Letztes Update am 07.10.2012, 10:28
Hobbykoch im Fernsehen: Ein Wiener bewarb sich bei der ZDF-Küchenschlacht und darf ab Montag wettkochen. Ein kulinarischer Ausflug im Eiltempo.
Fix ist: "Ein Suppenwürfel kommt mir nicht in die Küche." Und ein Mikrowellengerät ist für einen ambitionierten Koch sowieso "eine Sünde". Wenn Jürgen Liechtenecker über Essen und Kochen spricht, sind Prinzipien spürbar. Was es in der Küche braucht: Freude. Inspiration. Kreativität. Natürlichkeit. Qualitätsbewusstsein. Gefühl.
Auch deshalb darf er kommende Woche ins Fernsehen. Ab Montag (14 Uhr) ist er als einziger österreichischer Hobbykoch auf ZDF im Wettstreit mit fünf anderen zu sehen (siehe unten).
Im Frühling bewarb sich der Wiener bei Die Küchenschlacht. Was folgte, war eine monatelange Prozedur eines strengen Ausleseverfahrens. Da wurden Details zu Persönlichkeit, Rezepten, Stil, Tempo usw. geklärt. Liechtenecker wurde vom Sender quasi abgeschmeckt.
Ehe das Ja kam. Und er nach Hamburg reisen, dort kochen und ("über diese Professionalität und das Niveau") staunen durfte. Von einer "einzigartigen Erfahrung" erzählt er. Vor mehr als zwanzig Jahren war er davon so weit entfernt wie eine Käsekrainer vom Tisch eines Haubenlokals.
Als 16-Jähriger zog er daheim aus, um sich fortan "mit lauter Schas" zu ernähren – Wurstsemmeln und Junkfood. Ehe er zur Einsicht gelangte, dass es so nicht weitergehen könne. Also begann er zu lernen. Freunde brachten ihm bei, simple Speisen wie Spaghetti Bolognese zu basteln. Nicht ahnend, dass sich daraus rasch "grenzenlose Faszination" ergeben würde.
Bauchgefühl
Hilfreich waren dabei die immer mehr werdenden Kochsendungen. "Ich habe in meinem Leben nie in ein Kochbuch geschaut, sondern mir alles selbst beigebracht. Durch Probieren und mein Bauchgefühl. Nur Kochshows haben mich inspiriert."
Zum Beispiel Schuhbecks. Ein Sterne-Koch, der nie vergisst die scheinbar einfachsten Dinge zu erklären. "Von ihm habe ich viele Basics gelernt. Wie man technisch richtig Zwiebel oder Gemüse schneidet. Oder dass man nicht Öl in der Pfanne erhitzt, sondern die Pfanne zuerst heiß macht."
Das TV-Spektrum war groß, die Mischung aus Entertainment und Infotainment ist bis heute verlockend. Von der coolen Leichtigkeit eines Jamie Oliver bis zur Bodenständigkeit der "Landfrauenküche" im bayrischen Sender: "Richtiges Pensionistenfernsehen, aber dort lernt man viel über regionale Produkte und die bestmögliche Verwendung."
Kochsendungen sind für Lichtenecker längst "wie ein Aquarium." Entspannend. Seine Frau kann dieser Hingabe wenig abgewinnen. "Deshalb ist der Fernsehmontag nur für sie reserviert. Da ist Kochshow-Verbot."
Seine Liebe zum Kochen ist hingegen auch für sie von Vorteil. Liechtenecker hält gerne Plädoyers – über das wahllose Einkaufen samt folgender Herausforderung der Koch-Improvisation. Über die geheimnisvolle Welt der Gewürze ("das Um und Auf"). Über das Backen eines perfekten Schokokuchens ("unbedingt Dinkelmehl und Agavensirup statt Zucker verwenden").
Sowie im Allgemeinen über Essen und Kochen als "Seelennahrung", die Küche als Ort der Geselligkeit, oder die spürbare Energie von allerlei Lebensmitteln, die man "ganz dringend mit den Fingern essen muss."
Schnell sein
Sein ständig wachsender Anspruch hat aber nichts mit abgehobener Kochkunst zu tun, sondern mit Bodenständigkeit, Idee und Schnelligkeit. "In der Zeit, in der sich die Kollegen zum hundertsten Mal irgendein ödes Supermarkt-Weckerl kaufen, habe ich längst einen Couscous-Salat gemacht. Mit roten Zwiebeln, Tomaten, Paprika, Petersilie und Schafkäse drüber."
Denn schnell ist er. Und schnell muss er für den ZDF-Act, einer Art Casting-Show für Küchenmagier, auch sein. Das hat er mit der Stoppuhr geübt. Alle potenziellen Gerichte wurden auf Zeit zubereitet. Um im Hamburger Studio vor Publikum und an der Seite von Johann Lafer cool zu bleiben. Am Montag geht Liechtenecker mit Fleischlaberln ("am besten in Butterschmalz braten"), Erdäpfelpüree und Gurken-Dille-Salat in die erste Runde. Und mit großem Appetit auf mehr.
ZDF-Format: Die Küchenschlacht
Die Show Küchenschlacht ist ein 45 Minuten langes Format, ausgestrahlt seit Jänner ’08 von Montag bis Freitag (14.15 Uhr) im ZDF. Samstag folgt ein Wochenrückblick (11.05–13 Uhr).
Der Modus Jeden Montag treten sechs Hobbyköche mit je einem Gericht zum Wettkochen an. Begleitet von einem Starkoch (wie Johann Lafer oder Alfons Schuhbeck). Am Ende der 35-minütigen Zubereitungszeit bewertet ein weiterer Starkoch die Gerichte in einer Blindverkostung. Und ein Kandidat muss die Show verlassen. Bis am Freitag nur noch zwei Hobbyköche übrig sind und im Finale in gleicher Zeit Haupt- und Vorspeise kochen müssen.
Weiterführende Links
Hauptartikel
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Hintergrund
Starköche und Prominente im Fernsehen
Diskussion
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Logisch ergonomisch
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