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Am Zug der neue Meister Schayan Hamrah (rechts) gegen Viktor Lin
Am Zug der neue Meister Schayan Hamrah (rechts) gegen Viktor Lin - Foto: Heinz Wagner

Letztes Update am 26.01.2013, 18:50

Der jüngste Meister spielt oft überraschend. Die Jungen übernehmen die Macht auf den Brettern mit den schwarzen und weißen Steinen.

GO-Meisterschaft 2012
Foto: Heinz Wagner
Der neue Meister über die weißen und schwarzen Steine auf dem quadratischen Brett ist der alte. Und der ist 17 Jahre jung. Shayan Hamrah verteidigte erfolgreich seinen Titel gegen den auch erst 20-jährigen Viktor Lin, der schon drei Mal den Titel geholt hatte – übrigens nicht Jugend-, sondern Staatsmeister.
So spannend übrigens wie noch nie. Beide hatte im Meisterschaftsturnier je vier Partien gewonnen und je eine verloren. Also Gleichstand. Das „Stechen“ vereinbarten sie als ein „best of three“. Und nachdem es nach den ersten beiden dieser Entscheidungsspiele 1:1 stand, war tatsächlich eine dritte und damit sicher finale Partie erforderlich. An den letzten drei Sonntagen des Jahres 2012 wurde gegrübelt, überlegt, strategisch gedacht, wurden Steine eingekreist, Territorien besetzt, so manch überraschende Züge gespielt bis der frühere jüngste Meister gegen den neuen Jung-Champion aufgab. Übrigens einen Tag nachdem er in Bratislava ein internationales Turnier gewonnen hatte. Und nach wie vor – auch von seinem siegreichen Gegner – als der bessere Spieler eingeschätzt wird – auch was die in Dan gemessene Spielstärke betrifft..

Gegen Stärkere besser

GO-Meisterschaft 2012
Foto: Heinz Wagner
Die beiden machten das jüngste Meisterschaftsfinale nicht nur von der Sieg- und Niederlagenfolge spannend, sondern auch jede der insgesamt vier Partien wobei der jüngste Meister dabei ja sogar drei Mal das bessere Ende für sich hatte. „Gegen stärkere Spieler spiel ich meist besser“, meinte er nach seiner ersten Niederlage im Turnier gegen einen weit schwächer eingeschätzten Spieler. Er sei hier ins Zentrum dieser Story gerückt – der „alte“, einst jüngste Meister ist im Beitrag "Comic-Museküsste den Meister" portraitiert.


Schayan Hamrah spielt seit rund dreieinhalb Jahren GO. „Entdeckt hab ich's zum ersten Mal vor ein paar Jahren im Fernsehen.“ Viele andere junge Spieler_innen stießen übrigens auch speziell über eine japanische TV-Serie zu diesem Strategiespiel. Weshalb er sich gegen stärkere Spieler leichter und gegen Schwächere schwerer tue, erklärt Hamrah so: „eigentlich bin ich ein bissl faul und rechne nicht so viel wie andere Spieler (vorausberechnen möglicher Zugfolgen), sondern spiel mehr nach meinem Gefühl. Oft ist das für Gegner dann überraschend. Bei schwächeren Gegner werd ich dann oft aber nachlässig.“

Ganz so faul wie er von sich sagt, ist er natürlich nicht, viele Spiele und auch so manche Übungsstunde brachten ihn bald ins heimische Spitzenfeld. „Und das war schon ein gutes Gefühl, davon wollte ich mehr!“, gesteht er um auch anzufügen, „natürlich bin ich noch sehr steigerungsfähig, aber ich weiß nicht, ob ich ewig dabei bleiben, meine ganze Freizeit darauf konzentrieren will. Bei uns kann man mit GO ja auch kein Geld verdienen im Gegensatz zu Japan oder Korea.“

International erfolgreich

GO-Meisterschaft 2012
Foto: Heinz Wagner
Übrigens Korea – dort vertrat er als vorjähriger Meister – Österreich bei der Weltmeisterschaft. Als Siebenter schaffte er die beste Platzierung, die je ein Österreicher erreicht hatte, „wobei mir die kürzere Bedenkzeit – in Summe nur 45 Minuten pro Partie, hier sind's eineinhalb Stunden – entgegen kommt. Da geht’s schneller, mehr aus dem Gefühl heraus und das macht mir mehr Spaß.“

Nächster internationaler Auftritt des neuen Meisters ist am 7. März bei der Jugend-GO-Europameisterschaft in der ungarischen Hauptstadt Budapest.


Tipp

Ausprobieren im GO7

GO-Meisterschaft 2012
Foto: Heinz Wagner
Willst du vielleicht einmal in dieses Spiel mit den schwarzen und weißen Steinen reinschnuppern?
In Wien sind beispielsweise Anfänger_innen jeden Mittwoch ab 17 Uhr gern im GO7 (einem Klublokal in der Mariahilfer Straße 82 (1070)  gesehen, ganz besonders am 6.Februar. Nach einer kurzen Einführung und Lehrpartien gegen unsere starken jungen Go-Spieler gibt's dann noch ein kleines Turnier auf dem 9x9-Brett - dabei sind kleine Preise zu gewinnen.

www.goverband.at

(KiKu) Erstellt am 26.01.2013, 18:50


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