Letztes Update am 03.04.2012, 12:55
Vorsicht Wild: So reagieren Sie richtig.
Besonders in den Morgen- und Abendstunden sollten Autofahrer jetzt besonders vorsichtig sein. Der ARBÖ liefert Tipps zur Vermeidung von Kollisionen von Tier und Fahrzeug.
47 Verletzte, ein Toter und 78.000 verendete Tiere - das ist die Wildunfallbilanz vom 1. Halbjahr 2011 auf Österreichs Straßen. Laut ÖAMTC steigt die Gefahr von Kollisionen zwischen Pkw und Tier besonders im Frühling. Mit den wärmeren Temperaturen werden die Wald- und Wiesenbewohner aktiver, die Menschen wiederum sind mit der Umstellung auf die Sommerzeit mehr "draußen" in der Natur und abends länger unterwegs - eine oftmals lebensgefährliche Kombination.
Damit es dabei nicht zu Kollisionen von Tier und Fahrzeug kommt, hier einige Tipps zur Vermeidung von Unfällen.
Hupen, nicht bremsen
Sieht man das querende Wild rechtzeitig, mehrmals kurz die Hupe betätigen. Keinesfalls Dauerhupen oder mit dem Fernlicht blenden. Das irritiert das Wild und es kann passieren, dass es im Schock einfach mitten auf der Fahrbahn stehen bleibt.
Keine hektischen Manöver
Die gefährlichsten Situationen entstehen durch unkontrollierte Ausweich- und Bremsmanöver, bei denen das Auto auf die Gegenfahrbahn gerät. Experten raten, im Zweifel eher einen abgebremsten Zusammenstoß mit dem Wild in Kauf zu nehmen, als hektisch zu reagieren.
Andere Verkehrsteilnehmer warnen
Kommt es trotzdem zu einer Kollision, muss wie bei jedem anderen Unfall reagiert werden: Warnblinker einschalten, Warnweste anziehen, bevor das Fahrzeug verlassen wird, Warndreieck aufstellen, gegebenenfalls Verletzte versorgen. Die Polizei muss auf jeden Fall verständigt werden. Wer dies …
… verabsäumt, macht sich wegen Nichtmeldens eines Sachschadens strafbar und bekommt auch keinen Schadenersatz durch Versicherung. Selbst wenn das Tier nur angefahren wurde und noch weglaufen konnte, muss die Polizei verständigt werden. Diese kontaktiert dann den zuständigen Jagdaufseher, der sich mit seinem Jagdhund auf die Suche nach dem Tier macht, um es gegebenenfalls von seinem Leid zu erlösen.
Tiere nicht berühren
Ein angefahrenes, verletztes Tier sollte auf keinen Fall berührt werden. Es könnte nochmals zubeißen oder mit Tollwut infiziert sein. Getötetes Wild darf auch nicht mitgenommen werden, ansonsten macht man sich der Wilderei strafbar, was mit Geld- oder Haftstrafen bis hin zur Beschlagnahme des Fahrzeugs geahndet wird.
2010 ereigneten sich laut Statistik Austria in Österreich 114 Wildunfälle. Dabei verunglückten 125 Personen. Der ARBÖ rät daher: Tempo reduzieren und vorausschauend sowie mit permanenter Bremsbereitschaft durch diese Gebiete fahren. Unbedingt ausreichend Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einhalten.
(APA, KURIER.at/spp)
Erstellt am 02.04.2012, 05:00