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KURIER Romy 2014
Demi Moore lässt ihre Arthrose und ihre Hautprobleme behandeln.
Demi Moore lässt ihre Arthrose und ihre Hautprobleme behandeln. - Foto: Reuters/NAVESH CHITRAKAR

Letztes Update am 14.12.2012, 15:22

Demi Moores Jungbrunnen. Hilfe bei orthopädischen Beschwerden ist belegt, der Verjüngungseffekt ist fraglich.

Auf der Suche nach ewiger Jugend und Schönheit scheut Hollywood-Schauspielerin Demi Moore (50) keine Wege. Aktuell hat es sie nach Düsseldorf verschlagen, wo sie sich bei dem deutschen Sportmediziner Peter Wehling einer Eigenblut-Therapie unterzieht, berichtet die Bild. Diese soll gegen ihre schwere Arthrose helfen und wird auch als Verjüngungskur eingesetzt.

Bei der Orthokin-Methode werden mithilfe einer Zentrifuge die Blutplättchen aus dem Blut geschleudert und in die betroffenen Stellen injiziert (siehe Grafik rechts). Das Verfahren ist nicht mit der Eigenblut-Behandlung beim Doping im Sport zu verwechseln: Da werden die roten Blutkörperchen als Sauerstoffträger ins Gefäßsystem zurückinjiziert, um die Leistung zu steigern.


Dass diese Therapie kein Unsinn ist, bestätigen auch österreichische Experten. Univ.-Prof. Stefan Nehrer, Präsident der österreichischen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie erklärt: „Es gibt wissenschaftliche Arbeiten die die Wirksamkeit von Orthokin unterstützen.“ Das Problem ist, dass die Arthrose mehrfache Mechanismen der Aktivierung hat und hier nur einer deaktiviert wird – allerdings der wichtigste.

Heilsubstanzen

Ein ähnliches Verfahren, genannt ACP (autologes konditioniertes Plasma), wendet auch der Sportmediziner Univ.-Prof. Christian Gäbler an: „Hierbei werden die eigenen Heilungssubstanzen aus dem Blut in konzentrierter Form dort hingespritzt, wo man sie braucht.“

Bei der Zentrifuge werden einerseits Substanzen freigesetzt, die die Heilung fördern und andererseits Proteine, die dafür verantwortlich sind, dass Knorpel, Knochen, Muskeln und Sehnen heilen können. Die Methode ist schon länger bekannt, doch bis vor Kurzem fehlten die wissenschaftlichen Belege für ihre Wirksamkeit.

„Studien zeigen, dass es Patienten etwa nach Muskelverletzungen rasch wieder besser geht. In vielen Fällen ist diese Methode anderen, wie etwa dem Einsatz von Hyaluronsäure, überlegen.“ Gäbler empfiehlt das Verfahren etwa bei Problemen mit einem Tennisarm, mit der Achillessehne oder bei Schulterbeschwerden.

Bei Arthrose würde es die Knorpel-Selbstheilung stimulieren. „Allerdings kann man den Patienten hier nicht versprechen, dass es die Arthrose stoppt oder rückgängig macht. Ich würde es bei mir selbst aber auf alle Fälle auch anwenden.“ Die Wirksamkeit der Methode ist laut Nehrer zu etwa 65 Prozent erwiesen.

Verjüngung

In Bezug auf den Einsatz der Eigenblut-Therapie für Schönheitsbehandlungen sind die Experten vorsichtiger: „Natürlich, wenn man das Serum an Körperstellen appliziert, wo natürliche Abbauvorgänge stattfinden, kann es diesen möglicherweise entgegenwirken. Aber es gibt keine Studien dazu“, sagt Gäbler. Auch Nehrer kann sich vorstellen, dass die Methode etwa bei Zellulitis wirksam sein könnte. Aber auch das sei nicht seriös durch wissenschaftliche Studien belegt.

Der Kostenfaktor für die Eigenblut-Therapie: Etwa 200 bis 300 Euro pro Behandlung. Notwendig sind je nach Behandlungsgebiet mindestens vier Sitzungen.

(kurier) Erstellt am 14.12.2012, 15:22

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