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Kurier Fotowettbewerb 2014

Letztes Update am 06.03.2013, 12:14

Bei Schlaganfällen zählt jede Minute. Mit einem innovativen minimal-invasiven Verfahren werden Schlaganfälle behandelt – und Leben gerettet. Allerdings nur, wenn alles sehr rasch geht.

Gesundheit
Foto: APA
Vor kurzem brach ein 70-jähriger Niederösterreicher in der Früh beim Schneeschaufeln zusammen. Im Krankenhaus Wiener Neustadt wurde mittels CT-Angiographie der Gehirnarterien ein akuter Verschluss der Arteria basilaris festgestellt. Ein Rettungshubschrauber brachte den Pensionisten sofort in das AKH nach Wien, wo er direkt in die Angiographieeinheit an der Klinischen Abteilung für Kardiovaskuläre und Interventionelle Radiologie der Universitätsklinik für Radiodiagnostik gebracht wurde.

Durch die perfekte Rettungskette und die optimale Zusammenarbeit der beteiligten Abteilungen und ÄrztInnen (Interventionelle Radiologie, Neurologie, Notfallmedizin, Anästhesie) konnten die MedizinerInnen der MedUni Wien die Basilararterie wieder öffnen und das Leben des Niederösterreichers retten. Noch am selben Abend wurde der Patient wieder ins Krankenhaus Wiener Neustadt zurückgebracht.


Fälle wie diese sind im AKH Wien mittlerweile Routine, wie Johannes Lammer, Leiter der Klinischen Abteilung für Kardiovaskuläre und Interventionelle Radiologie berichtet: „In der Radiologie gibt es eine Reihe völlig neuer Ansätze für therapeutische Anwendungen, die oft schwerwiegende Eingriffe ersparen und Leben retten. Das Spektrum reicht dabei von der Onkologie bis zu schweren Verletzungen und Notfällen. Eines der jüngsten Anwendungsgebiete ist die minimal-invasive Behandlung von Schlaganfällen.“

Radiologen entfernen Blutgerinnsel mit Katheter und Stent

Im Gegensatz zur konventionellen sytemischen medikamentösen Behandlung können durch diese innovative Methode auch große Blutgerinnsel der Hirnarterien behandelt werden. Bei einem Verdacht auf ein solches Blutgerinnsel erstellt der behandelnde Radiologe zunächst eine Computertomographie (CT).

Zeigt sich dabei keine Schädigung eines Hirnareals, erfolgt eine weitere CT der Gehirnarterien. Der Radiologe sieht dadurch, welches Gefäß betroffen ist und entscheidet gemeinsam mit dem Neurologen, ob ein Entfernen des Blutgerinnsels sinnvoll ist.

Beeindruckende Ergebnisse

Mit Hilfe einer Angiographie führt der Radiologe nun einen Katheter bis zum Blutgerinnsel, überwindet den Gefäßverschluss mittels eines dünnen Drahtes und setzt dort einen Stent ab, der am Draht fixiert ist. Florian Wolf von der Klinischen Abteilung für Kardiovaskuläre und Interventionelle Radiologie erklärt: „Nach einigen Minuten haftet das Blutgerinnsel am Stent. Nun zieht man den Katheter mit dem Stent aus der Arterie und das Blutgerinnsel ist entfernt. Bei Bedarf wird dieser Vorgang mehrfach wiederholt.“ Wolf weiter: „Sowohl die morphologischen als auch die klinischen Ergebnisse sind beeindruckend.“

 

(Medizinischer Universität Wien) Erstellt am 06.03.2013, 11:31


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