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KURIER Romy 2014
Foto: KURIER /Gruber Franz

Letztes Update am 17.02.2013, 07:22

Am Herd mit Nina Hartmann. Nach ihrem Aufenthalt in Brasilien kocht die Kabarettistin sommerlich Buntes für uns.

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Foto: KURIER /Gruber Franz
„Normalerweise machens’ das mit 20 Eiern“, sagt Nina Hartmann, als sie 10 Eier zustellt. Na bum. Man könne auch Fisch nehmen stattdessen, aber „den gibt’s bei uns ja ned so“. Den Herbst verbrachte die groß gewachsene, sportliche Schauspielerin an der Nordostküste Brasiliens, um eine Dokumentation über Capoeira zu drehen, den Kampftanz, der auf die südamerikanische Sklavenzeit zurückgeht. Seit Dezember ist sie wieder im Land. Die Reise veranlasste sie dazu, ihr aktuelles Kabarettprogramm binnen kurzer Zeit komplett zu überarbeiten und neu zu betiteln: Brasil. Vorpremiere 23. 2. Bühnenwirtshaus Juster Gutenbrunn, Premiere 28. 2. Orpheum Wien. Ihre Ansprüche an sich selbst sind hoch. „Unter Druck arbeite ich eh gut.“ In der Office-Küche von Ninas Managerin im dritten Bezirk türmen sich mitten im Winter herrlich bunte Lebensmittel. „In Brasilien, da gibt’s Früchte, des glaubst ned.“ Essen ist der Tirolerin sehr wichtig. „I koch volle gern“, die Freude sieht man ihr so richtig an. Eine Flasche vom roten Palmöl „Oléo de Dendê“ hat sie aus Brasilien mitgebracht. „Mit dem kochen die alles dort.“ Ein sehr eigener Duft, ein sehr spezieller Geschmack. Aber ja, für das Originalrezept unbedingt nötig. Die Eier sind inzwischen gekocht, wir spielen Ostern und pecken. Pech gehabt – Ninas Ei schlägt alle anderen. Der Eintopf köchelt, jetzt der Salat. Grüne Blätter, gelbe Mango, schwarzer Sesam – eine schöne, selbsterfundene Mischung. „Mein tropischer Salat.“ Als gutgelernte mitteleuropäische Esser schöpfen wir uns nur ein wenig aus dem üppigen Eiertopf auf unseren Reis. Dabei gibt es hier viel mehr dicke Leute als in Brasilien, meint Nina. „Dort bist du ständig in Bewegung, zu Fuß oder mit dem Radl.“ Wir genießen den Sommer auf dem Teller und dann mache ich mich auf zu einem langen Winterspaziergang – ganz zu (Hund) Maxls Freude. Ja, Frauli, mit dem netten Mädl darfst du öfters kochen.

Rezept Ovos de Buda

10 Eier, 1 große Zwiebel, 3 Knoblauchzehen, Rapsöl, 1-2 EL Oléo de Dendê (Rotes Palmöl, gibt’s
beim Prosi Markt), je 1 roter und gelber Paprika, 300-400 g gewürfelte Paradeiser, 2 Dosen Kokosmilch (à 400 ml), 1-2 Prisen scharfes, Paprikapulver, Salz, Pfeffer, ev. 1 Chilischote, 1 Bund Koriander


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Foto: KURIER /Gruber Franz
Zwiebel und Knoblauch schälen, fein hacken. Einen Schuss Rapsöl und 1-2 EL Oléo de Dendê in einem Topf erhitzen, beides darin anschwitzen. Beide Paprika klein würfeln, mitschwitzen. Paradeiser würfeln, dazugeben. Kokosmilch, Paprikapulver und, wer mag, gehackte Chili unterrühren. Salzen, pfeffern, 20 Minuten köcheln lassen. Eier inzwischen hart kochen, abschrecken, schälen, vierteln. Gehackten Koriander und Eier in die Kokossauce rühren und noch kurz mitköcheln, bis alles schön sämig ist. Mit Reis und Salat essen. Salat: Blätter zerzupfen, Mango vom Kern schneiden und würfeln, Sesam ohne Fett rösten. Vermischen, mit Limettensaft, Olivenöl, Salz, Pfeffer würzen.

5 Fragen

Gibt es einen prägenden Geschmack aus Ihrer Kindheit?
Schokolade.

Welche Küche der Welt ist Ihnen am liebsten?
Die vietnamesische, jetzt auch die brasilianische Küche. Aber eigentlich: Mischungen ohne Regeln.

Was würden Sie nie essen?
Leber, Innereien.

Ihr Lieblingslokal?
Das Restaurant On in der Wehrgasse, Wien 5.

Welche Speise vermag es, Sie zu trösten?
Schokolade.

(KURIER Freizeit am Samstag/Heidi Strobl) Erstellt am 17.02.2013, 07:22


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