich Donatella Versace vor Augen, als sie ihre neue Kollektion für Frühjahr/Sommer 2013 entwarf.
Seidene Boxermäntel dekoriert mit dem breiten Gürtel des Champions, ...
... Anzüge in V-Silhouette, ...
... glänzend schimmernde Blouson-Kombinationen und ...
... viele ärmellose Sakkos beinhaltet die Kollektion.
Dazu gibt es üppige Drucke auf Hosen oder den verlängerten Shirts.
Das Sport-Thema wird weiter interpretiert in Anzügen mit aufgesetzten Taschen, Westen oder Seidenparkas.
Betont maskulin sind die Accessoires, wie der als Halfter gebundene Gürtel oder die Gladiatoren-Sandalen.
Mut muss Mann jedoch haben, sollte er sich für ...
... Donatella Versaces Kreationen entscheiden.
Viel Glanz war auch bei Burberry Prorsum zu sehen.
Hier dominierten metallische Lackoberflächen in kräftigen Farben, ...
... oft dargeboten im Kontrast zu klassischen Kleidungstücken wie etwa einer Bundfaltenhose.
Außerdem präsentierte Designer Christopher Bailey viele voluminöse Blousons mit einem breiten Bündchen, sehr lang geschnittene, über der Hose getragene Kurzarmhemden sowie gemusterte Taschen.
Im Bild: Christopher Bailey, der Designer des britischen Labels.
Sizilien ist der Markenkern von Dolce & Gabbana. Im kommenden Frühjahr/Sommer prägt dieses Thema die gesamte Kollektion des Mailänder Designerduos.
Es gibt figurativ bedruckte Seidenhemden oder Hosen mit sizilianischen Postkartenmotiven.
Zur Bundfaltenhose trägt der Mann ein Seidensakko und ein Hemd mit offenem Kragen.
Dolce & Gabbana verzichteten bei ihrem Defilee am Samstag auf professionelle Models und ließen ihre Mode stattdessen von ganz normalen Männern vorführen.
Für einen fulminanten Auftakt der Milano Moda Uomo hatte Jil Sander gesorgt: Die Designerin betrat Samstagvormittag um 10.40 Uhr den Laufsteg, und in diesem Moment waren die Marke und ihre Gründerin wieder vereint. Acht Jahre nach ihrem Rückzug aus dem Unternehmen feierte die Hamburger Designerin in Mailand ein Comeback.
In ihrer Kollektion Frühjahr/Sommer 2013 besinnt sie sich auf die alten Stärken und zeigt Mode für einen jungen, kosmopolitischen Mann.
"Ich bin wieder zuhause", sagte Jil Sander nach ihrer Präsentation im Backstage-Bereich. "Das alles berührt mich sehr." Zuvor hatte sie in knapp zehn Minuten eine Kollektion gezeigt, die sehr frisch und modern wirkt. Weite Bermudashorts gesellen sich zu weißen Kurzarmhemden und ärmellosen Gehröcken.
Grafische Muster zieren die Strickjacken und T-Shirts.
Die schmalen Hosenbeine enden bereits vor dem Knöchel, viele Sakkos schließt man doppelreihig.
Unter den Schuhen blitzt oft eine farbige Sohle. Das Formale und das Legere fließen in dieser Kollektion ineinander.
"Zurück zu den Ursprüngen", so erklärte die 68-Jährige ihren Ausgangspunkt für die erste Arbeit unter dem eigenen Namen seit acht Jahren.
"Es ging mir immer darum, eine Mode zu entwerfen, die Wertigkeit und Klasse hat und dabei funktional ist. Wir sind heute ständig in der Welt unterwegs und brauchen mehr denn je Kleidung, die allen Erfordernissen gerecht wird."
"Und sie kennt die modischen Bedürfnisse eines jungen, kosmopolitischen Mannes", so lautet das erste Resümee von Michael Werner, Chefredakteur der Fachzeitschrift TextilWirtschaft.
Gerade daran hatten einige Zweifel gehegt, als im Februar die Nachricht vom Comebacks Jil Sanders für einen Paukenschlag sorgte. Wenig charmant wiesen die Kritiker auf ihr Alter hin.
Jil Sander hatte ihr Label 1968 in Hamburg gegründet. Die nahm bereits in den eher opulenten 1980er-Jahren den dominierenden Purismus der folgenden Dekade vorweg. Hier wurde sie zu einer der wichtigsten Designerinnen der jüngeren Modegeschichte. Seit 1997 gibt es auch eine Kollektion für Männer.
Zwei Jahre später verkaufte Jil Sander die Mehrheitsanteile an die italienische Prada-Gruppe. Nur kurze Zeit darauf schied sie im Streit mit ihrem neuen Chef Patrizio Bertelli aus dem Unternehmen aus. 2003 erfolgte ein überraschendes Comeback, das allerdings bereits im folgenden Jahr zu einem erneuten, wie alle dachten endgültigen Abschied führte.
Jil Sander für die japanische Kette Uniqlo zu arbeiten, die in einem eher preisgünstigen Segment angesiedelt ist. Dort entwickelte sie ein eigene, kleine Linie, die "+J" hieß. Die Fans jubelten: Jil Sander war auf einmal für alle bezahlbar geworden.
(kurier)
Erstellt am 26.06.2012, 14:00