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KURIER

Letztes Update am 01.05.2012, 19:05

Die weißen Außenseiter. Albinismus ist eine seltene Erbkrankheit, die sowohl bei Menschen als auch bei Tieren auftritt. Wie sie entsteht und welche gefährlichen Auswirkungen sie haben kann.

albinismus_grafik
Foto: Christa Breineder

Für Artenschützer war es eine große Sensation, als kürzlich ein Forscher-Team vor der russischen Ostküste im Nordpazifik einen komplett weißen erwachsenen, männlichen Schwertwal gesichtet hat. Aufgrund seiner hoch aufragenden weißen Rückenflosse nannten ihn die Forscher „Iceberg“ (Eisberg). Sie vermuten, dass es sich bei ihm  um einen  äußerst seltenen Albino-Wal handelt
Der Begriff Albino kommt ursprünglich vom lateinischen Wort „albus“ und bedeutet „weiß“. Demnach werden  Tiere, die entweder ein weißes Fell, Gefieder, eine rosa Schnauze  oder rötliche Augen haben als Albinos bezeichnet. Jedoch ist nicht jedes weiße Tier in der freien Natur auch ein Albino. Schneehasen und Wiesel wechseln ihr Fell je nach Jahreszeit von hell auf dunkel. Und Eisbären,  haben seit jeher ihr weißes  Fell,  auf ihren natürlichen Lebensraum in den nördlichen Polarregionen  angepasst.

Warum sie gejagt werden...

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Unge-schützt:
In der Natur leben Albino-Säugetiere und Reptilien meist nicht lange.
Zu den Ausnahmen gehörte der Gorilla „Schneeflöckchen“ (rechts). Im Zoo von
Barcelona wurde er 40 Jahre alt, ehe er 2003 an Hautkrebs starb. - Foto: APA / JULIAN MARTIN & APA / STEFAN SAUER

Weiße Ratten und Hasen sind an sich keine Seltenheit. Doch wenn ein Känguru oder ein Gorilla mit weißem Fell und rötlichen Augen auftaucht, sorgt es  für Aufmerksamkeit. In Zoos gehalten,  locken sie viele Besucher an, jedoch sind diese Tiere auch dort Gefahren ausgesetzt. Aufgrund ihrer hellen Haut, sind sie anfällig für Krebs. So werden etwa Albino-Kängurus in Australien mit Sonnenschutzcreme eingeschmiert und weiße Krokodile in abgedunkelten Gehegen vor Verbrennungen durch die Sonne geschützt. Zwar leben diese Tiere so in Gefangenschaft, dennoch haben sie dadurch eine deutlich höhere Lebenserwartung als in der freien Wildbahn. Die dort lebenden Albinos können sich mit ihrer weißen Farbe nicht tarnen und sind  ihren Feinden hilflos ausgeliefert. Und zu diesen zählen auch die Menschen: Vor allem Wilderer, sind an den  weißen Fellen der seltenen Tieren interessiert.

Warum sie ausgegrenzt werden...

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Familie: Drei der fünf Kinder, dieser Mutter, leiden an Albinismus. - Foto: REUTERS / STRINGER/BRAZIL

Menschen die an Albinismus leiden  fehlt der Farbstoff    Melanin, der dafür sorgt, dass wir Haut -Haar -und Augenfarbe bekommen. Ihre helle Haut ist besonders empfindlich und anfällig für  Sonnenbrand und Hautkrebs. Wegen des fehlenden Farbstoffs im Auge sehen die Betroffenen oft schlecht oder sind fast blind. Albinismus ist eine unheilbare Erbkrankheit, die weitergegeben wird, wenn beide Elternteile die entsprechende Erbanlage besitzen.   Wie viel Menschen weltweit tatsächlich davon betroffen sind ist nicht bekannt. Die Wissenschaft besagt lediglich, dass ein Mensch von 20.000 davon betroffen ist.
Leider werden Menschen mit Albinismus in einigen Ländern ausgegrenzt. Anders als in Europa fallen sie zum Beispiel in Afrika  besonders auf. An manchen Orten wie in Namibia, Mali oder Tansania werden Menschen mit Albinismus sogar verfolgt und getötet. Es hält sich der Aberglaube, dass sie Unglück bringen oder zaubern können.

(kurier) Erstellt am 01.05.2012, 19:00

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