Letztes Update am 14.04.2012, 16:12
Am Herd mit Thomas Raab.
Frühlingshaft frisch blitzt der Spargel aus dem Karton, den der Autor der Metzger-Romane mitbringt. Dazu versprüht er so viel positive Energie wie kaum ein anderer.
Sport und Mathematik hat er studiert, an einem Gymnasium unterrichtet, mit einer Band Musik gemacht. Dann begann er plötzlich zu schreiben. Er, der Legastheniker, für den der Deutschunterricht immer angstbesetzt war, der bis zur Matura kein einziges Buch gelesen hatte. Er setzte sich einfach hin und schrieb. Aus Spaß. 20 Seiten, 30 Seiten, erst bei 200 Seiten begann er daran zu glauben, an einem Roman zu arbeiten. "Das ist ganz einfach – so, wie wenn du dich auf eine Reise machst." Das war 2007, inzwischen sind fünf "Metzger" erschienen, am sechsten arbeitet er.
"Jeder kann schreiben", ist Thomas Raab überzeugt. Aber auch das Risotto geht ihm leicht von der Hand. Sieht nach Übung aus. Dabei koche ja seine Frau, Schauspielerin Simone Heher, viel besser. "Sie ist ein Genie beim Kochen." Auf seinen Lesereisen überrascht der sympathische, athletische Vater zweier kleiner Kinder sein Publikum. "Rauchen, saufen und stinken, das ist es, was sich die Leute von einem Schriftsteller erwarten." An solchen Abenden ist er oft froh, sich mit irgendeinem Fastfood ins Hotelzimmer zurückziehen zu können. Von wem er seine Talente hat? "Hm? Meine Mutter arbeitete bei Bally, bis sie meinen Vater kennenlernte. Und mein Vater war katholischer Priester, bis er meine Mutter kennenlernte."
Unser Fotograf fängt schon zu essen an. "Ja ja, geht schon, auch ohne Vaterunser." Gestärkt mit so viel positiver Energie mache ich mich jetzt gleich an meinen ersten Roman. Oder wird’s doch ein Kochbuch?
Gibt es einen prägenden Geschmack aus Ihrer Kindheit?
Butterbrot mit Schnittlauch.
Was würden Sie nie essen?
Klachlsuppe, Kutteln und Hund.
Welche Küche der Welt ist Ihnen am liebsten?
Die meiner Frau.
Ihr Lieblingslokal?
Der Stockerwirt in Sulz.
Ihr größtes kulinarisches Missgeschick?
Hm? Oft erkenne ich keinen Unterschied zwischen teuren und billigen Lebensmitteln.
Spargelrisotto
Die Zutaten:
500 g grüner Spargel
300 g Risottoreis
1 Jungzwiebel
60 g Butter
1 Schuss Weißwein
1 l Gemüsesuppe
2 Stiele Zitronengras
100 g Parmesan
Salz, Pfeffer
8 Riesengarnelen
1 Knoblauchzehe
Gemüsesuppe erhitzen. Spargel putzen, in 1 cm Stücke schneiden. Spitzen (5 cm) zur Seite legen. Den weißen Teil der Zwiebel hacken, in 30 g Butter anschwitzen. Reis kurz mitbraten, Spargel einrühren. Mit Wein aufgießen, verkochen lassen. Nach und nach heiße Gemüsesuppe unterrühren. Einen Zitronengrasstiel anquetschen, in den Topf stellen, vom zweiten die harten Blätter entfernen, das Innere klein schneiden, einrühren. Wenn der Reis weich wird, restliche Butter und frisch geriebenen Parmesan einrühren. Garnelen und Spargelspitzen in Olivenöl mit blättrig geschnittenem Knoblauch kurz braten, auf dem Risotto verteilen.
(kurier/Heidi Strobl)
Erstellt am 15.04.2012, 07:02