Letztes Update am 16.07.2012, 16:49
Grill-Akademie, Teil 4: Richtig Feuer geben.
Am Anfang steht immer noch das Feuer. Aber wie man eine perfekte Glut hinkriegt, wissen die wenigsten. Zumindest wenn man dem Fluchen und Weinen vom Nachbarbalkon Glauben schenken darf ...
Es macht den Grillsommer ja gerade spannend, dass wir nicht mit der High-Tech-Einrichtung unserer Küchen arbeiten können, sondern uns auf archaische Dinge wie Feuermachen einlassen müssen. Sollten Sie übrigens zur Elektro- oder Gasgrillfraktion gehören, müssen Sie jetzt nicht weiter lesen.
Nehmen Sie sich Zeit.
Wir wir schon in der ersten Folge unserer Sommer-Grill-Akademie festgehalten. Die wichtigste Zutat beim Grillen ist Zeit. Wer`s eilig hat, hat am Feuer nichts verloren.
Leider sind viele von uns aber faule Beckenrand-Griller und die Sache mit dem Holz ist ihnen zu aufwendig. Also greift man zu Holzkohle (vorgebranntes Holz) oder Briketts. Letzere ergeben ein besonders glattes Glutbeet. Die Hitze hält länger.
Anzündhilfen mit Vorsicht genießen.
Spiritus und Benzin gehen einmal gar nicht. Außer Sie möchten ihren Grill im Handumdrehen in eine Mad-Max-artige Feuersbrunst umwandeln. Es gibt im einschlägigen Handel flüssige und feste Anzündhilfen. Bei denen ist jedoch ebenfalls Vorsicht geboten, denn sie enhalten chemische Substanzen. Mögen Sie chemische Substanzen auf ihrem Kotelett? Wenn nicht, lassen Sie die ganze Chemie ausbrennen. Oder greifen zu Bio-Anzündern.
Die Pfadfinder-Methode.
Auch Lagerfeuerprinzip genannt: Wir zerknüllen eine Zeitung. Falls Sie nur Online-Zeitungen lesen, beachten Sie diesen Vorschlag nicht. Darauf kommen Holzspäne, dann ein größeres Stück Holz. In die Glut kommen später die Kohlen.
Empfehlung: Gasbrenner.
Damit funktioniert es erwiesenermaßen am besten. Effektives, sauberes Arbeiten. Gleichermaßen lobenswert der elektrische Anzünder. Wir sehen: ganz ohne Strom oder Gas kommt auch der echte harte Grillmeister manchmal nicht aus.
Besonders gescheit: Zwei-Zonen-Methode.
Die eine Hälfte des Grillbodens wird mit Holz oder Kohle bedeckt, während die andere leer bleibt. So kann man gleichzeitig indirekt (ein ganzes Hendl) und direkt (ein nicht zu dickes Steak) grillen. Aus der Abteilung: Intelligentes Grillen.
Auch gut: Die Eier-Karton-Methode.
Man nehme einen Eierkarton (Pappe brennt gut und enthält keine Chemie), zünde ihn an allen vier Seiten an, dann schütte man die Kohle drauf und warte, was passiert.
Forget Föhn.
Alles, was mit Ventilator, Sauger oder auch eigener Puste versucht wird, funktioniert meistens nicht. Jedes Feuer geht von selbst an. Es braucht eben Geduld und Zeit.
So erkennt man, ob die Glut perfekt ist.
Welche Hitze wir als ideal empfinden, hängt davon ab, was wir auf dem Rost liegen haben wollen. Wir nehmen zur Überprüfung die Hand und halten sie eine Bierdosenhöhe über der Hitze. Müssen wir die Hand nach 2-4 Sekunden wegziehen, ist die Hitze sehr stark (230 - 290°), schaffen wir 5-7 Sekunden, ist sie mittel (175 - 230°), halten wir es 8-10 Sekunden aus, ist sie relativ niedrig (120 bis 175°). Wenn Sie zu den Menschen gehören, die sich gerne verbrennen oder anderen Schmerz zufügen, kann diese Methode zu Fehlinterpretationen führen.
(kurier)
Erstellt am 14.07.2012, 07:00