Reise Ein Hoch auf die Azoren Diskussion Weitere Artikel Letztes Update am 08.06.2012, 13:40 Bildergallerie drucken An Instapaper senden Ein Hoch auf die Azoren. Mitten im Atlantik präsentieren sich die Azoren als beschauliches Paradies zum Verlieben. Vollbild Zurück Bild von / Weiter Schliessen Vollbild Mitten im Atlantik wird Geschichte geschrieben. Jahr für Jahr entscheidet sich hier, ob unsere Jahreszeiten halten, was sie versprechen. Abgesehen von dieser Bedeutungsschwere präsentieren sich die Azoren als beschauliches Paradies zum Verlieben. Bild: Der Vulkan Ponta do Pico, der Vulkan Ponta do Pico, mit 2.351 m der höchste Berg Portugals. Die Azoren und wir, wir und die Azoren. Eine innige, von Hochs und Tiefs gezeichnete Verbindung. Bild: Meerumtost: Flores, die Blumeninsel. Yachthafen auf Terceira. Gerade in Zeiten wie diesen, wenn der Westwind den wankelmütigen Frühling in die Zielgerade treibt und man nicht weiß, ob der Sommer überhaupt Lust darauf hat, im Reigen der Jahreszeiten mitzutanzen, sind die Augen der Österreicher gebannt auf die Azoren gerichtet. Bild: Küstenlandschaft von Terceira. Zumindest die derjenigen, die, vom großen Belcredi geschult, das ferne Insel-Archipel im Atlantik als „Wetterküche Europas“ verinnerlicht haben. Bild: Die „Wetterküche“ über São Jorge. Und zwar zu Recht. Hier werden die Weichen für unsere Jahreszeiten gestellt. Werden die Winter mild und feucht oder klirrend kalt, die Frühlinge wechselhaft oder frühsommerlich? Die Entscheidung fällt im Himmel über den Azoren. Bild: Felsformationen auf Flores. Genau in diesem Moment kämpft das Azorenhoch gegen das Islandtief um den Titel des Sommerkönigs. Ein erbittertes Match, das uns wesentlich direkter und nachhaltiger betrifft, als alles, was derzeit in den Fußballstadien der Ukraine und Polens für Emotionen sorgt. Bild: Dramatisch schön: der Himmel über der Insel São Jorge. Nur wenn es das Azorenhoch schafft, sich auszubreiten, in die Offensive zu gehen und sich im gegnerischen Strafraum festzusetzen, wie die Tiki-Taka-Spanier, bekommen wir einen Sommer, der diesen Namen auch verdient. Bild: Ponta Delgada auf São Miguel. Dennoch haben die Azoren es nicht verdient, wenn man sie nur auf ihren Einfluss auf unser Wetter reduziert. Bild: Weltkulturerbe Angra do Heroismo. Dafür haben die neun größeren und vielen kleineren Inseln, die seit ihrer Entdeckung vor fast 700 Jahren zu Portugal gehören, selbst zu viel zu bieten. Allein die Lage! Bild: Kraterseen auf São Miguel. Knapp 1.400 Kilometer vom europäischen Festland entfernt, 4.400 sind es bis zur Ostküste der USA und 2.300 Kilometer bis nach Neufundland. Mehr Meer geht fast nicht. Bild: Mystisch: der mächtige Ponta do Pico. Und mitten drin im unendlichen Blau, wie von einem verspielten Gott hingewürfelt, liegen São Miguel, Pico und Terceira, Flores, Faial und São Jorge, Santa Maria und Graciosa. Bild: São Miguel. Dazu der beeindruckende Vulkanfelsen von Corvo, der am nördlichsten Rand des Archipels wie ein Solitär aus dem Meer ragt. Bild: Üppigen Blumen auf der kleinen nördlichen Insel Corvo. 