Letztes Update am 21.06.2012, 13:36
Afrika: Wirtschaft wächst, Hunger bleibt.
"Afrika hat einen deutlichen Weg in Richtung Wachstum eingeschlagen", so eine neue Commerzbank-Studie. Der Hunger jedoch bleibt.
Öl, Gold, Kupfer, Kaffee - für viele Volkswirtschaften Afrikas macht sich ihr Rohstoffreichtum zunehmend bezahlt.
"Die Volkswirtschaften in vielen Ländern Afrikas haben nach den Krisen der Vergangenheit einen deutlichen Weg in Richtung Wachstum eingeschlagen", fasst die Commerzbank eine jüngst in Frankfurt vorgestellte Studie zusammen.
(Bild: Brothändler in Livingstone, Zambia.)
Auch wenn es noch Probleme gebe, habe die "politische und wirtschaftliche Stabilität in Subsahara-Afrika insgesamt zugenommen."
(Bild: Goldmine in Orkney, Südafrika.)
Mittelfristig trauen Experten der Region, zu der Länder wie Nigeria, Ghana, Südafrika und Kenia zählen, ein jährliches Wachstum von real rund sechs Prozent zu.
(Bild: Illegale Ölraffinerie in Ekulama, Nigeria.)
Laut Bericht des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) wuchsen die afrikanischen Volkswirtschaften in den Jahren 2004 bis 2008 um durchschnittlich 6,5 Prozent.
Als Folge der Wirtschaftskrise sank das Wachstum im Jahr 2009 kurzfristig auf rund 2,7 Prozent, stieg aber im Jahr darauf wieder auf 5,4 an. 2011 lag das Wachstum dem Bericht zufolge bei 5,2 Prozent.
(Bild: Markt in Lagos, Nigeria.)
Afrika sei punkto Entwicklung nach Asien "die zweitschnellste Region der Welt", so der UNDP-Wirtschaftsexperte Sebastian Levine.
(Bild: Maponya Einkaufszentrum in Soweto, Südafrika.)
Triebfeder ist die hohe Nachfrage nach Rohstoffen vor allem in boomenden asiatischen Ländern.
(Bild: Kaffeeernte in Kiambu, Kenia.)
Positiv die Begleiteffekte des brummenden Konjunkturmotors: "In größeren Städten bildet sich eine Mittelschicht, die zunehmend qualitativ höherwertige Produkte nachfragt. Hiervon werden auch der Dienstleistungssektor und insbesondere die Finanzwirtschaft profitieren", so Rainer Schäfer, Leiter der Commerzbank-Länderrisikoanalyse und einer der Studienautoren.
(Bild: Börse in Johannesburg, Südafrika.)
Nach wie vor gibt es allerdings Schwächen und Risiken: Niedriges Bildungsniveau, mangelnde Infrastruktur, Korruption und bürokratische Hürden bremsen nach Einschätzung der zweitgrößten deutschen Bank oft die wirtschaftliche Entwicklung auf dem Kontinent.
(Bild: Schule im Flüchtlingslager Dadaab, Kenia.)
"Die größte Herausforderung für Subsahara-Afrika liegt in der demografischen Entwicklung. Das aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums kräftig zunehmende Arbeitskräftepotenzial kann nur durch die Schaffung von zusätzlichen Jobs aufgefangen werden", erläuterte Florian Witt, Abteilungsleiter Afrika bei der Commerzbank-Mittelstandsbank.
(Bild: Minenarbeiter in Johannesburg, Südafrika.)
Auch konnte das rasante Wirtschaftswachstum in Afrika bislang nicht zur Überwindung des Hungers auf dem Kontinent führen.
Über 200 Millionen Menschen leiden in Afrika weiterhin an Unterernährung.
"Die beeindruckenden Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts in Afrika schlagen sich nicht in der Beseitigung von Hunger und Mangelernährung nieder", sagte UNDP-Chefin Helen Clark bei der Vorstellung des Entwicklungsberichts in Nairobi Mitte Mai.
(apa, dpa/js)
Erstellt am 21.06.2012, 13:34