Letztes Update am 11.06.2012, 13:42
Spannende zwei Theaterstunden mit "The London Eye Mystery" im Wiener Theater im Zentrum
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Felicitas Franz als Kat und Jürgen Heigl als Ted (rechts) in "The Londen Eye Mystery" - Foto: Rita Newamn
Zwei wirklich spannende Stunden beschert das Theater der Jugend mit der „The London Eye Mystery", der aktuellen Produktion in der kleineren Spielstätte, dem Theater im Zentrum. Gleich zu Beginn wird auf der schrägen Bühne das Theater selbst thematisiert. Ted (Jürgen Heigl), eine der Hauptfiguren des folgenden Spiels in „The Londone Eye Mystery", erklärt, weshalb er Theater eigentlich hasst – wegen der Menschenmengen, weil Leute so tun als ob – also in Wahrheit lügen und der vielen Metaphern – Bildern, mit denen sie frisch wiederum auch und vor allem was anderes aussagen wollen, als sie direkt sagen. All das ist ihm, den die späteren mitspielenden Figuren (Eltern, Schwester, Tante usw.) für „nicht normal" halten, höchst zuwider. Eine Art Autismus – abgekapselt sein, Nähe anderer nicht zulassen können – ist sein „Wahn", gepaart mit dafür auch nicht untypischen großem Wissen in Spezialdisziplinen – die von Ted ist vor allem die Wissenschaft rund ums Wetter, die Meteorologie.
Un-erhört
Nur zwei Stücke könne er ertragen, Shakespeares „Sturm" und „The London Eye Mystery". Letzteres, weil es von ihm selbst handle ;)
Die ziemlich nervige Tante Gloria (Stephanie Katharina Schreiter) taucht mit ihrem Sohn Salim (Benjamin Levent Krause) bei Teds Familie - Schwester Kate (Felicitas Franz), Mutter Faith (Seraphine Rastl) und Vater Ben (Klaus Huhle) auf – ein Zwischenstopp von Manchester auf dem Weg zum neuen Job in New York. Doch Sohn Salim taugt das gar nicht, das mit den USA. Da hat er sogar den von der Familie getrennt lebenden Vater Rashid (Jürgen Schüller) gefragt, ob er nicht bei ihm in England bleiben könne. Doch so zerstritten die Eltern sind, in einem gleichen sie einander sehr, dem Sohn hören sie kaum zu, geschweige denn, dass sie interessieren würde, was diesen bewegt.
Riesenrad
Ein einziges mal kann sich Salim bei der Mutter bemerkbar machen und durchsetzen – mit Ted und Kate mit dem London Eye, dem großen Riesenrad (ungefähr doppelt so hoch wie das Wiener) zu fahren. Dann kommt ein Typ und bietet seine Karte an, er hätte Platzangst – sie würden sich das lange Schlangestehen ersparen, die beiden Londoner Kids verzichten. Und erleben eine böse Überraschung – Salim steigt scheinbar nicht mehr aus seiner Gondel aus. Verschwunden. Große Aufregung. Chaos, Durcheinander – vor allem gefühlsmäßig. Ted wächst – im Bestreben, bei der Suchen nach Salim, den er schätzen gelernt hat – nicht zuletzt, weil ihm der davon erzählt in seiner Schule in Manchester Shakespeares „Sturm" gespielt zu haben – zwischendurch werden immer wieder Szenen daraus gespielt von Salim und dem Mitschüler/Freund und gleichfalls Außenseiter Marcus (Daniel Jeroma).
Wie's ausgeht, sei bewusst nicht verraten, nur höchstens noch, dass Ted beim Verschwinden Salim sechst Theorien aufstellt, mit denen er allen ziemlich auf den Geist geht – einfachen bis schrillen, dass sich Salim in lauter kelinest Teilchen aufgelöst haben könnte oder über eine Zeitschleife in einem Paralleluniversum abgetaucht sein könnte...
Infos
The London Eye Mystery
von Carl Miller nach Siobhan Dowd in der Übersetzung von Marlene Schneider
ab 11 Jahren, Dauer: 2 Stunden
Regie: Frank Panhans
Ted: Jürgen Heigl
Kat: Felicitas Franz
Faith: Seraphine Rastl
Ben: Klaus Huhle
Salim: Benjamin Levent Krause
Gloria: Stephanie Katharina Schreiter
Rashid: Jürgen Schüller
Marcus / Christy: Daniel Jeroma
In weiteren Rollen: Ensemble
Ausstattung: Jan A. Schroeder
Musik: Josef Altersberger
Videogestaltung: Jacob Groll
Bewegungscoach: Christoph Riedl
Dramaturgie: Markus Felkel
Assistenz und Teilinspizienz: Clemens Pötsch
Teilinspizienz: Florian Pilz
Hospitanz: Raimund Rosarius
Bis 26. Juni 2012
Theater im Zentrum, 1010 Wien, Liliengasse 3
Telefon: (01) 521 10-0
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