Letztes Update am 28.08.2012, 06:37
Kiffen lässt den IQ schrumpfen.
Gescheiter wird man von Cannabis nicht, haben Forscher jetzt bestätigt: Über 38 Jahre haben Sie Konsumenten begleitet – und die wurden immer dümmer.
Erfahrungen, die die Jugendlichen nicht intelligenter werden lassen, wie sich jetzt herausstellt: Cannabis zu rauchen macht nämlich nach einer US-Studie dumm – betroffen davon seien vor allem junge Menschen.
Was wie eine Spaß-Studie klingt, hat allerdings durchaus wissenschaftlichen Wert. Die Studie wurde nämlich über die Dauer von beinah 40 Jahren durchgeführt – und sie setzt vorerst einen Schlusspunkt unter einen Streit, der seit langem unter damit befassten Forschern schwelt: Macht Kiffen blöd oder nicht?
Die Forscher um Madeline Meier von der Duke University in Durham (North Carolina) konnten nämlich beweisen, dass Hanfkonsum das zentrale Nervensystem tatsächlich unwiderruflich schädigen und den Intelligenzquotienten (IQ) senken kann; dies berichteten sie kürzlich im US-Journal Proceedings of the National Academy of Sciences.
Der IQ der mehr als 1000 Probanden, die regelmäßig Cannabis konsumierten, nahm deutlich ab. Die Wissenschaftler begleiteten 1004 Neuseeländer aller sozialen Gruppen - und das vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter. Die IQ-Tests mussten die Probanden zum ersten Mal im Alter von sieben, zum letzten Mal mit 38 Jahren absolvieren.
In der letzten Studienphase wurden zudem auch Freunde der Probanden befragt, wie sie deren Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit einschätzen. Den Cannabis-Konsum der einzelnen Personen erfassten die Forscher mittels regelmäßiger Interviews.
Bei jenen Probanden, die kein Cannabis rauchten, stieg der IQ leicht zwischen Kindes- und Erwachsenenalter. Bei jenen allerdings, die das Rauschmittel über drei oder mehr Jahre hinweg nahmen, verschlechterten sich die geistigen Fähigkeiten hingegen deutlich.
Einige hätten beim abschließenden Test bis zu sechs IQ-Punkte weniger gehabt - ihr IQ sank also beispielsweise von 100 auf 94.
Nach Angaben der Wissenschafter nehme der IQ umso stärker ab, je früher die Menschen beginnen, Cannabis zu sich zu nehmen. Bei dauerhaften Konsumenten stellten sie zudem, fest, dass sich bestimmte Bereiche des Gehirns deutlich verschlechterten - und dass dieser Zustand über Jahre anhält.
Auch die Merkfähigkeit habe sich verringert: Die Untersuchungen zeigten, dass Langzeit-Kiffer mehr Probleme haben, sich zu konzentrieren oder sich an etwas zu erinnern.
Und selbst bei jenen, die nach der Jugend das Kiffen reduzierten oder ganz mit dem Rauchen aufhörten, hätte dies wenig geholfen: Ihre geistigen Fähigkeiten seien eingeschränkt geblieben, berichten die Wissenschaftler.
(apa/dpa, KURIER/ep)
Erstellt am 27.08.2012, 23:54