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KURIER
Konnte nicht nur mit seiner Optik punkten, sondern auch mit dem agilen Fahrverhalten: Range Rover Evoque. - Foto: werk

Letztes Update am 19.07.2012, 14:21

Schöne Überraschung: Range Rover Evoque 2,2 SD4 . Nach einem halben Jahr: Bilanz über den schicken Allradler und Teile seiner Sonder-Ausstattung.

Der Applaus vom Straßenrand ist ihm sicher. Das Erscheinungsbild des kleinen Range Rover sorgt für anerkennende Blicke selbst von Leuten, die sonst mit Autos wenig am Hut haben.

Meist folgt aber – wir bewegen uns in Österreich – die skeptische Frage, ob einer, der schon so gut aussieht, auch wirklich gut sein kann. Nach 12.000 km mit dem Evoque-Topmodell mit 190-PS-Diesel samt Automatik und allerlei Zusatzausstattung (weitere Kilometer mit dem Basis-Evoque – siehe unten – sind im Gang), können die Skeptiker beruhigt werden.

Den Land-Rover-Leuten ist mit dem Evoque nicht nur ein optisch auffälliges, sondern auch äußerst solides, kompaktes SUV gelungen. Eingesetzt unter unterschiedlichsten Bedingungen – vom Stadtverkehr über verschneite Bergstraßen bei zweistelligen Minusgraden bis zu deutschen Autobahnetappen – hat der Dauertest-Kandidat keine gravierenden Schwächen gezeigt. Vor allem das agile Fahrverhalten auf kurvigen Straßen trotz eines auf relativ kleiner Fläche verteilten hohen Fahrzeuggewichts steht dick unterstrichen auf der Haben-Seite.

Weitere im Fahrtenbuch vermerkte Pluspunkte betreffen die direkte Lenkung, die weich schaltende Automatik sowie die solide Verarbeitung.

Schatten

adsf
Das adaptive Allradsystem bewährte sich auf Schnee. - Foto: werk

Auf der Minus-Seite finden sich der langsam arbeitende Rechner von Navi und Bordcomputer, die schmierenden Scheibenwischer, die Sichtbehinderung nach schräg vorne durch die sehr breiten Außenspiegel sowie die für einen Diesel etwas schwache Reichweite.

Von den Zusatz-Ausstattungen bewährte sich das Winterpaket (€ 901,–), dank dessen nicht nur Frontscheibe, Scheiben­wischerdüsen und Sitze beheizbar sind, sondern auch das Lenkrad. Weniger abgegangen wäre das Rundum-Kamerasystem (€ 1088,–), nicht zuletzt wegen des trägen Umschalt-Verhaltens des Bordmonitors. Die Abblendautomatik der Scheinwerfer (€ 230,–) fiel auf, weil sie Tunneleinfahrten nicht erkannte und das Fernlicht beibehielt.

Das schlüssellose Zugangssystem schließlich sorgte mit einem jener Auftritte für eine Überraschung, die es laut Betriebsanleitung und Techniker nicht geben kann. Faktum bleibt, dass es nicht erkannte, dass der Schlüssel im Handgepäck verblieben war, nachdem auf dem Parkplatz nur die automatische Heckklappe (und nicht die Zentralverriegelung) geöffnet wurde. Statt, wie vorgesehen, die Schließung der Klappe hupend zu ver­weigern, schwenkte diese zu, womit das Auto verriegelt war und nur mit dem Ersatzschlüssel geöffnet werden konnte.

Die Pferde gewechselt: RR Evoque 2,2 TD4

Range Rover Evoque
Hitzetest bei 40 Grad in engen umbrischen Dörfern. - Foto: Bauer, Horst

Zur Halbzeit gab es keinen Fahrer-, sondern einen Wagenwechsel. Nach dem voll ausgestatteten Evoque SD4 Prestige mit Automatik und Allrad um €  62.851,– folgte für die zweite Etappe ein eD4 Pure mit Handschaltung und Frontantrieb um € 45.846,–.

Nach den ersten 4000 Kilometern im Sommereinsatz lässt sich die drängendste Frage bereits mit ausreichender Sicherheit beantworten. Die zum Vorgänger fehlenden 40 PS sind in der Fahrpraxis kaum je zu merken. Außer durch eine größere Reichweite. Auf Langstreckenfahrt mit gemischten Autobahn- und Landstraßen-Kilometern schaffte der TD4 sogar Schnitte von 6,2 bis 6,5 Liter Diesel für 100 km. Und das trotz voll belasteter Klimaanlage bei bis zu 40 Grad Außentemperatur.

Zur größeren Genügsamkeit im Vergleich zum SD4 trägt natürlich auch das manuelle Getriebe des TD4 bei, sofern man sich nicht scheut, kräftig durch die – sehr engen – Dörfern Schaltgassen zu surfen. Gar nicht abgegangen sind bisher die Außenkameras, der Abstandswarner hinten reicht als Einparkhilfe. In engen italienische Dorf-Gassen schmerzlich vermisst wurde jedoch die Möglichkeit, die mächtigen Außenspiegel per Knopfdruck einzuklappen. 

(kurier) Erstellt am 20.07.2012, 07:00

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