Letztes Update am 03.05.2012, 11:57
Wo der besondere Reiz von E-Mobilität für Autoentwickler steckt.
Noch "fehlt ein bahnbrechendes Konzept, mit dem der Markt begeistert wird", so Audi-Chef Stadler auf dem Wiener Motorensymposium über die nur mühsam startende E-Mobilität.
Wenn es noch etliche Jahre bis zur elektrischen Revolution dauert, warum nützt man Ideen rund um E-Mobile nicht schon jetzt, um Autos sparsamer zu machen? Leichtbau etwa, so ein Wissenschaftler. Davon hätten Kunden wie Umwelt im Gegensatz zur sich verzögernden E-Mobilität sofort etwas.
Die Antwort des BMW-Antriebsentwicklungschefs Langen: Bei normalen Pkw rechne sich Leichtbau nicht. Bei E-Fahrzeugen dagegen "haben wir eine besondere Refinanzierungs-Möglichkeit". Weniger Gewicht erfordere weniger Batterieleistung. 1 Kilowattstunde Lithium-Batterie kostet nach wie vor rund 500 Euro. Zudem, so Langen, gebe es für E-Mobile "strategisches Geld", sprich, leichter Geld von Staat, aber auch Konzernführung, für neue Entwicklungen.
Die Frage ist nur, ob auch der Kunde mitspielt. Umfragen zeigen, dass dieser bloß 10 Prozent mehr für einen E-Antrieb zahlen will. In Deutschland.
In Spanien würden Autokäufer wohl Dinge akzeptieren, an die Automanager nicht einmal denken mögen: Normale Pkw auf das Niveau von E-Autos zu "entschleunigen": 0 auf 100 in 15 bis 20 Sekunden, 120 bis 160 km/h Spitze. Das würde diese Autos enorm verbilligen, aber auch den Verbrauch auf ein bis zwei Liter pro 100 km senken. Ganz ohne teuren Leichtbau.
Daraus wird vorerst wohl nichts: Die Refinanzierungs-Möglichkeiten in diesem Fall sind eher gering.
maria.brandl(at)kurier.at
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