Letztes Update am 12.04.2012, 10:38
Mercedes G-Klasse: Noch immer kantig.
Der Geländewagen von Mercedes wird zum wiederholten Male überarbeitet. Ansehen tut man ihm das kaum. Das ist gut so.
Was haben die G-Klasse von Mercedes und der klassische G-String gemeinsam? Abgesehen vom ersten Buchstaben, eine Menge männlicher Fans, den Beginn ihrer Popularität in den 1970er Jahren und das beständige Design.
Die Form des Unterhöschens und des Geländewagens hat sich in den letzten dreißig Jahren kaum verändert. Beide entstehen nach einem Erfolgsrezept mit bewährten Zutaten und kommen nicht aus der Mode. Das krisensichere Credo lautet: Bewährtes begeistert. Der Stringtanga ...
... besteht immer noch aus einem kleinem Stoffdreieck und dünnen Schnüren. Und auch an der Optik des Mercedes-Benz ...
... hat sich seit 1979 wenig getan. Obwohl das dienstälteste Modell der Marke nun seine x-te Überarbeitung erfährt, muss man die Veränderungen an der kastenförmigen Karosserie mit der Lupe suchen. Er ist und bleibt eine fahrende Schrankwand. Das ist erfrischend anders. Und gut so, wie Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG findet: "Unsere G-Klasse ist seit 33 Jahren der Fels in der Brandung - das Design bleibt dem kernigen, unverwechselbaren Stil treu."
Außen sind sind zwei Details neu: Zum einen sind die Blinker ab jetzt in die Außenspiegel integriert, zum anderen gibt es LED-Tagfahrlichter. That`s it. Ansonsten blieb Mercedes das Blech heilig.
Modernisiert wurde jedoch der Innenraum. Zierteile, Bedienelemente und Instrumentenfeld wurden neu designt. Außerdem gibt es nun einen Internetanschluss, Sprachsteuerung sowie Sicherheitsfeatures wie einen Kollisionswarner und einen Totwinkelassistenten. Die Konstante in der Veränderung: Hochwertige Materialien werden hervorragend verarbeitet.
Unangetastet blieb auch die Offroad-Technik: Dank Allradantrieb, drei Differentialsperren und Reduktionsgetriebe gibt es kaum ein Ende im Gelände.
Konstant, und eben nicht billig, bleibt auch der Preis: mindestens 85.311 Euro kostet der Kult-Kraxler. Wer sich jedoch nicht für den 211 PS starken V6-Diesel im G 350, sondern für den sechs Liter großen Zwölfzylinder mit zwei Turboladern im G 65 AMG entscheidet, muss 264.180 Euro ausgeben. Dafür fährt man dann nicht nur das teuerste Auto von Mercedes, sondern mit 17 Liter Durchschnittsverbrauch auch das durstigste.
Den Fans werden Verbrauch, Preis und gegenteilige Meinungen über die Kantholz-Optik egal sein. Sie werden denken: Sexy. Noch immer. Auch ein G-String ist schließlich nicht jedermanns Sache.
(kurier)
Erstellt am 12.04.2012, 07:00