Motor So sieht die Mobilität der Zukunft aus Diskussion Weitere Artikel Letztes Update am 14.04.2012, 15:20 Bildergallerie drucken An Instapaper senden So sieht die Mobilität der Zukunft aus. Ein Wiener Designbüro denkt über alles nach, was sich bewegt: Von Bahn bis Bus, von Traktor bis Fähre. Vollbild Zurück Bild von / Weiter Schliessen Vollbild Durch die Silbergasse in Wien-Döbling rollt jahrein, jahraus bleischwer und laut viel innerstädtischer Transit. Kaum zu glauben, dass sich in einem der unscheinbaren Häuser mit den mehrfach isolierten Glasfenstern eine hoch interessante und auch gefragte Denk-Werkstatt für sanfte Mobilität versteckt. Daniel Huber, Jahrgang 1968, ist der Daniel Düsentrieb unter Österreichs Industriedesignern. Im Jahr 1993 hat er die Firma spirit design gemeinsam mit dem Strategieentwickler Georg Wagner gegründet. Zum Spezialgebiet haben die beiden Vordenker zukunftsorientierte Mobilität erkoren – damit sind sie bisher sehr gut gefahren. Ihr Büro mit inzwischen 22 Mitarbeitern hat nicht nur das Aussehen des ÖBB-Railjets entscheidend mitgeprägt, sondern auch bei der Formgebung der privaten Westbahn maßgeblich mitgewirkt. Made in Austria Mit den österreichischen Referenzen sind die Wiener Spirit-Designer auch in China gefragt. "Wir sind derzeit in die Entwicklung von ganz neuen U-Bahn-Systemen und Zügen in drei chinesischen Provinzstädten involviert", erzählt Huber über die aktuellen Exportaktivitäten. In jeder der drei Provinzstädte wohnen übrigens mehrere Millionen Menschen. Im Pekinger Verkehrsministerium ist man auch an den neuen Entwürfen im Bereich der Hochgeschwindigkeitszüge interessiert. Doch Hubers Team interessiert weit mehr als nur die Eisenbahn. Sie designen alles, was sich fahren lässt – Feuerwehrautos, Autobusse, Lkws, Fährschiffe, Segelboote, E-Fahrräder, E-Autos, Nutzfahrzeuge, auch Traktoren. Die Letzten werden die Ersten sein. Daniel Hubers Lieblingsprojekt ist der Traktor, den man gemeinsam mit Forschern der Technischen Universität Wien und der Universität für Bodenkultur entwickelt hat. Sie nennen ihn den "Ox", weil er für die Bauern in Schwellenländern den Ochsen ersetzen soll. Der Designer schwärmt von der "Reinkarnation des Billig-Traktors, weil er sehr einfach zu bedienen ist, weil man ihn auch selbst zusammenbauen kann". So sind die Gasflaschen abnehm- und im Handumdrehen auch für den Herdbetrieb einer Garküche verwendbar. Angetrieben soll er durch Biogas werden. "Und es gibt auch schon einige Interessenten." Zukunftsmusik dagegen sind die Highspeed-Passagierfähren, die wie U-Boote mit Wasserstoff und zusätzlich mit Solarenergie angetrieben werden sollen. Huber nennt sie "Hydrocat". Ebenso faszinierend die Konzepte zum Thema Elektro-Fahrrad. Bis die allerdings Serienreife erreichen, wird noch viel Blech die Döblinger Silbergasse rauf- und runterrollen. Der Panther ist Rosenbauers Imageträger. Das sehr erfolgreiche Leondinger Export-Unternehmen ist mit ihm weiter auf der Überholspur: Ihr Panther-Modell ist heute das erfolgreichste Flughafenlöschfahrzeug der Welt. Es ist auf allen Kontinenten, auf vielen großen Flughäfen im Einsatz. "In China versucht man es sogar zu kopieren", weiß Daniel Huber. Das Design, auch die Gestaltung des Cockpits, stammt aus seinem Büro. Auch bemerkenswert: Sowohl die Österreichischen Bundesbahnen als auch die Westbahn AG, derzeit beinharte Konkurrenten auf der Schiene zwischen Wien und Salzburg, sind Kunden von Huber. Für die ÖBB hat sein Büro spirit design das moderne dunkelrote Outfit des Railjets und auch dessen Innenausstattung kreiert, für die Westbahn hat er sich nicht nur die Innenarchitektur, sondern auch den Markenauftritt des privaten Herausforderers überlegt. Gab es noch vereinzelt Kritik über die Sitzplätze der zweiten Klasse im Railjet, so sind die Reaktionen auf das Design der neuen Westbahn durchgehend positiv. Darüber hinaus hat Hubers Team das gesamte Firmen-Erscheinungsbild für den Wiener City Airport Train, kurz CAT, gestaltet. Dazu gehört übrigens auch das 2003 eingeführte leicht verständliche Leitsystem am Schwechater Flughafen. Kein Wunder, dass Touristen dort sofort in den teureren Flughafenzug einsteigen und die weit preisgünstigere S7 ohne sie abfährt. Auch auf der Piste soll es nach den Ideen von Spirit Design bald anders aussehen: Vorstellung für eine Pistenraupe. Zu Wasser könnte es bald so weiter gehen. Und Daniel Huber gehen so bald sicher nicht die Ideen aus. (kurier/uwe mauch, red) Erstellt am 14.04.2012, 14:30 Diskussion Kommentare aktualisieren Weitere Artikel zum Thema Motor Zukunft der Mobilität 13 Fragen „Man wird erfolgreich gemacht“ Die Produkt-Designer Marek Gut und Christoph March sind zusammen March Gut Beamtenposse in Wien Mit dem Traktor in der Radarfalle? Waldviertler soll mit Tempo 79 gefahren sein. Dabei fährt sein Traktor nur 40 km/h. 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