Letztes Update am 16.08.2012, 11:24
Die geplante Einführung des E10-Sprits im Herbst steht unter keinem guten Stern.
Es muss ja nicht gleich so ein Fiasko werden wie in Deutschland.
Dort ist die Einführung des E10-Sprits, also die Beimischung von 10 % aus Pflanzen gewonnenem Ethanol zum Benzin, an mangelnder Information der Kundschaft gescheitert.
Aber obwohl es bei uns schon im Oktober losgehen soll, ist auch hierzulande immer noch nichts von einer Informationskampagne zu bemerken, die den Autofahrern die Unsicherheit nehmen könnte, ob ihr Gefährt E10 verträgt oder ob der Motor Schaden nehmen würde. Dazu müssten die diffusen Aussagen im Vorfeld, dass der Großteil der modernen Motoren E10-tauglich sei, mit Fakten unterlegt werden, welche die Haftung bei etwaigen Motorschäden genau regeln.
Aber selbst wenn das noch rechtzeitig passieren sollte, steht die E10-Einführung angesichts der aktuellen Meldungen über Rekord-Ernteausfälle bei Getreide und Mais unter keinem guten Stern. Die Gegner der Agrarsprit-Produktion – Motto: Lebensmittel gehören auf den Teller, nicht in den Tank – erhalten noch mehr moralisches Gewicht, wenn der Chef der UN-Welternährungsorganisation die USA auffordert, angesichts der dramatischen Lage die Biospritproduktion auszusetzen, um die Weltmarktpreise für Getreide und Mais in den Griff bekommen zu können.
Die paar Liter Ethanol für die heimischen Tankstellen würden zur Anheizung des schon um rund 30 % gestiegenen Getreidepreises zwar wenig beitragen. Aber es dürfte den Betreibern der heimischen E10-Einführung schwerfallen, deren Sinnhaftigkeit zu erklären, wenn parallel dazu die Brotpreise steigen.
horst.bauer(at)kurier.at
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