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KURIER Romy 2014
Foto: ANDYBCKMN - FOTOLIA 39062711/andybckmn/Fotolia

Letztes Update am 26.03.2013, 06:28

Ei, caramba!. Das Hühnerprodukt hat Hochsaison. Harte Fakten über das zerbrechliche Gut

Das schwerste Ei, das es bisher bis auf eine Waage schaffte, wog 2,35 Kilo. Ein Strauß in China brachte es 1997 zur Welt. An deren anderen Ende – auf den Westindischen Inseln – legt der Zwergkolibri die kleinsten Eier in sein Nest aus Spinnweben, Pflanzenwolle oder Moos: Sie sind zirka 10 mm lang und 0,365 g leicht.

Was die Ostereier betrifft: Der Verbrauch liegt hierzulande bei etwa 70 Millionen Stück. Im Durchschnitt isst jeder Österreicher 233 Eier pro Jahr. Drei bis 14 Tage nach dem Legen schmeckt das wertvolle Lebensmittel, auf das schon manches Kind allergisch reagiert, am besten. Drei Wochen alte Eier sollen nur mehr im Kühlschrank gelagert werden. Bei konstant kühler Temperatur, vor Licht geschützt und mit der stumpfen Seite nach oben. (Kondens)Wasser und Sonnenstrahlen zerstören die natürliche Schutzschicht und ermöglichen Keimen, die Schale zu durchdringen. Sie besteht großteils aus Kalk. Das Ei selbst setzt sich aus etwa 74 Prozent Wasser, 13 Prozent Eiweiß und elf Prozent Fett zusammen – ergibt rund 155 Kalorien.


50 Millionen Ostereier werden in Österreich bereits gekocht und gefärbt gekauft. Eine dünne Baumharzschicht über der lebensmittelechten Farbe verlängert die Haltbarkeit. Die natürliche Farbe der Schale ist genetisch bedingt. Reinrassige Hennen mit weißen Ohrscheiben legen weiße Eier, Vögel mit roten Ohrlappen braunschalige. Die Farbe des Gefieders hat keinen Einfluss. Bei Hühnern ohne Stammbaum ist alles möglich. Der Farbton des Eigelbs wiederum hängt in erster Linie vom Futter ab. Mais und Grünfutter führen durch die enthaltenen Carotinoide zu einem dunkleren Dotter.

ostereier…
Foto: KURIER/Sokol Gerhard
Apropos Farbe: Einem Volksglauben zufolge bringt es Glück, ein am Gründonnerstag gelegtes Ei zu verspeisen. Dieses Antlass-Ei („antlaz“, mittelhochdeutsch für Ablass, Lossprechung von Sünden) soll auch Heilkräfte besitzen.

1,5 Milliarden Eier produziert das heimische Federvieh pro Jahr. Käfighaltung ist in Österreich verboten. Die meisten Eier liefern Hennen aus Bodenhaltung (66,5 Prozent). 22,2 Prozent kommen aus Freilandhaltung, 11,3 Prozent aus Bio-Haltung.

Code

Der Code auf der Schale gibt darüber Auskunft. Die Buchstaben-Zahlen-Kombination enthält ebenso Informationen über Herkunftsland, Betrieb und Haltbarkeit. Die Güteklasse ist auf der Verpackung angegeben: Güteklasse A muss sauber sein, ohne Risse oder andere Schäden. Das Klar muss beim Durchleuchten seinem Namen gerecht werden, der Dotter ebenfalls frei von Verunreinigungen sein. Außerdem darf er beim Drehen des Eies nicht von der Mitte abweichen. Eier der Güteklasse A dürfen weder haltbar gemacht noch gewaschen werden – dadurch würden sie anfälliger für Keime. Eier, die diese Kriterien nicht erfüllen, sind B-Klasse. Sie werden als Industrieware verwendet – und landen z. B. im abgepackten Osterpinzen.

Eine neue App der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ informiert über die Herkunft der Eier in 1500 verarbeiteten Produkten: Der Käufer muss lediglich sein Handy auf den Barcode halten und das Produkt einscannen. Nähere Infos:

www.vier-pfoten.at


Ohraschl

Eier

In den kommenden Tagen erfreut es sich größter Beliebtheit, die sich in einer eher geringen Lebenserwartung ausdrückt: das Ei. In Ostösterreich auch „es Eia“ genannt. (Gerne erinnert man sich an seinen ersten Tag beim Fußballverein zurück, als einem der Trainer jede Hoffnung auf eine spätere Teamkarriere mit den schönen Worten abwürgte: „Heast, du bist so a Eia!“).

Das Oster-Ei ist natürlich ein altes Fruchtbarkeitssymbol und verweist im christlichen Sinne auf die Auferstehung – aus dem Ei entspringt neues Leben. Vor allem aber schmeckt es gut (umso besser, wenn man vorher tatsächlich gefastet hat). Der Ordnung halber sei darauf hingewiesen: EI steht auch für „Elektronenstoßionisation“ (in der Massenspektrometrie), für „Integralexponentialfunktion“ (in der Mathematik) sowie für den Landkreis Eichstätt in Deutschland.

Und zum Schluss lösen wir noch eines der größten Menschheitsrätsel: Ob das Ei weiß oder beige ist, hängt von der Farbe der Ohrläppchen der Henne ab – insofern kommt die Henne vor dem Ei.

(kurier) Erstellt am 26.03.2013, 06:28

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