468 Einwohner hatte die Insel bei der letzten Zählung, 425 davon leben in Vila do Corvo, der kleinsten Stadt Portugals. In der Mitte der 17 Quadratkilometer kleinen Insel, die Märchenlandschaft des erloschenen Vulkankraters, samt grünblau schimmerndem See. Bild: Kratersee auf São Miguel. Praktisch eine Konstante auf den Azoren, denn bis auf Santa Maria sind alle Inseln vulkanischen Ursprungs. Bild: Der Vulkan Capelinhos auf Faial. Sonst herrscht überraschende Vielfalt, sowohl was Dialekte als auch Kultur und Kulinarik betrifft.Denn die Azoren wurden über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten besiedelt und die neuen Bewohner konservierten auf ihren jeweiligen Inseln in der Einsamkeit des Atlantik ihre Traditionen. Bild: Santa Cruz auf Graciosa, der zweitkleinsten Insel der Azoren. Santa Maria etwa, die schon im 15. Jahrhundert besiedelt wurde und mit Vila do Porto stolz auf die älteste Stadt der Azoren verweist, blieb immer eine dünn besiedelte, eher weltabgewandte Insel. Bild: Typisch: die Kraterseen im Landesinneren. Wie zum Beispiel auf Pico. Deren Beschaulichkeit nur durch einen, inzwischen zum Glück nur mehr privat und eher spärlich genutzten, amerikanischen Militärflughafen gestört wurde. Während Faial – mit dem schicken Yachthafen der Hauptstadt Horta – schon immer einen internationaleren Touch hatte. Bild: Felsformation auf Flores. Bezeichnenderweise wurde Faial 1893 durch das erste Unterseekabel mit Lissabon und danach mit Coney Island, New York, verbunden. Eine frühe Drehscheibe der Telekommunikation. Bild: Felsformationen auf Flores. Dazu Terceiro, mit der prachtvollen Altstadt von Angra do Heroísmo, seit 1983 Weltkulturerbe der UNESCO, und natürlich São Miguel, die größte Insel, die gleich mit einigen historischen Städten lockt. Und wo es sich so wunderbar in alten Palästen wie dem Herrenhaus „Solar de Lalem“ oder ehemaligen Klöstern wie dem „Convento de São Francisco“ übernachten lässt. Bild: Terceira. Eine weitere Gemeinsamkeit, die praktisch alle Inseln der Azoren verbindet: Massentourismus mit Hotelburgen sind hier nicht angesagt. Die Azoren mögen Individualisten, die gerne schauen, riechen, spüren, wandern – und umgekehrt. Das kann man hier dafür im Überfluss. Bild: Kraterseen auf São Miguel. Denn das Wetter ist mild und feucht und sorgt für das üppigste Grün und die duftendsten Blumen allerorts. Und wenn es, was es auch ganz gerne macht, Kapriolen schlägt und der Himmel unversehens die Schleusen öffnet, wird man dafür mit den herrlichsten Regenbögen der Welt belohnt.Apropos Wetter: Wie steht’s eigentlich im Match zwischen Azorenhoch und Islandtief? Island führt mit unansehnlicher Defensiv-Taktik 1:0. Aber wir sind erst in der Mitte der zweiten Hälfte – noch ist nichts verloren. Ein Hoch auf die Azoren! Bild: Prachtvolle Hortensien findet man auf allen neun Inseln. TIPPEines der gemütlichsten Lokale der Azoren mit der stimmigsten Atmosphäre: „Peter’s Cafe Sport“, direkt am Hafen von Horta auf der Insel Faial. Hier treffen sich Segler und Urlauber aus aller Welt, der Chef führt sein Lokal in vierter Generation und kennt die Azoren wie kaum ein zweiter. Hier kann man auch Whale-Watching-Touren buchen. (kurier/Andreas Russ-Bovelino) Erstellt am 09.06.2012, 07:00 Diskussion Kommentare aktualisieren Weitere Artikel zum Thema Extratour Azoren und Lissabon: Vulkane, Wale, Weiße Stadt Tartarotti schaut fern Unglück im Glück Pisa schaut fern Ein Gewinn für jedes Gemüse Im Bild Im Bild: Mindestens unnötig Wir sind Weltmeister - der "unnötigen" Tore. Medienkrise Springer plant Stellenabbau bei "Bild"-Zeitung Wie der "Spiegel" berichtet, könnten bis zu 200 Arbeitsplätze bei der "Bild" gestrichen werden - Springer-Sprecher nennt Zahlen falsch.
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