Letztes Update am 26.04.2012, 15:17
Am Herd mit Wolfgang Böck.
Der Schauspieler, Autor und Intendant der Kobersdorfer Schlossspiele schätzt den Luxus des Einfachen – und fährt dafür auch schon mal 100 km weit. Am liebsten mit dem Bike.
Ausflug ins Burgenland. Knapp vor der ungarischen Grenze liegt der kleine Ort Draßburg, in dem Wolfgang Böcks Ehefrau Sonja Kremsner ein altes Haus aus Familienbesitz liebevoll renoviert hat. Hier verbringen die beiden einen Großteil ihrer Zeit. An der sehr bewussten Auswahl der Zutaten für die -Kocherei ist die Liebe zum guten Essen deutlich zu erkennen. Um die frischen Forellen ist der Schauspieler frühmorgens auf den Wechsel gefahren, zu Michael Schlager nach Trattenbach. Olivenöl holen sie sich immer direkt vom Bauern – der Familie Sancin – im Karst nahe Triest. Während der Ehrenkiberer den Lorbeerstrauch plündert, veredelt die Architektin kleine Häppchen geräucherter Forelle mit dem ganz speziellen Zitrusöl "Lemoncélo" und reicht sie als herrlich schlichte Vorspeise.
"Für meinen Mann muss es immer einfach sein." Auf der Terrasse entwickelt sich inzwischen die Holzkohle zu besonders schöner Glut. Auch sie ist nicht irgendwoher, sondern vom Köhler im niederösterreichischen Schwarzau. "Normalerweise steh i ja draußen beim Grill und hab schon ein Achterl oder zwei getrunken." Und schon füllt der passende Wein unsere Gläser – ein frischer, fruchtiger Weißer aus dem Leithagebirge. Ruckzuck sind die Forellen fertig. Außen schön kross, innen supersaftig.
Stundenlang könne er sitzen und essen und das Entsprechende dazu trinken. Jetzt macht er das aber nicht mehr oft, er beschränkt sich auf eine Mahlzeit pro Tag. "Es nutzt nix. Der nächste Geburtstag ist der Sechziger. Man kann nicht das ganze Leben Vollgas unterwegs sein.
Forelle nach toskanischer Art
Die Zutaten pro Person:
1 frische Forelle
3 frische Lorbeerblätter
Salz, Pfeffer
Knoblauch
Olivenöl
Weißbrot
Grillkohle
Für die Sauce geschälten Knoblauch mit etwas Olivenöl hacken und mischen. Forellen waschen und trockentupfen. Innen und außen fest mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen, in jede Bauchhöhle drei Lorbeerblätter stecken. Über heißer, aber nicht allzu heißer Glut grillen, das dauert auf jeder Seite nur 2-3 Minuten. Eventuell mit Deckel kurz nachziehen lassen. Dazu: gegrilltes Weißbrot und das Knoblauchöl.
Gibt es einen prägenden Geschmack aus Ihrer Kindheit?
Mamas Vanillekipferln – die macht sie ohne Mehl.
Was würden Sie nie essen?
Wenn ich weiß, dass ein Lebewesen nicht artgerecht vom Leben in den Tod befördert wurde, möcht ich’s nicht essen.
Welche Küche der Welt ist Ihnen am liebsten?
Die italienische Küche.
Ihr Lieblingslokal?
Der Hausmair in der Lerchenfelder Straße, Wien 7.
Ihr Lieblingssnack?
Alles, was mir in die Finger kommt.
(kurier/Heidi Strobl)
Erstellt am 29.04.2012, 07:00