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KURIER Romy 2014
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Letztes Update am 26.01.2013, 07:20

Kraft der Hypnose. Nicht nur die Frau von Prinz William setzt Hypnose gegen ihre Schwangerschaftsübelkeit ein.

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Herzogin Kate lässt sich via Hypnose helfen - Foto: AP/Chris Jackson
Schwangerschaftsübelkeit ist kein Schicksal, das einfach hingenommen werden muss. Herzogin Kate, die schwangere Frau von Prinz William, schlägt nun alternative Wege ein, um ihre Appetitlosigkeit und Übelkeit in den Griff zu bekommen: Sie lässt sich hypnotisieren. Eine Praxis, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut, wie Univ.-Prof. Henriette Walter vom Universitätslehrgang Medizinische Hypnose an der MedUni Wien erklärt: „Kate wird wahrscheinlich nicht nur die Übelkeit mit Hypnose bearbeiten, sondern sich damit auch auf die Geburt ihres Kindes vorbereiten. Das wird bei uns schon länger gerne so praktiziert.“

Narrenkastl

Henriette Walter…
Univ.-Prof. Henriette Walter - Foto: Privat
Entgegen vieler Vorurteile ist man bei einer Hypnose nicht bewusstlos oder in einem Schlafzustand. „Es braucht ein aktives Verhalten des Patienten, seine Aufmerksamkeit, Fantasie und Vorstellungskraft.“ Walter vergleicht den Zustand mit „ins Narrenkastl schauen“ – man weiß, man könnte wegschauen, aber man will nicht. „Das Gehirn ist aktiv, aber entspannt sich gleichzeitig.“ In einen ähnlichen Trancezustand kann man etwa beim Joggen oder bei einer langen Autofahrt verfallen: „Man ist plötzlich am Ziel und hat das Gefühl, die Zeit ist regelrecht verflogen. Der Geist war in Trance, aber die körperlichen Automatismen funktionieren ganz normal weiter“, erklärt die Hypnose-Expertin.


Studien

Inzwischen belegen etliche Studien die Wirkung von Hypnose: Die Universität Tübingen hat kürzlich gezeigt, dass Hypnotherapie beim Abnehmen helfen kann. Den Forschern zufolge hat die Methode übergewichtige Frauen besser unterstützt als eine Verhaltenstherapie – sie waren in Folge auch zufriedener.

 …
Auch Hypnose-CDs können helfen - Foto: KURIER /gnedt martin
An der Wiener Zahnklinik konnte man im Rahmen einer Studie nachweisen, dass Hypnose-CDs jenen Patienten helfen, die zuvor ein paar Live-Sitzungen bei einem Hypnotiseur hatten. „Wenn der Patient an den Hypnotiseur gewöhnt ist, hat seine CD dieselbe Wirkung auf Angst und körperliche Beschwerden. Ich kann ja nicht immer, wenn jemand Zahnschmerzen hat, in die Zahnklinik rennen“, erklärt Walter.

Generell wird bei der medizinischen Hypnose zwischen vier großen Bereichen unterschieden: Zum einen hilft sie bei der Bekämpfung von Schmerzen – in diese Kategorie fällt auch die Schwangerschaftsübelkeit. Zum anderen bringt sie etwas bei der Gewohnheitskontrolle – wenn Alkohol, Rauchen oder Übergewicht abgeschworen werden soll. Drittens wird Hypnose immer öfter bei medizinischen Untersuchungen eingesetzt – zum Beispiel, wenn ein Patient keine Narkotika verträgt und eine unangenehme Koloskopie oder Gastroskopie machen muss. Zu guter Letzt wird Hypnose in der Psychotherapie zur Bearbeitung von Ängsten genutzt.

Entgegen vieler Befürchtungen betont Walter: „Jemand, der hypnotisiert ist, tut nichts, was er nicht auch im Wachzustand tun würde. Es gibt immer die Möglichkeit, aufzustehen und zu gehen.“

Infos

Nähere Infos und Kontakt zu medizinischen Hypnotiseuren gibt es über die Österreichische Gesellschaft für wissenschaftliche Hypnose: www.oegwh.at

(KURIER) Erstellt am 26.01.2013, 07:20

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