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KURIER
Foto: KURIER / Boroviczeny Stephan

Letztes Update am 26.04.2012, 09:42

Nachbau unmöglich. Hohes Prestige ist das stärkstes Kapital der europäischen Autoindustrie in China.

Da könnten sogar unsere Steuereintreiber noch etwas lernen. Die gewaltigen Unterschiede zwischen Brutto- und Nettopreis bei leistungsstarken Luxusautos, die in Österreich nicht nur verkauft, sondern auch zugelassen werden, verblassen vor den in China gängigen Dimensionen.

Dort schlägt der Staat massige 243 Prozent Steuer auf importierte Luxusautos auf.

Dennoch freuen sich alle etablierten europäischen Hersteller von Ferrari über Lamborghini bis Aston Martin über stolze Zuwachsraten – und das sogar vor dem Hintergrund, dass man der neuen Kundschaft, die nicht von Autorennen sozialisiert wurde, die Faszination, die von Sportwagen ausgeht, erst schrittweise nahebringen muss.

Gekauft wird von den meist jungen Reichen des Landes – der durchschnittliche Lamborghini-Kunde ist zwischen 20 und 45 Jahre alt und damit wesentlich jünger als in Europa – vor allem die Marke und das Prestige, das von ihr ausgeht. Und auf diesem Gebiet sind die Europäer im Automobilgeschäft Chinas praktisch konkurrenzlos.

Während sie sich in der kargen Ebene der Massenmotorisierung nicht nur mit den aufgezwungenen chinesischen Partnern, sondern auch mit amerikanischen und koreanischen Konkurrenten herumschlagen und auf einem Markt von rund 470 verschiedenen Automodellen um Aufmerksamkeit ringen müssen, haben sie auf den Gipfeln des gewinnträchtigen Luxus-Segments kaum Gegenwind.

Prestige lässt sich nämlich nicht nachbauen.

horst.bauer(at)kurier.at

(KURIER) Erstellt am 26.04.2012, 15:00

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