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Kurier Fotowettbewerb 2014
Foto: AP/James Gathany

Letztes Update am 07.03.2013, 05:50

Neue Krankheiten in Westeuropa. Von Dengue- bis West-Nil-Fieber. „Infektionen, die wir schon lange nicht oder noch nie gesehen haben“

Dengue-Fieber auf Madeira, Malaria-Fälle in Griechenland: „Es gibt einige Beispiele für neue oder wiederaufgetretene Infektionskrankheiten in Europa“, erklärte der Tropenmediziner Univ.-Doz. Herwig Kollaritsch bei der Apothekertagung in Saalfelden.

Ein Grund dafür ist die weltweite „Mobilmachung“ von Menschen: 2012 gab es erstmals mehr als eine Milliarde Reisende weltweit. Erreger können sich so rasch ausbreiten: „Innerhalb von 48 Stunden kann jeder Erreger jeden anderen möglichen Ort auf der Welt erreichen. Wir bekommen Infektionen nach Österreich, die wir schon lange nicht mehr gesehen haben – oder die es noch nie bei uns gab.“


Dengue-Fieber

Die Übertragung erfolgt durch Aedes aegypti-Stechmücken: „Reisende importieren nach Österreich bereits mehr Dengue- als Malariafälle.“ 2012 waren es 74. „Der Erkrankte hat zwar immer das Gefühl, sein letztes Stündchen hätte geschlagen, aber gefährliche Verläufe sind sehr selten“, sagt Kollaritsch. In Europa gab es bereits 2010 kleine Ausbrüche in Südfrankreich und Kroatien – und seit September einen massiven auf Madeira mit bereits mehr als 2000 Fällen. „Ein Problem – trotz des Winters kam die Übertragung nicht zum Erlöschen“, sagt Kollaritsch. Dutzende Fälle seien nach Europa exportiert worden, zwei auch nach Österreich. „Die Gefahr, dass sich Dengue auch am Festland von Portugal festsetzt, ist groß.“

Malaria

Griechenland war seit den 60er-Jahren malariafrei. Im Vorjahr gab es erstmals wieder nicht eingeschleppte Fälle – also einen Infektionszyklus im Land. „Es waren mindestens 12 bis 20 Fälle im südöstlichen Peloponnes“, so Kollaritsch. „Die Infektionsüberwachung scheint sich verschlechtert zu haben.“ Für Reisende sei die Situation noch nicht bedenklich. 2011 wurden 44 Malariafälle nach Österreich importiert (von weltweit Reisenden), 1999 waren es 93.

Krim-Kongo-Fieber

Nimmt in Teilen der Türkei (aber nicht die Reiseziele) sehr stark zu. Das Krim-Kongo-Fieber wird durch Zecken übertragen. „2002 hat die Türkei 17 Fälle gemeldet, 2009 rund 1300. 128 Menschen starben.“ Es könne zwar zu einem Import nach Österreich kommen, bis jetzt sei aber kein Fall bekannt. Nach England sind mehrere Fälle importiert worden.

Chikungunya-Virus

Ihm fehlten lange Zeit die richtigen Mücken in Europa für eine Übertragung. Doch vor einigen Jahren hat es sich durch eine genetische Mutation an die in Europa vorkommende „Tigermücke“ angepasst, die bisher als Träger des Virus ungeeignet war. 2006 kam es zu einer ersten Epidemie in Italien, rund um Ravenna. „Auch in Österreich ist es denkbar, dass Chikungunya lokal übertragen wird.“ 25 Prozent aller Patienten haben schwere Gelenkschmerzen.

West-Nil-Virus

„Auch hier sind alle Voraussetzungen gegeben, dass es bei uns heimisch wird“, sagt Kollaritsch: 2012 gab es 161 Fälle in Griechenland, 50 in Italien, 70 in Serbien und einen importierten Fall in Österreich. In Vögeln wurde es in Österreich bereits nachgewiesen, und bei 0,5 Prozent aller Blutspender finden sich Antikörper im Blut – diese hatten schon Kontakt mit dem Virus. Die für eine Übertragung geeignete Stechmücken-Art ist in Österreich heimisch. Bei einem von 150 Infizierten kommt es zu neurologischen Komplikationen.

(kurier) Erstellt am 07.03.2013, 05:50


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