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Letztes Update am 07.03.2013, 06:09

Gefäßverkalkung lässt sich stoppen. Experte: "Das ist keine Alterserscheinung, gegen deren Verlauf man nichts tun kann".

Atherosklerose (Kalkablagerungen in den Gefäßen) ist keine Alterserscheinung, gegen die man nichts tun kann und die stetig und unbeeinflussbar voranschreitet: „Das ist nicht so wie bei weißen Haaren, die man nicht aufhalten kann. Ich wehre mich gegen einen solchen therapeutischen Nihilismus“, sagte Ass.-Prof. Philipp Eller von der Klinischen Abteilung für Angiologie der MedUni Graz bei der Apothekertagung in Saalfelden, Salzburg.

Eine Atherosklerose kann über Jahrzehnte still verlaufen: Wird sich rechtzeitig entdeckt und werden Risikofaktoren wie hoher Blutdruck und hohe Blutfette reduziert und kontrolliert, können sich frühe, weiche Fettablagerungen zurückbilden.


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Foto: KURIER

Bei Spätformen – den stabilen, harten, kalkhaltigen Plaques – ist eine Rückbildung zwar nicht mehr möglich: Aber wer auf seine Blutfette und seinen Blutdruck achtet, kann sie stabil halten und die eigentliche Gefahr – das Aufreißen und das Auslösen einer Gerinnselbildung – verhindern.

Fortschreiten stoppen

„Die wichtige Botschaft lautet: „Die Krankheit schreitet nicht fort, wenn man sie kontrolliert und adäquat behandelt“, betont Eller. Dies zeige sich immer wieder bei der Kontrolle von Patienten mit Verengungen der Halsschlagader: „Die können über sehr lange Zeit völlig unverändert sein. Da tut sich gar nichts – vorausgesetzt, man achtet auf seine Risikofaktoren.“

So gebe es einen „eindeutigen Zusammenhang zwischen den schlechten LDL-Cholesterin und schweren Organschäden durch Atherosklerose: „Je niedriger das LDL-Cholesterin, desto geringer die Gefahr für Herzinfarkt oder Schlaganfall.“

Hochdrucktherapie

Auch bei bester Therapie und der Kombination mehrerer Medikamente gelingt es derzeit bei rund 30 Prozent der Bluthochdruckpatienten nicht, den Zielwert von weniger als 140/90 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) zu erreichen, sagte Univ.-Prof. Akos Heinemann vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie der MedUni Graz. Doch es gebe hoffnungsvolle Ansätze. So seien drei Medikamentengruppen in Entwicklung, die das Behandlungsspektrum sinnvoll erweitern könnten.

Am meisten sei derzeit aber von einer Blockade des Nervengeflechts der Nierenarterien zu erwarten. Dabei wird ein Radiofrequenz-Katheter in die Nierenarterie vorgeschoben. Durch kurzes Erhitzen von vier bis sechs Punkten an der Gefäßaußenwand wird das Geflecht des Sympathikus-Nervs (verantwortlich für Ruhe- bzw. Erregungszustand) um die Arterie teilweise ausgeschaltet. Die blutdrucksteigernde Weitergabe von Impulsen von der Niere zum Gehirn wird damit reduziert. Damit könne nach einem Monat der Blutdruck im Schnitt um 20 mmHg (erster Wert) bzw. 10 mmHg (zweiter Wert) gesenkt werden.

(kurier) Erstellt am 07.03.2013, 06:09

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